Buchs/Reitnau

31 Millionen Franken für Schutzprojekte bewilligt: Das Suhrental wird hochwasserfest

Visualisierung des Damms vom Staffelbacher Mühleweg.

Visualisierung des Damms vom Staffelbacher Mühleweg.

Der Grosse Rat bewilligt 31 Millionen Franken für Hochwasserschutzprojekte zwischen Buchs und Reitnau. Herzstück des Projekts ist ein Hochwasserrückhaltebecken im Raum Staffelbach.

Das Siedlungsgebiet im Suhrental kann vor einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt werden. Der Grosse Rat hat am Dienstag dem Projekt einstimmig zugestimmt und einen Kredit von 31 Millionen Franken bewilligt.

Als Hochwasserschutzmassnahmen sind ein Hochwasserrückhaltebecken und die Revitalisierung der Suhre vorgesehen. Dazu Teilausbaumassnahmen in Schöftland, Oberentfelden, Suhr und Buchs. Gleichzeitig werden in Moosleerau, Reitnau und Staffelbach mit modernen Meliorationen die Produktionsbedingungen für die Landwirtschaft verbessert. Die Abflusskapazität der Suhre ist auf einer Länge von mehr als zwei Kilometern im Siedlungsgebiet ungenügend, wie aus der Botschaft des Regierungsrats hervorgeht.

Von einem 100-jährlichen Hochwasser wären rund 45 Hektaren Bauzonen mit etwa 600 Gebäuden und diversen Industrieanlagen betroffen. Das Schadenpotenzial beträgt gemäss Regierungsrat rund 27 Millionen Franken.

Alle Parteien stehen hinter dem Projekt

Das Projekt sei in der Umweltkommission als «gewaltig, aber ausgereift» wahrgenommen worden, sagte Sprecherin Rosmarie Groux (SP). Der Verlust von 9,4 Hektaren Fruchtfolgeflächen werde bedauert. Alle Parteien im Parlament stellten sich hinter das Projekt. Baudirektor Stephan Attiger (FDP) sagte, das Projekt sei optimiert worden. Die hohen Anforderungen an die Renaturierung würden erfüllt.

Herzstück des Projekts ist ein Hochwasserrückhaltebecken im Raum Staffelbach. Das mittels Dämmen geformte Becken soll das Hochwasser der Suhre oberhalb des Siedlungsgebiets zurückhalten und drosseln. Das Becken kommt in der Ebene der Suhre zwischen Staffelbach, Moosleerau und Reitnau zu liegen. Es wird so ausgelegt, dass die von einem Rückstau betroffenen Infrastrukturen und Liegenschaften keinen Schaden erleiden. Weiter ist ein rund 150 Meter langer und im Durchschnitt drei Meter hoher Rückhaltedamm geplant.

Dank des Kombiprojekts Hochwasserschutz und Revitalisierung der Suhre bis zur Luzerner Kantonsgrenze zeichnen sich gemäss Regierungsrat erhebliche finanzielle Vorteile für die Gemeinden und den Kanton Aargau ab.

Bund beteiligt sich an den Kosten

Der Grosse Rat bewilligte zwei Kredite: 26,35 Millionen Franken für das Kombiprojekt Hochwasserrückhaltebecken Staffelbach mit Revitalisierung der Suhre bis zur Kantonsgrenze. Hinzu kommt ein Kredit von 4,65 Millionen Franken für die Teilausbaumassnahmen in Schöftland, Oberentfelden, Suhr und Buchs.

Der Bund beteiligt sich mit 21,1 Millionen Franken an den Gesamtkosten, der Kanton mit 4,23 Millionen Franken und die aargauische Gebäudeversicherung mit 880 000 Franken. Die restlichen 4,79 Millionen Franken werden auf die beteiligten Gemeinden verteilt – gemäss ihrem Anteil an der Reduktion des überfluteten Gebiets im Siedlungsgebiet. (sda)

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