Am 2. und 3. Mai 2015 gehen in Birmenstorf die «Tage der offenen Kultür» über die Bühne. 13 Kunstschaffende aus dem Dorf stellen ihre Werke in den eigenen Wohnräumen aus und öffnen Interessierten die Türen zu ihren Ateliers. «Der Event ist einmalig und bleibt es vorderhand auch», sagt Kulturkreis-Präsident Ernst Bannwart. Treffpunkt für die Rundgänge wird das Gemeindehaus sein. Dort erhalten die Besucherinnen und Besucher einen Badge sowie den Katalog mit dem Kurzbeschrieb der Aussteller und Ausstellerinnen inklusive Karte von Birmenstorf. Alle Interessenten können wählen, ob sie sich auf einen der verschiedenen geführten Rundgänge begeben oder alleine auf Entdeckungsreise gehen wollen.

Die Präsentation von 13 Kreativen an 13 verschiedenen Orten bietet Gelegenheit, das Dorf von einer völlig neuen Seite kennenzulernen. Auf einer Karte gilt es dann, seine drei Lieblingskunstwerke pro Atelier einzutragen. Die meistgewählten 39 Exponate werden vom 6. Juni bis 14. November in einer «Best of»-Ausstellung im Gemeindehaus präsentiert. «Bei der Preisgestaltung gaben wir den Künstlerinnen und Künstler völlig freie Hand», erörtert Bannwart und betont, dass der Kulturkreis auch keine Kommissions-Gebühren auf allfällige Verkäufe verlangt. Für Erfrischungen wird im speziell für den Anlass eingerichteten Kulturcafé im Gemeindehaus zur Musik von Klavierlehrerin Rosanna Meiler und ihren Schülern gesorgt.

Kleine Gemeinde, grosses Potenzial

In jedem Atelier, das offen steht, entdeckt man etwas Neues, seien es Malereien, Skulpturen, Quilts oder Kalligraphien. Nathalie Detsch Southworth, die normalerweise die Ausstellungen im Gemeindehaus organisiert, präsentiert an den Tagen der offenen Kultür eigene Werke voller mystischer Symbolik. Die Malaysierin Siew Kuan, Frau von Gemeinderat Marco Gwerder, will mit ihren abstrakten, farbintensiven Pinselstrichen vor allem «positive Kraft ausstrahlen und den Leuten eine Freude machen». YanYan aus China lebt seit zwei Jahren in der neuen Siedlung Schinebüel und verquickt asiatischen Malstil mit typischen Schweizer Labels. Genau wie Kultür-Teilnehmer Roland Kull konnte sie ihre Werke schon in der bekannten Galerie Erni swissart in Luzern ausstellen, die von der Tochterfamilie des verstorbenen Malers Hans Erni geführt wird. Mädi Konrad zeigt nebst Bildern ihre aus Rebstöcken und Schwemmholz geschaffenen Skulpturen, Ursula Steinmann naturalistische Ölmalereien, Therese Voser Zehnder expressionistische Gebirgslandschaften, Fabian Bobb Skulpturen aus Alabaster und anderen Natursteinen. Ein besonderer Eyecatcher werden nebst den Werken der weiteren Künstlerinnen auch die Quilts von Joan Vogler sein, die für ihr traditionelles Handwerk mit innovativen Impulsen bekannt ist. «Unser Dorf mit gerade mal 2500 Einwohnenden hat ein riesiges künstlerisches Potenzial», meint Ernst Bannwart stolz. Die Tage der offenen Kultür finden diesen Samstag und Sonntag jeweils 10 bis 16 Uhr statt.