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«10 Jahre her» – Meilensteine für die Region: Der neue Bahnhof machte Aarau zur Metropole

Vor zehn Jahren wurde der neue Bahnhof eröffnet. Ein Grossprojekt, auf das die Stadt Aarau jahrelang gewartet hatte.

2010 erhielt Aarau mit dem Bahnhofsneubau ein neues Portal. Verschwunden war der gelbe, spätklassizistische Bau mit Wurzeln im Jahr 1859. Er wurde ersetzt durch einen langen Koloss aus Stahl und Glas, modern glänzend, mit einer riesigen Bahnhofsuhr. Endlich ein Bahnhof, der einer Hauptstadt würdig ist. SBB-Chef Andreas Meyer verglich den neuen Aarauer Bahnhof bei der Eröffnung im Herbst 2010 gar mit dem Neat-Durchstich am Gotthard; eine «Investition in die Zukunft dieses Landes und dessen Bürgerinnen und Bürger».

Der Bahnhof war ein Erfolgsprojekt. Die Hürden einer kantonalen und zwei städtischen Abstimmungen habe der Bahnhof elegant genommen, sagte der damalige Stadtpräsident Marcel Guignard an der Eröffnung. Eine Ja-Welle für den Bahnhof Aarau, schrieb die Aargauer Zeitung nach der Abstimmung im Februar 2008, keine Aargauer Gemeinde hat Nein gesagt zum 21-Millionen-Franken-Grosskredit des Kantons für das Stockwerkeigentum im Bahnhofsgebäude. Obwohl es im Vorfeld der Abstimmung zu Diskussionen gekommen ist. Auch die Stadt Aarau kaufte ein Stockwerk. Diese Investitionen machten den Neubau des Bahnhofs überhaupt möglich. Die Stadt verkaufte ihren Anteil später an das Kantonsspital Aarau.

«Treffpunkt Schützendenkmal»

Mit der Umgestaltung verlor der Bahnhof das Schützendenkmal, einen wichtigen Treffpunkt für Schulreisen, gewann aber ein veritables Einkaufsparadies dazu. Ein Ort, an dem man am Sonntag und nach Feierabend einkaufen konnte. Der neue Bahnhof machte Aarau zur modernen Stadt.

Schon ein Jahr vor der Eröffnung waren sämtliche Gewerbeflächen vermietet. Im Erdgeschoss sind die meisten Läden und Restaurants auch zehn Jahre später noch anzutreffen: Buchhaus Lüthy, Blumenhaus Frei, Café Ritazza, das asiatische Restaurant Scent of Bamboo (ursprünglicher Name Suan Long), Migrolino, Kiosk, Apotheke Dr. Bähler. Im Untergeschoss seit Eröffnung dabei sind Coop, Burger King, das Modegeschäft Chicorée, Salt (früher Orange), Swisscom-Shop, Tchibo, Visilab, der Zeitungs- und Bücherkiosk von Valora, SBB-Schalter, das Süsswarengeschäft Lolipop, der Coiffeur (heute Gidor) und die chemische Reinigung, heute 5àsec. Neu dazugekommen sind der Brezelkönig, der Geschenkartikelladen Box und das Nagelstudio Nail World Center.

Das Schützendenkmal vor dem alten Bahnhof. (18.11.2007)

Das Schützendenkmal vor dem alten Bahnhof. (18.11.2007)

Für Coop scheint der Bahnhof Aarau ein guter Standort zu sein. 2014 wurde der Laden umgebaut, 2017 eröffnete Coop schräg vis-à-vis die schweizweit erste Filiale ihres Italien-Ablegers «Sapori d’Italia». «Wir sind mit der Entwicklung des Supermarkts und des Sapori d’ Italia im Bahnhof Aarau zufrieden. Die Angebote unserer Verkaufsstellen ergänzen sich», sagt ein Sprecher von Coop. Ob die im November 2018 eröffnete Mi­gros-Filiale im östlichen, neuen Teil des Bahnhofs zu einer Konkurrentin geworden ist, kommentiert er nicht.

Das Schützendenkmal, ein Geschenk der Schützen anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens 1924 an die Stadt, wurde auf das Kasernenareal umgesiedelt.

Bahnhof war Dauerbrenner auf der To-do-Liste

10 Jahre neuer Bahnhof sind eine lange Zeit. Aber noch viel länger dauerte die Vorbereitungszeit. Marcel Guignard wurde 1988 Stadtammann von Aarau. «Der Bahnhof hat mich vom Wettbewerb in den frühen 90er-Jahren bis zum fertigen Bau permanent begleitet», sagt er. «Wir haben im Stadtrat und beim Stadtbauamt viel Energie darauf verwendet, dass der Neubau Realität wurde.»

In der gleichen Volksabstimmung, in der die Aargauerinnen über das Stockwerkeigentum im Bahnhofsgebäude abstimmten, sagten die Aarauer Ja zu 17 Millionen Franken für ein neues Fussballstadion. «Aarau erhält eine Maladière», titelte die Aargauer Zeitung. Im Gegensatz zu dieser Misère ist der Bahnhof auf weniger Widerstand von der Bevölkerung gestossen. Nie haben Beschwerden oder Einsprachen das Projekt massiv verzögert, sagt Guignard. «Es war, als hätte sich Aarau nach einem neuen Bahnhof gesehnt.» Er sei nach wie vor sehr zufrieden mit dem Bahnhof. «Die Architektur des langen Gebäudes war eine Herausforderung und gefällt mir gut.» Guignard freut sich auch heute noch jedes Mal, wenn er durch den Bahnhof geht.

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