Alters- und Pflegeheime
Alles begann mit einem Zufall: Hirslanden-Ärzte besuchen zukünftig Patientinnen in den Aarauer Heimen

Die Aarauer Alters- und Pflegeheime vertiefen nach einem Pilotprojekt ihre Kooperation mit dem Zentrum für Innere Medizin der Hirslanden Klinik. Patienten können nun auf wöchentliche Arztbesuche in den Heimen zählen. Alles begann mit einer zufälligen Begegnung am Bahnhof Aarau, wie Stadträtin Angelica Cavegn erzählt.

Daniel Vizentini
Drucken
Von links: Pflegeheimleiter Rupert Studer, Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker, Arzt Markus Béchir, Stadträtin Angelica Cavegn und Hirslanden-Aarau-Direktor Markus Meier.

Von links: Pflegeheimleiter Rupert Studer, Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker, Arzt Markus Béchir, Stadträtin Angelica Cavegn und Hirslanden-Aarau-Direktor Markus Meier.

Fabio Baranzini/Zur Verfügung gestellt

In der Region ist dies sicher einmalig: Die städtischen Alters- und Pflegeheime in Aarau arbeiten neu offiziell mit der Hirslanden Klinik zusammen. Das Pilotprojekt, das im Juni 2019 im Pflegeheim Golatti gestartet wurde, wurde vertieft und auch auf das Herosé ausgedehnt.

Dank dieser Kooperation können die Heimbewohner auf hausärztliche Versorgung vor Ort zählen. Das Zentrum für Innere Medizin der Hirslanden gewährleistet die Betreuung. Laut Rupert Studer, Leiter Abteilung Alter der Stadt, haben die 174 Personen der Pflegeheime Golatti und Herosé insgesamt bis zu 25 verschiedene Hausärzte, der Koordinationsaufwand sei entsprechend gross.

Doch es gehe nicht darum, neue Patienten zugunsten der Hirslanden abzuziehen. Vielmehr hätten viele Menschen in den Aarauer Heimen gar keine Hausärzte. Dies war auch der Grund, warum sich Stadträtin Angelica Cavegn für eine neue Lösung einsetzte.

Den Hirslanden-Direktor zufällig am Bahnhof getroffen

An einer Medienkonferenz am Dienstagnachmittag erzählte sie, wie sie zuerst bei einigen Hausarztpraxen in der Region anklopfte, keine aber Kapazitäten für die Betreuung der Heime aufbringen konnte. «Dann traf ich Markus Meier eines Tages zufällig am Bahnhofschalter», sagte Angelica Cavegn. Sie fragte den Direktor der Aarauer Hirslanden Klinik spontan an, ob er Interesse an einer Zusammenarbeit hätte. «Und jetzt haben wir diese Leistungsvereinbarung. Für uns ist es ein absoluter Glücksfall.»

Markus Meier bestätigt: «Wir waren sofort Feuer und Flamme dafür.» Arzt Markus Béchir hob zudem hervor, wie wichtig es sei, die Heimbewohnerinnen direkt begleiten zu können und deren Vorgeschichte zu kennen. Stark pflegebedürftige und wenig mobile Menschen könnten nun ohne Mehraufwand direkt im Heim therapiert werden.

Gesundheitliche Probleme können so frühzeitig erkannt und Spitalaufenthalte vermieden werden. Und falls sie dennoch ins Spital müssten, kennen die Ärzte die Patienten samt deren medizinischen Vorgeschichte bereits. Eine Vertrauensbasis ist da. Ein grosser Vorteil ist nicht zuletzt auch die Nähe: Die Hirslanden Klinik Aarau liegt gut 100 Meter Luftlinie vom Pflegeheim Golatti entfernt.

Arzt Markus Béchir mit Golatti-Bewohnerin Gertrud Siegenthaler.

Arzt Markus Béchir mit Golatti-Bewohnerin Gertrud Siegenthaler.

Fabio Baranzini/Zur Verfügung gestellt

Bereits rund ein Viertel aller Heimbewohner von Hirslanden betreut

Aktuell werden laut Rupert Studer etwa 30 Prozent der Menschen im Golatti und 12 Prozent im Herosé von der Hirslanden Klinik in wöchentlichen Visiten betreut. Es steht den Bewohnenden frei, das Angebot zu nutzen. Auf Wunsch könne der Hausarzt oder die Hausärztin weiterhin die Betreuung übernehmen.

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker freute sich: Die Zusammenarbeit mit der Hirslanden Klinik sei «ein gutes Beispiel für Kooperation zwischen einer städtischen Institution und einer der grössten und wichtigsten Arbeitgeber der Stadt».

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (ganz links), Stadträtin Angelica Cavegn, Arzt Markus Béchir und Heimbewohnerin Gertrud Siegenthaler in der frisch renovierten Station Milchgasse des Pflegeheims Golatti.

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker (ganz links), Stadträtin Angelica Cavegn, Arzt Markus Béchir und Heimbewohnerin Gertrud Siegenthaler in der frisch renovierten Station Milchgasse des Pflegeheims Golatti.

Fabio Baranzini/Zur Verfügung gestellt

Aktuelle Nachrichten