Dauerregen

Aare führt zu viel Wasser für Kraftwerk

Lieg der Durchfluss über 400 Kubikmetern pro Sekunde, generieren die Wassermengen einen sogenannten Wehrüberfall.

Lieg der Durchfluss über 400 Kubikmetern pro Sekunde, generieren die Wassermengen einen sogenannten Wehrüberfall.

Am Montag flossen beim Kraftwerk an der Aare in Aarau ungefähr 700 Kubikmeter pro Sekunde – mehr, als vorgesehen.

Nach mehreren Sturmtiefs wird das Wetter immer noch von feuchter, milder Luft beherrscht. Was sich in den Bergen weiss auftürmt, fällt im Unterland als Regen zu Boden und in die Gewässer. An mehreren Orten im Kanton sind die Flüsse bereits gefährlich hoch angeschwollen und auch in der Region fliesst ein Vielfaches der gewöhnlichen Wassermenge. Beim Kraftwerk der Eniwa AG an der Aare in Aarau fliessen momentan ungefähr 700 Kubikmeter pro Sekunde.

Das ist mehr, als vorgesehen. «Unser Kraftwerk an der Aare ist für einen Wasserdurchfluss von rund 400 Kubikmeter pro Sekunde ausgelegt», sagt Mediensprecherin Sandra Bläuer. Die höheren Wassermengen würden einen sogenannten Wehrüberfall generieren. «Das bedeutet, es ist nicht die gesamte Wassermenge nutzbar.» Doch zu viel Wasser sei für die Produktion von Naturstrom besser als zu wenig. Vor genau einem Jahr herrschte extreme Trockenheit und das Kraftwerk mass einen Durchfluss von zirka 114 Kubikmetern in der Sekunde. Trotz des grossen Durchflusses sei die Situation im Moment jedoch nicht kritisch, sagt Bläuer.

Die Bilder zum Hochwasser im Aargau:

Auch kleinere Bäche und Flüsse führen deutlich mehr Wasser. In der vergangenen Woche hat sich die Abflussmenge des Aabachs bei Lenzburg verdreifacht: Während am 16. Januar noch drei Kubikmeter in der Sekunde gemessen wurde, waren es am Montagnachmittag knapp elf. Tendenz steigend. Das gleiche Bild biete sich bei anderen Messstationen in der Region: Die Suhre führt momentan bei Suhr 20 Kubikmeter in der Sekunde. In Muhen hat sie die Strasse nach Kölliken überschwemmt, diese wurde gestern Morgen gesperrt. Ulrich Hunziker, stellvertretender Leiter des Bauamts Muhen hat vor, die Strasse am Dienstagmorgen wieder zu öffnen. «Bis dann soll es nicht mehr regnen», sagt er. Die Köllikerstrasse ist absichtlich tiefergelegt und wird bei Hochwasser überschwemmt. «Das Wasser fliesst über das Land wieder zurück in die Suhre», sagt Hunziker.

Die Bünz bei Othmarsingen hat ebenfalls um ein Mehrfaches an Volumen gewonnen, von knapp zwei Kubikmetern pro Sekunde vor einer Woche ist sie auf fast das Zehnfache angeschwollen. Nicht ganz so viel mehr, aber trotzdem eine beträchtliche Menge fliesst bei der Uerke in Holziken: Während vor einer Woche noch knapp ein halber Kubikmeter in der Sekunde gemessen wurde, waren es gestern schon mehr als sechseinhalb Kubikmeter. (jgl)

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