Andere würden sich hüten, am Freitag dem Dreizehnten ein Geschäft oder Restaurant neu zu eröffnen. Laura Peter nicht. «Für mich ist das ein Glückstag», sagt sie, lacht übers ganze Gesicht und begrüsst die nächsten Freunde und Bekannten, die auf den Treppenstufen vor dem Eingang Schlange stehen. Alle wollen sie vor der offiziellen Eröffnung heute Freitagabend einen Blick in eines von Aaraus traditionsreichsten Restaurants werfen: dem «Speck» am Zollrain.

Während eines halben Jahres wurde das Lokal renoviert, nachdem im Dezember nach 73 Jahren und drei Generationen die Ära der Familie Speck zu Ende gegangen war. Der Umbau ist den Räumen gut bekommen; die Kombination von Alt und Neu ist sehr gelungen. Da gibt es Täfer an den Wänden, einen Kachelofen hinter der Tür, dazu Fischgrat-Parkett, der unter dem Plastikboden zum Vorschein gekommen ist, alles das kombiniert mit moderner Schlichtheit in der Möblierung und Farbgestaltung. «Wir wollten die Tradition nicht verlieren und sie mittragen ins Neue», sagt Architektin und Innenarchitektin Verena Frey. Ganz wichtig: Der Geist der Ära Speck sollte nicht verschwinden, sondern weiterleben. «Wir wollen weiterhin ein Ort sein, an dem man sich unangestrengt zum freudigen Essen trifft», sagt Laura Peter.

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Video vom Dezember 2017

«Retro-Speck-tive»

Vom «alten Speck» geblieben ist deshalb nicht nur die Tafel mit den Wein-Preisen, sondern auch ein Teil der Menükarte. Unter dem Titel «Retro-Speck-tive» bietet Wirtin Laura Peter beispielsweise Kalbsleber, Cordon bleu oder hausgemachte Salsiccia an. Daneben gibt es eine Karte, die regelmässig wechselt. Darauf finden sich aktuell Menüs wie ein halbes Mistkratzerli, Kalbskopfbäckchen oder hausgemachte Ricottagnocci mit Pilz-Gemüse-Ragout.

Insgesamt ist das Restaurant grösser als früher, rund 50 Innensitzplätze sind auf drei Räume verteilt, dazu kommt die Sonnenterrasse. Entgegen den ursprünglichen Plänen wurde die ehemalige Metzgerei wegen baulicher Knacknüsse nicht Teil des Restaurants. Wie der Raum künftig genutzt werden soll, sei noch nicht ganz klar, sagt Laura Peter. «Er bleibt aber sicher Teil vom ‹Speck›.»

Vertrag für «Gossip» verlängert

Jetzt freut sich die Gastgeberin auf die offizielle Eröffnung. Der «Speck» bleibt auch während der Sommerferien immer geöffnet (Dienstag bis Samstag). «Wir haben das extra so gewählt, so haben wir Zeit, richtig anzukommen», sagt Laura Peter. Der betriebsarmen Zeit zum Trotz – Arbeit gibt es für die Gastronomin mehr als genug. Noch sucht sie einen zweiten Koch für den «Speck». Und eben wurde auch der Mietvertrag für ihr zweites Lokal, das «Gossip» an der Rathausgasse, verlängert; diesmal bis ins Jahr 2025.

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