Eurovision

18 Aargauer wollen beim Eurovision Song Contest mitmachen

Aleema (Mauri und Alexandra Pozzi) mit «Mr. Millionaire». Der Branchenriese Universal Schweiz hat schon angebissen.  ho

Aleema (Mauri und Alexandra Pozzi) mit «Mr. Millionaire». Der Branchenriese Universal Schweiz hat schon angebissen. ho

Das Voting für das Schweizer Finale des Eurovision Song Contest läuft auf Hochtouren. Mit dabei sind auch 18 Songs von Aargauer Musikern oder mit Aargauer Beteiligung.

Die Aarauer Sängerin Sara McLoud hat sich zu früh gefreut. Ihr Song «Lost» wurde zwar von DRS 3 direkt ins Schweizer Finale des Eurovision Song Contest gewählt. Kurz darauf aber disqualifiziert, weil sie das Video zu früh ins Netz gestellt hatte. Man mag sich über diese etwas veraltete Regelung ärgern, der Kanton Aargau hat aber noch einige andere heisse Eisen im Feuer.

Allen voran der gebürtige Badener Sänger Guillermo Sorya, der mit seinem souligen Feelgood-Song «Baby, Baby, Baby» von DRS 3 ebenfalls schon für das Finale gesetzt wurde. Sorya ist kein Unbekannter. In diesem Jahr hat er Songs für die Alben von Lea Lu ( «Colours») und Nubya («Today») geschrieben, er sang die Backing Vocals für Steff La Cheffe sowie Dodo und hat im Juli mit «Daily Bread» gleich noch sein erstes Album als Leader veröffentlicht.

«Habe davon geträumt»

Wir erreichen den 28-jährigen Sänger mit dem wunderbar samtenen Bariton in seinen Ferien in Spanien. «Ausgerechnet in meinen Ferien gelingt mir ein Karriereschritt», sagt er lachend. «Ich habe mich beim Contest beworben, weil ich davon geträumt habe.» Guillermo wird bestimmt eine gute Falle machen. Nicht nur, weil er zu den vielversprechendsten jungen Sängern der Schweiz gehört, sondern auch, weil er von zwei hochkarätigen Sängerinnen unterstützt wird. Im Video erkennen wir Soulsängerin Brandy Butler und Lesley Bogaert. Letztere war lange mit Bligg auf Tour und verfügt schon über Eurovisions-Erfahrung.

Alle anderen müssen noch auf das Voting zählen, um sich am 4. Dezember im Schweizer Finale präsentieren zu können. «Der Sonntag» hat schon vor einer Woche die Songs der beiden Aargauer Sängerinnen Emel mit «She» und Sandra Rippstein («Run For My Love») zu den Favoriten des Jahrgangs erklärt. Aber auch «Be Yourself» von «Hammertime» des Aarauers Michael Hammers sowie «The Beginning» der Ennetbadener Sängerin Cathryn würden am Finale einen guten Eindruck machen.

Bei der Videodurchsichtfallen noch weitere Aargauer Produktionen auf. Hinter «Aleema» und dem Song «Mr. Millionaire» verbirgt sich der Hitschreiber Maurizio Mauri Pozzi, der schon viele Songs u. a. für Natacha, Tatana und DJ Antoine geschrieben hat. Wir erreichen Mauri in Paris, beim Videodreh zu DJ Antoines Song «Ma Cherie». «Mit Aleema wollen wir die Leute zum Lachen bringen. Der Song soll Spass machen», sagt Mauri. «Mr. Millionaire» ist eine respektvolle Persiflage auf den Euro-Dance-Pop der 80er-Jahre.

Im Video, das in Würenlos, beim Kloster Fahr und in Geroldswil aufgenommen wurde, kann man DJ Bobo, Dieter Bohlen, Sandra und Rick Astley herauslesen. Die Sängerin ist Alexandra Pozzi, Maurys Frau, mit der er seit neun Jahren in Würenlos lebt. «Es ist eine Premiere», sagt Maury, «wir haben musikalisch noch nie etwas zusammen gemacht». Der Major Universal Schweiz hat schon angebissen. «Mr. Millionaire» ist ab morgen bei iTunes zu haben.

Auch die Spassfraktion ist vertreten

Zur Spassfraktion gehört auch Carlos Santoo, der mit «Coffee Nr. 1» und «Siesta Girl» gleich zwei Songs zur Wahl stellt. Hinter der Kunstfigur steckt der Buchser Pianist, Musik- und Klavierlehrer Stefan Nietlisbach (56). Carlos Santoo ist eine Anspielung auf Carlos Santana, weshalb er in beiden Songs ein Gitarrensolo à la Santana einfliessen lässt. «Siesta Girl» ist ein Duett mit der Aarauer Sängerin Laila Norma Aviolat. Nietlisbach hat Erfahrungen mit Spass-Songs. Ist er doch seit Jahren mit Peach Weber befreundet und hat mit dem Wohler Komiker auch schon gearbeitet. Die beiden Songs sind bewusst «trashig» produziert und heben sich deshalb wohltuend von den anderen, geschliffenen Produktionen ab. «Ich rechne mir Final-Chancen aus», sagt Nietlisbach, «weil meine Songs anders sind. Eine lustige Nummer verträgt es allemal.»

Chancen ausrechnen darf sich Simon Jäger aus Küngoldingen. Er ist einer der vier Sänger der populären Gesangsformation i Quattro, die sich mit dem Song «Fragile» bewirbt. Fraglich ist aber, ob der Eurovision Song Contest der richtige Rahmen für diese Klassik-Pop-Sparte ist. Trotz des Sieges von Lordi wirkt auch die Motörhead-Tribute-Band «Nö Mercy» mit dem in Seon wohnhaften und in Fahrwangen aufgewachsenen Gitarristen Simon «Sime» Freiburghaus im Kandidaten-Feld eher als Fremdkörper.

Im Feld der AargauerKandidaten haben wir zudem Mister Gay Dominic Hunziker mit «I Feel Fine» sowie die Badener Sängerin Nathalie Wohler entdeckt, die mit dem Zürcher DJ Minus 8 den Song «Bump Into You» aufgenommen hat. Beide dürften aber nur Aussenseiter-Chancen haben. Das gilt auch für die Songs von Freakout 6 aus Unterlunkhofen, DJ Al Pine & Anne Lee feat. MC N. Dooh aus Unterbözberg, die Hip-Hop-Crew Homies aus Oberentfelden, Roundabout aus Buchs sowie den Aarauer Steve Leuenberger.

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