Aarau
Aarauer Parkleitsystem beeinflusst die Automobilisten positiv

Das neue Parkkonzept, das seit dem 1. September 2010 gilt, zeitigt positive Folgen: Laut den jüngsten Zahlen hat die Belegung der Parkfelder im Schachen und am Flösserplatz stark zugenommen. Eine hohe Akzeptanz geniesst auch das Kasernen-Parking.

Hermann Rauber
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Wo sind noch Parkplätze frei? Das Parkleitsystem erleichtert den Autofahrern die Suche. Kel

Wo sind noch Parkplätze frei? Das Parkleitsystem erleichtert den Autofahrern die Suche. Kel

Mit dem neuen Parkleitsystem werden bei der Stadtpolizei Ein- und Ausfahrten von rund 1600 Parkplätzen erfasst, als Kennzahl dient aber auch der Ertrag der 838 Abstellmöglichkeiten, die durch die öffentliche Hand bewirtschaftet werden. Erstaunlich ist, dass die Einnahmen der Stadt aus den Parkuhren seit zehn Jahren recht konstant ausfallen, sie bewegen sich um 1,5 Millionen Franken.

Mit der Umsetzung des Parkraumkonzepts, das sich vor allem gegen das Gratisparkieren von Pendlern richtet, lässt sich an zwei Orten eine tatsächliche Steigerung der Frequenzen feststellen. Zu diesem Schluss kommen Samuel Häfliger und Martin Rüegger von der Sektion Verkehr der Stadtpolizei.

Höhere Erträge

So sind die Erträge im Parking Flösserplatz und in jenem neben dem Gasthof Schützen im Schachen (Sporthalle) über die natürlichen Schwankungen hinaus greifbar angestiegen. Etwas weniger deutlich fällt die Zunahme beim Parkfeld Kettenbrücke und bei jenem auf der unteren Schanz aus. An allen vier Standorten sind aber die vorhandenen Kapazitäten nicht erreicht, das heisst, es hat durchaus freie Plätze.

Einer der Gründe für die Konstanz der Erträge von öffentlichem Parkraum liegt im Verzicht auf Gebührenerhöhungen. Die Stadtpolizei hat den Auftrag, ein Jahr nach dem neuen Parkraumkonzept, also im Herbst 2011, zuhanden des Stadtrates über die ersten Erfahrungen zu berichten.

Dabei dürfte auch der Ansatz der Gebühren Thema der Standortbestimmung sein. Denn damit lässt sich die Parkierungsdauer beeinflussen. Samuel Häfliger führt als Beispiel den neuen Parkplatz bei den Sportanlagen im Schachen ins Feld. Dort hat man die maximale Dauer bewusst zugeschnitten auf sportliche Nutzer und nicht auf Pendler, die an diesem Ort unerwünscht sind.

Jüngstes und modernstes Autosilo

Aaraus jüngstes und modernstes Autosilo ist das Kasernen-Parking, das im Sommer 2009 eröffnet werden konnte. Es geniesst unter den Benützerinnen und Benützern eine hohe Akzeptanz, ist es doch hell, transparent und von den Dimensionen her bequem anzufahren. «Wir haben sehr gute Rückmeldungen», betont Christoph von Felten, der Geschäftsführer der Aare Parking AG.

Die Anlage strahlt Sicherheit aus, was vor allem bei der weiblichen Kundschaft geschätzt wird. So figurieren unter den rund hundert Dauermietern nicht weniger als 90 Frauen. Für Kurzparkierer stehen rund 150 Felder rund um die Uhr zur Verfügung, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Kasernen-Parking beschränkt sich auf zwei Stunden.

Die Aare Parking AG ist laut Christoph von Felten auch zufrieden mit der Entwicklung der Frequenzen. Die Zahlen liegen über den Erwartungen des Businessplans.

Die Statistik zeigt allerdings, dass die Auslastung je nach Wochentag unterschiedlich ist. «Der Montag ist relativ schwach», sagt von Felten, die Einfahrten steigen dann aber von Dienstag bis Samstag kontinuierlich an, und zwar bis über 900 pro Tag.

Am Samstag wenige Plätze frei

Gut ausgelastet sind die Parkfelder am Donnerstag während des Abendverkaufs. Der schwächste Tag ist der Sonntag mit knapp 200 Einfahrten. Am Samstag hingegen ist ein freier Platz in der Zeit von 10 bis 11 Uhr und zwischen 14 und 16 Uhr nicht garantiert. Dazu stellt die Aare Parking AG auch einzelne «Ausreisser» nach oben fest, etwa am ersten Mittwoch im November am Rüeblimärt oder bei publikumsträchtigen Anlässen im nahen Kultur- und Kongresshaus.

Um 20 Plätze leicht vergrössert wird das Bahnhof-Parking, das gegenwärtig umgebaut respektive saniert wird und voraussichtlich ab Mai wieder zur Verfügung steht. Hier verspricht man sich mit dem neuen Bahnhof höhere Frequenzen und erwartet zusätzliches Potenzial mit den Büros in den Obergeschossen. Das gilt auch für die zweite Einfahrt über die Poststrasse, aber erst ab 2012.