Aarau Rohr

45 Jahre Kleiderbörse: Erika Häfligers Börse war die erste in der Schweiz

Erika Häfliger achtet nicht nur auf den Preis, sondern auch, und vor allem, auf die Qualität. Kel

Erika Häfliger achtet nicht nur auf den Preis, sondern auch, und vor allem, auf die Qualität. Kel

45 Jahre Kinderkleiderbörse ohne Börsen-Crash: Erika Häfligers Kinderkleiderbörse in Aarau Rohr war die erste in der Schweiz. Noch heute gedeiht das Geschäft.

Die Kinderkleiderbörse in Aarau Rohr sei vor 45 Jahren in der Schweiz die erste gewesen, sagt Geschäftsleiterin Erika Häfliger.

Die Idee, dass eine Börse in Kommission getragene Kleider verkauft, statt dass sie weggeschmissen werden, war in der Schweiz zuerst mit teuren Abendroben umgesetzt worden. Für Kindermode gab es das damals noch nicht.

Alice Rosset, von der Erika Häfliger die Börse vor 15 Jahren übernahm, stiess mit ihrer «Chinder-Chleiderbörse» anfänglich auf wenig Verständnis.

Viele Frauen empfanden es unter ihrer Würde, die Kinder mit gebrauchter Ware einzukleiden. Was als soziale Institution wenig Beachtung fand, wurde tatsächlich zuerst von gut situierten Familien genutzt. Erst mit der Rezession wagten sich auch Frauen und Familien in den Laden, die wenig Geld hatten.

Nicht unbedingt knappe Budgets

«Es ist auch heute noch so, dass nicht unbedingt Leute mit knappen Budgets zu meiner Klientel gehören», sagt Erika Häfliger.

Das habe allerdings mehr damit zu tun, dass die Kinderkleiderbörse mit den tiefen Preisen der Discounter und grossen Warenhäuser nicht mithalten kann.

Erika Häfliger verkauft die gebrauchte Ware in Kommission. Kaufen liegt nicht drin. Das Risiko, auf Ladenhütern sitzen zu bleiben, kann sie nicht eingehen.

«Die Qualität muss stimmen. Die Kleider müssen schön, gepflegt und sauber sein», sagt die in Unterentfelden wohnhafte Geschäftsführerin, «und sie dürfen nicht älter sein als drei Jahre, sonst sind sie aus der Mode.»

Das Angebot ist breit. Nebst den Kleidern, bei denen vor allem exklusive Jeans begehrt sind, bietet sie vieles mehr an: Kinderwagen, Schlittschuhe, Stillkissen, Autokindersitze oder Tripp Trapps. Zwischen den mit Kleidern dicht behängten Gestellen steht auch ein Zwillingskinderwagen.

«Ein sehr teures und gutes Modell», erklärt Häfliger. Neu hat es um die 1800 Franken gekostet. Wie viel sie dafür verlangen kann? Das werde auch an der Kundin liegen. «Wenn ich spüre, dass sie wegen des Preises zögert, komme ich ihr bei einer solchen Anschaffung gern entgegen.»

Sorgfältige Auswahl

Die Kinderkleiderbörse war schon immer an der Hauptstrasse im Stadtteil Rohr, allerdings an verschiedenen Standorten.

Nachdem das Ladenlokal dreimal gewechselt hatte, fand die damalige Leiterin, Alice Rosset, an der Hauptstrasse 30 ein Domizil, das seit über 20 Jahren seinen Dienst tut.

Häfliger ist damit zufrieden: «Mir stehen zwar nur 50 Quadratmeter Ladenfläche zur Verfügung, doch das zwingt mich zur konsequenten und qualitätsbewussten Auswahl der Ware.»

Und die Online-Märkte. Machen die der Kinderkleiderbörse nicht zu schaffen?

«Als diese aufkamen, habe ich das sehr wohl gespürt. Doch die meisten Leute wollen sehen, was sie kaufen, sie wollen sich versichern, dass die Qualität stimmt.»

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