Zürcher Obergericht

Obergericht senkt Strafe für Aargauer Computerspiel-Unternehmer

Mit illegalen Methoden übervorteilte der Unternhemer Spielhersteller  (Symbolbild/Archiv)

Mit illegalen Methoden übervorteilte der Unternhemer Spielhersteller (Symbolbild/Archiv)

Beim Vertrieb von Videospielen hat ein Aargauer Geschäftsführer eines deutschen Unternehmens eine eigene Firma in der Firma aufgebaut und einen Schaden von 1,85 Millionen Franken angerichtet. Nun kommt der Beschuldigte mit einem blauen Auge davon.

Es war im März 2011, als das Bezirksgericht Zürich den beschuldigten Unternehmer aus der Region Baden wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und unlauteren Verkaufsmethoden zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt hatte. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mittfünfziger als Geschäftsführer einer Zürcher Tochterfirma den deutschen Konzern Atari massiv geschädigt hatte.

Illegal eigene Firma gegründet

Sicher ist, dass der Beschuldigte im Frühjahr 2006 die fragliche Firma den deutschen Besitzern abkaufen wollte. Nachdem Atari das Angebot abgelehnt hatte, verlegte sich der Schweizer Staatsangehörige auf kriminelle Methoden. So nutzte er sein gesamtes Insiderwissen und stampfte trotz Konkurrenzverbot innerhalb von wenigen Monaten eine eigene Firma aus dem Boden. Wobei er einen Grossteil der Angestellten und den Kundenstamm illegal übernahm.

Die ausgebooteten Deutschen machten einen entgangenen Gewinn von dreieinhalb Millionen Franken geltend und erstatteten Strafanzeige gegen den Aargauer. Das Bezirksgericht Zürich ging in seinem Urteil von einem Schaden von rund 1,85 Millionen Franken aus.

Strafe deutlich gesenkt

Die Verteidigung legte Berufung ein und verlangte am letzten Dienstag vor dem Zürcher Obergericht nicht nur gewichtige Teilfreisprüche, sondern auch eine milde Bewährungsstrafe. Der teilgeständige Beschuldigte zeigte sich reumütig und gestand ein, dass er grosse Fehler gemacht hatte. Ein Auftritt mit einem Teilerfolg, wie nun herauskam.

Das Obergericht bestätigte zwar im Wesentlichen die Hauptvorwürfe der Vorinstanz und sprach den Aargauer wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung sowie unlauteren Wettbewerbs für schuldig. Hingegen kam es auch zu einigen Freisprüchen, die zu einer deutlichen Strafsenkung auf noch 27 Monate teilbedingt führten. Davon soll der verschuldete Unternehmer sechs Monate absitzen. Diese Sanktion kann er auch in Halbgefangenschaft verbüssen.

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