Eine Traditionsfirma verlässt die Stadt Baden: Die 1946 gegründete Ferro AG – sie gehört inzwischen zur Loacker Swiss Recycling AG und heisst auch so – schliesst ihren Standort an der Zürcherstrasse in der Nähe des ehemaligen Bahnhofs Oberstadt. Neu wird sich das Unternehmen in der Nachbargemeinde Turgi ansiedeln, im Industriequartier neben der Abfallsammelstelle «brings». Walter Schenker, Geschäftsführer der Loacker Swiss Recycling AG, bestätigt diese Informationen auf Anfrage.

Das Unternehmen befasst sich in erster Linie mit der Verarbeitung von Schrott, Metallen und Werkstoffen wie Papier. Aktuell arbeiten sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Baden – drei Chauffeure, eine Büroangestellte, drei weitere Personen sind für Einkauf und Produktion zuständig. Alle werden ihre Stelle behalten können.

Zentrale Lage ist ungünstig

«Grund für den Standortwechsel ist die ungünstige Lage in Baden. Ein Recycling-Unternehmen mitten in der Stadt macht aus logistischer Sicht keinen Sinn mehr. Die Fahrtwege sind lang, zudem ist der Lärm für die Anwohner nicht angenehm», sagt Schenker.

Seit bald einem Jahrzehnt ist die Ferro AG nicht mehr eigenständig: 2008 wurde das Badener Unternehmen zu 100 Prozent vom österreichischen Familienunternehmen «Loacker Recycling Gruppe» mit Sitz in Götzis im Vorarlberg übernommen. Per 1. Januar 2016 wurde Ferro in die Loacker Swiss Recycling AG mit Sitz in Dübendorf integriert – einer der grössten Schrott- und Metallrecycler der Schweiz. Die Betriebe bieten Entsorgungsleitungen für Industrie, Gewerbe und Bau. Die Tochterfirma in Baden machte 2015 rund acht Millionen Schweizer Franken Umsatz.

Wie es mit dem Areal in Baden weitergeht, das inzwischen ebenfalls dem Familienunternehmen aus Österreich gehört, steht noch nicht fest. «Entscheiden wird die Familie Loacker», sagt Schenker. Zwei Optionen stehen aktuell zur Debatte: Erste Wahl wäre eine Vermietung des Areals, zweite Wahl ein Verkauf. Schenker: «Klar ist aktuell einzig, dass es an der Zürcherstrasse keine Recycling-Firma mehr geben wird.»