Buchs

Auch in neuen Händen soll die «Burestube» ein Gasthof bleiben

Am Freitag wurde die Bilanz der Burestube Gastro AG deponiert.

Am Freitag wurde die Bilanz der Burestube Gastro AG deponiert.

Die Liegenschafts-Besitzerin will das konkursite Restaurant wieder zur Pacht ausschreiben. Die ehemaligen Pächter sehen einen Grund des Konkurses in der mangelnden Unterstützung der Buchserinnen und Buchser.

Am Samstag hat sich Doris Kasper zweimal überlegt, ob sie abends wirklich ans Jahreskonzert der Harmoniemusik Buchs gehen soll. Nur Stunden zuvor war bekannt geworden, dass das Restaurant Burestube Konkurs gemacht hat. Das Restaurant, in dem Kasper bis 2014 über 40 Jahre selber gewirtet hatte und dessen Liegenschaft sie seither an Gastrounternehmer Fritz J. Bader verpachtete. Sie habe befürchtet, den halben Konzertabend lang Fragen beantworten zu müssen, erzählt Kasper der AZ. Sie ging trotzdem.

Die dringendste Frage, die die Buchser umtreibt: Was macht die Familie Kasper nun mit der Liegenschaft an der Bachstrasse; kommt wieder ein Restaurant hinein? «Ja, das ist das Ziel», sagt Doris Kasper, deren Grossmutter schon in der «Burestube» wirtete. «Aber im Moment können wir nichts machen. Sobald das Konkursamt das Restaurant freigibt, werden wir prüfen, ob etwas in Stand gestellt werden muss. Und dann wird es voraussichtlich wieder zur Pacht ausgeschrieben. Das passiert wahrscheinlich aber nicht mehr dieses Jahr.»

Ein eigenes Comeback in der Gaststube schliesst Doris Kasper, die 2014 62-jährig aus gesundheitlichen Gründen kürzergetreten war, aus. Sie sei zwar wieder fit, aber auch nicht jünger geworden. Lieber möchte sie eine nachhaltige Pächter-Lösung mit frischen Kräften: «Wir stehen aber gerne mit Rat und Tat zur Seite.»

Für die Familie Kasper war die abrupte Restaurantschliessung keine Überraschung. «Wir wussten schon seit zwei, drei Wochen, dass es wohl auf einen Konkurs hinauslaufen würde – aber nicht wann», sagt Doris Kasper. Fragt man sie nach den Gründen, ist die frühere Wirtin lange still. Schlecht reden will sie nicht. Vielleicht, sagt sie dann, sei es einfach etwas zu viel Veränderung gewesen für die Buchser. Viele Einheimische hatten gegenüber der AZ ausgedrückt, es sei halt «ohne Doris» nicht mehr dasselbe. Auch für sie selber sei der Abschied vom Wirten sehr schwierig gewesen, blickt Kaspar zurück.

«Von der Bevölkerung zu wenig goutiert»

«Eigentlich scheiterten wir an der Tradition.» Das schreibt der Pächter, Fritz J. Bader, auf Anfrage. «Man könnte lang über Wenn und Aber diskutieren. Es war ein schmerzlicher Entscheid. Wegen der ‹Burestube› in die ich mich am ersten Tag verliebt habe. Aber vor allem wegen des tollen Teams mit der Geschäftsführerin Samira, die bis zum bitteren Ende alles für die ‹Burestube› und ihre Gäste gegeben haben.» Leider, schreibt Bader weiter, sei dieser Einsatz «von der Bevölkerung zu wenig goutiert» worden.

«Man spricht immer von Tradition», so der Pächter. «Aber Tradition ohne Veränderung stirbt. Man ist sich erst bewusst, was man verliert, wenn es zu spät ist. So wird das traditionelle Beizensterben weiter gehen.» Er hoffe, dass alle Mitarbeitenden schnell wieder eine Anstellung fänden und er wolle ihnen sowie den Gästen danken, die die «Burestube» bis zum Schluss unterstützt hätten.

Zu Baders Unternehmen «Fritz Gastrokultur» gehören noch drei andere Lokale, das «Lungomare» in Olten sowie die «Brasserie fédérale» und der «Egge14» in Solothurn. Sie sind vom Konkurs der «Burestube Gastro AG» nicht betroffen, wie eine Anfrage der «Solothurner Zeitung» ergeben hat. Alle Restaurants werden separat als Aktiengesellschaften geführt.

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