Küttigen

Anwohner fordern Töffverbot – das antwortet die Aargauer Regierung

Die Brandackerstrasse (bei der Einfahrt Schützenhaus).

Die Brandackerstrasse (bei der Einfahrt Schützenhaus).

Der Küttiger Ruf nach einem Motorradverbot verhallt zwar nicht ungehört. Der Kanton verzichtet aber darauf, beim Bund zu intervenieren.

Es begann mit einer Petition und wurde dann diesen Sommer landesweit zum Thema: Anwohner der Brandackerstrasse in Küttigen forderten ein Töffverbot für die schmale Ortsverbindungsstrasse. Da die Strasse in die Erlinsbacher Gehren der direkteste Weg zwischen Benkerjoch/Staffelegg und Salhöhe/Schafmatt ist, wird sie vor allem bei schönem Wetter intensiv von Motorradfahrern genutzt. Deren lärmige Maschinen stören die Anwohner, die finden, das Mass des Erträglichen sei überschritten.

Die Petition auf www.petition.ch wurde von 220 Personen unterzeichnet, auch von Erlinsbachern. Der Gemeinderat reagierte zunächst mit der Aussage, er werde sich in dieser Sache mit dem Regierungsrat in Verbindung setzen und darum bitten, dass sich dieser auf Bundesebene für eine Verschärfung der Lärmvorschriften für Motorfahrzeuge starkmache.

Die Antwort der Regierung liegt nun vor. «Diese macht deutlich, dass der Regierungsrat die Problematik erkannt hat und dass auch er Handlungsbedarf ausmacht», schreibt der Gemeinderat Küttigen im Dorfblatt. Da auf Bundesebene aber bereits verschiedene parlamentarische Vorstösse eingebracht worden seien– unter anderem durch die Aarauer SP-Nationalrätin Gabriela Suter, die Töffs mit einem Standpegel von über 95 Dezibel verbieten will –, werde der Regierungsrat nicht selbst in Bern aktiv. Er halte aber fest, «dass die Polizeikräfte die verschärfte Problematik erkannt haben und entsprechend mit mehr Kontrollen und konsequenten Sanktionen reagiert haben».

Von einem Motorrad-Fahrverbot auf einzelnen Teilstrecken hält der Küttiger Gemeinderat nichts, das würde das Problem nur verlagern, schreibt er. «Griffige Lösungen können nur auf gesetzlicher Ebene in Bundesbern geschaffen werden. Der Gemeinderat hofft, dass die verschiedenen parlamentarischen Vorstösse in dieser Richtung in absehbarer Zeit wirkungsvolle Ergebnisse bringen.»

Der Gemeinderat weist darauf hin, dass neben der Brandackerstrasse auch die Staffelegg- und die Benkenstrasse als Hotspots von Autoposern und lauten Töffs betroffen seien. Die Problematik habe man bereits anzugehen versucht, etwa mit Plakaten zur Lärm-Sensibilisierung und der Einführung von Tempo 50 ausserorts auf der Brandackerstrasse. Kürzlich wurde dort innerorts in der 30er-Zone geblitzt. Von 97 Fahrzeugen waren 8 zu schnell. Anfang Oktober kam ein 19-Jähriger ausserorts von der Brandackerstrasse ab, das Auto überschlug sich.

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