Aarau
Eine Flötistin aus Aarau ruft eine neue Konzertreihe ins Leben

Zuerst ein Versuch in schwierigen Zeiten, jetzt eine feste Konzertreihe. Die «Serenaden um halb 8» in Rohr hat die Flötistin Barbara-Gabriella Bossert letzten Sommer versuchsweise ins Leben gerufen, nun hat sie sich entschieden, des positiven Echos wegen weiterzumachen.

Sibylle Ehrismann
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Barbara Bossert kam die Idee zur Konzertreihe im Lockdown.

Barbara Bossert kam die Idee zur Konzertreihe im Lockdown.

Ruedi Weiss

Konzerte finden in Rohr hauptsächlich in der Auenhalle statt oder dann in der Reformierten Kirche. Die Harmoniemusik und der Männerchor sind regelmässig in der Kirche anzutreffen, klassische Konzertreihen werden jedoch selten in Kirchen veranstaltet.

Wie kam Barbara Bossert auf die Idee? «Ich habe schon öfter in der Kirche Rohr gespielt, ich kenne den Raum von den Neujahrskonzerten der Gemeinde her, bei denen ich mitwirkte. Diese wechselten dann aber in die Auenhalle, da es einfach zu kalt war in der Kirche, wir mussten bei 16 Grad spielen!»

Barbara Bossert ist eine erfolgreiche freischaffende Musikerin, wir treffen uns bei ihr zu Hause in Aarau Rohr. Einen Namen gemacht hat sie sich mit dem originell besetzten Kammermusik-Ensemble «tacchi alti», man konnte sie aber auch schon am Boswiler Sommer bei den «Chaarts» hören. Der harte Corona-Lockdown hat sie, wie so viele Musikerinnen und Musiker, unerwartet getroffen, von einem Moment auf den andern wurden nicht nur alle ihre Auftritte abgesagt, sondern auch die Proben.

Die Idee dazu entstand während dem Lockdown

«Es war zum Verzweifeln», erzählt Barbara Bossert. «Ich sass im April an diesem Tisch und brütete darüber, was ich tun soll.» Die couragierte Musikerin schrieb kurzerhand die Pfarrpersonen der Kirchgemeinde an und fragte, ob sie sich eine kammermusikalische Konzertreihe in Rohr vorstellen könnten. Kirchenräume sind ja schön gross und hoch, und das Corona-Kontingent von 50 Personen war für den Anfang ausreichend, mittlerweile sind es rund 70 Zuhörer, die kommen.

Die Kirche in Aarau Rohr wurde jüngst umgebaut, man hat auch für das kurzfristige Aufheizen beim Podium neue Leitungen gelegt, damit es nicht mehr so kalt ist. «Wir stellen unsere beiden Kirchen in Rohr und Buchs gerne für Konzerte zur Verfügung, ihre Akustik wird immer wieder gelobt», so der Kirchenpflege-Präsident Roland Bialek. «Wir unterstützen Veranstalter mit guten Konditionen für die Nutzung und machen nach Möglichkeit Werbung auf unseren Plattformen. Wenn die Kirche Rohr zu einem kulturellen Treffpunkt wird, stärkt dies auch unsere kirchlichen Angebote. Es ist eine Win-win-Situation.»

Eine verführerische Mischung dunkler und unterhaltsamer Töne

Die Serenaden um halb 8, die jeden ersten Mittwoch im Monat stattfinden, entpuppten sich nicht nur für die Musikerinnen und Musiker, die hier während der schwierigen Corona-Isolation auftreten konnten, als ein Segen. Das stilistisch bunte, zuweilen auch recht eigenwillige Programm gefällt dem Publikum, das laut Bossert auch von weiter her komme. Gab es keine Vorbehalte, weil die Konzerte in einem Kirchenraum stattfinden? «Nein, im Gegenteil», erzählt Bossert weiter. «Mir sagten einige Bekannte, dass sie nicht in die Auenhalle kommen für ein Konzert, in die Kirche aber kommen sie gerne.»

Die erste Serenade des neuen Programms steht unter dem Motto «Sous le ciel de Paris». Die Schwestern Noëmi Sohn (Sopran) und Rahel Sohn (Klavier) aus Kirchdorf bei Baden bieten einen «verträumten und leichten französischen Abend mit Chansons und Liedern». Einen Monat später ist dann das Ensemble «tacchi alti» am Zug, bestehend aus Flöte/Altflöte, zwei Violinen, Viola, Cello, Kontrabass und Harfe. Es präsentiert zum Thema «Nacht!» Werke von Schönberg, Saint-Saëns und Piazzolla – da kann man kaum widerstehen.

Konzert in der Ref. Kirche in Aarau-Rohr. Mittwoch, 2. Februar, 19.30 Uhr
Tickets: www.halb8.ch

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