Zukunftsraum Aarau

Absage an das Fusionsprojekt: Suhrer Gemeinderat will nicht

Schon hier war die Meinung gespalten: Info-Veranstaltung zum Zukunftsraum Aarau im Zentrum Bärenmatte in Suhr. Diskussion zwischen den zwei Befürwortern Martha Brem und Carlo Lienhard und den beiden Gegnern Beat Woodtli und Martin Saxer.

Schon hier war die Meinung gespalten: Info-Veranstaltung zum Zukunftsraum Aarau im Zentrum Bärenmatte in Suhr. Diskussion zwischen den zwei Befürwortern Martha Brem und Carlo Lienhard und den beiden Gegnern Beat Woodtli und Martin Saxer.

Die Gemeinde Suhr wird an der Landsgemeinde den Antrag stellen, aus dem Fusionsprojekt Zukunftsraum Aarau auszusteigen. Der Souverän soll im Juni entscheiden.

Die Stunde der Wahrheit für das Projekt Zukunftsraum Aarau naht. Im Juni stimmen Aarau (Einwohnerrat) und die Gemeindeversammlungen von Suhr, Oberentfelden, Unterentfelden und Densbüren über die Aushandlung eines Fusionsvertrags ab. Während in den anderen Gemeinden nicht von negativen Anträgen ausgegangen werden musste, ist Suhr nun – nicht ganz unerwartet – ausgeschert: Gestern hat der Gemeinderat mitgeteilt, dass er an der Landsgemeinde den Antrag stellen werde, auf eine weitere Beteiligung am Projekt zu ­verzichten. Der Gemeinderat schlägt der Landsgemeinde also vor, nicht mit den anderen am Projekt beteiligten Gemeinden zu fusionieren, sondern als Gemeinde eigenständig zu bleiben.

Gemeinderat gewichtet Engagement der Suhrer hoch

Zu den Gründen schreibt der Gemeinderat, dass die Fusionsanalyse gezeigt habe, dass eine Fusion zwar möglich, aber auch mit Nachteilen verbunden wäre. «Für die Gemeinde Suhr besteht keine Notwendigkeit, zu fusionieren: Der Gemeinderat ist zum Schluss gekommen, dass die möglichen Vorteile einer Fusion die Aufgabe der Eigenständigkeit nicht rechtfertigen. Die Gemeinde Suhr verfügt über genügend eigene Stärken, um ihre Aufgaben auch in Zukunft eigenständig zu erfüllen», so die Mitteilung.

Das sind die nächsten Schritte beim Zukunftsraum Aarau:

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«Aus Sicht des Gemeinderates überwiegen die Chancen eines eigenständigen Suhrs, vor allem das Engagement der Bevölkerung in den Kommissionen und der Freiwilligenarbeit mit hoher emotionaler Bindung zur Gemeinde Suhr», führt Gemeindepräsident Marco Genoni den Entscheid aus.

Der finanzielle Aspekt – ein Steuerfuss von 97 statt 108 Prozent – sei im Gemeinderat nicht ausschlaggebend gewesen. Viel wichtiger seien die Nähe zu den Bürgern sowie die kurzen Wege in der Verwaltung, zu den politischen Parteien und Gruppierungen. «In Suhr stehen im Juni zwei valable Optionen zur Auswahl und der Gemeinderat will in jedem Fall weiter mit allen engagierten Bürgerinnen und Bürger sowie den anderen Gemeinden zusammenarbeiten», so Genoni.

Suhrer bekommen Infobroschüre Ende März

Ob die Landsgemeinde auf der Wiese beim Schulhaus Dorf wie geplant am 20. Juni stattfinden wird, ist offen. Laut Philippe Woodtli, Geschäftsführer der Gemeinde Suhr, werde nun Ende März zunächst die umfangreiche Infobroschüre zu den Resultaten der Fusionsanalyse an alle Suhrer Haushaltungen verschickt. Ob eine Urnenabstimmung anstelle einer Versammlung durchgeführt und damit auf eine Diskussion im Plenum verzichtet werden kann, ist laut Woodtli noch nicht entschieden und müsste sicher vom Kanton geregelt werden. «Nicht nur für Suhr, sondern für sämtliche Gemeinden.»

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