Wettbewerb

Aarauer können den neuen Bahnhof-Komplex in Bremgarten realisieren – so soll er aussehen

Die Aarauer Architekten Schneider & Schneider gewannen den Wettbewerb für einen Komplex der AVA (ehemals WSB) in Bremgarten.

Die Bagger sind vor Ort: In Aarau entsteht für 65 Millionen Franken das Gebäude «Bahnhof Aarau Süd». Bauherren sind die Metro Liegenschaften AG und die Aargau Verkehr AG (AVA, ehemals WSB). Die AVA plant nicht nur in der Kantonshauptstadt, sondern auch in Bremgarten, dem Hauptsitz der Brem­garten-Dietikon-Bahn (ehemals BD), Grosses: Wie in Aarau will sie einen Komplex bestehend aus Bahnhof, Gewerbe- und Wohnraum realisieren. Die Bagger werden zwar noch einige Zeit nicht auffahren. Aber es ist jetzt klar, welche Architekten den Wettbewerb gewonnen haben: Das renommierte Aarauer Architektenteam Schneider & Schneider hat sich mit dem Projekt «Drop By»gegen vier Mitbewerber durchgesetzt. Der Juryentscheid ist am Dienstag kommuniziert worden.

Gewerberäume und etwa 70 Wohnungen

«Wir wollen diesen zentralen Infrastrukturbau mit interessanten Nebennutzungen möglichst bald realisieren», erklärte AVA-Prä­sident Roland Abt bei der Präsentation des Siegerprojektes. Mathias Grünenfelder, stellvertretender CEO der AVA und Leiter «Planung, Support, Controlling», wurde etwas konkreter. Es wird mit einem Zeithorizont um die Jahre 2025/26 gerechnet. Im Detail werde das Projekt sicher noch die eine oder andere Anpassung erfahren.

Das Projekt besteht aus zwei unterschiedlich hohen Gebäuden: dem «Gleis 1» und dem «Reusstor». mit Gewerbe und Wohnungen. Das «Gelis 1», ein Stahlskelettbau, ist der gefühlte Bahnhof. Er bekommt im ersten Obergeschoss Gewerberäume und darüber eine Etage mit Single-Wohnungen (1,5 bis 2,5 Zimmer). Das «Reusstor» ist ein schlankes, achtstöckiges Gebäude mit einer Gesamthöhe von 28 Metern.

Es erinnert in seiner Gesamtform etwas an den Ost­teil des «Bahnhof Aarau Süd», der von anderen Architekten stammt. Komplett anders ist die Fassade: Schneider & Schneider haben sich für skulpturale, hochgeschossene Formen entschieden. Im Gegensatz zum Skelettbau («Gleis 1») soll hier ein auskragender Massivbau entstehen. Die Architekten schlagen für das Parterregeschoss ein Café und ein Gewerberaum vor. Darüber sollen auch grössere Wohnungen entstehen. Die Rede ist von «einer grossen Vielfalt von Wohnungstypen». Die Wohnungen werden je nach Grösse und Lage über ein, zwei oder drei private Aussenräume verfügen.

Über die Details der Wohnungen ist, wie in diesem Planungsstadion üblich, noch wenig bekannt (auch nicht über die Preise). Klar ist, dass im gesamten Komplex («Gleis1» und «Reusstor») etwa 70 Wohnungen entstehen sollen. In Aarau baut die AVA zusammen mit dem privaten Investor 64 Wohnungen.

«Bremgarten bekommt ein zweites Gesicht»

In Bremgarten soll neben der AVA die Stadt Bauherrin sein. Bremgartens Stadträtin Doris Stöckli freut sich schon jetzt auf den neuen Bahnhof: «Bremgarten bekommt neben der Altstadt ein zweites Gesicht und eine Visitenkarte. Unsere Freude ist gross.» Auf dem rund 3700 Quadratmeter grosse Areal soll attraktiven Verkehrsdrehscheibe entstehen. Mit Bahnhof und

Busbahnhof. Auf dem Bahnhofplatz soll es keinen Privatverkehr mehr geben, nur noch Busse und Taxi.

Das Architektenteam Schneider & Schneider hat das Projekt «Drop By» zusammen mit den Partnerbüros Hager Partner AG, Zürich (Landschaftsarchitektur), Basler & Hofmann AG, Zürich (Verkehr) sowie Kopitsis Bauphysik, Wohlen entwickelt.

Die Aufgabenstellung war einerseits geprägt durch die komplexen Anforderungen an eine funktionierende ÖV-Drehscheibe, andererseits galt es Hochbauten zu entwickeln, die an prominentester Lage eine überzeugende räumliche Lösung liefern sowie attraktive Wohn- und Büronutzungen erlauben.

Schneider & Schneider schaffen ein Wahrzeichen

Die Auswahl eines Siegers fiel der Jury laut Medienmitteilung nicht leicht. Durchgesetzt hat sich das Projekt «Drop By», weil es städtebaulich mit seinen zwei markanten und je Funktion unterschiedlichen Gebäuden überzeugt und verkehrstechnisch eine gute Voraussetzung bietet zur Verbesserung der heutigen Situation.

«Mit diesem Projekt kann ein neues Wahrzeichen geschaffen werden», erklärt Jurypräsidentin Maja Stoos. «Drop By» besteche durch seine ortsbauliche Setzung und mit der Schaffung eines prägenden und attraktiven Stadtraumes und Ankunftsortes für Bremgarten. «Das Bahnhofareal Bremgarten bekommt eine prägnante Gestaltung und bietet gleichzeitig ein breites Angebot an attraktiven Wohn- und Gewerberäumen».

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