Aarau
Auch «Reto und Reto» wollen in den Buchser Gemeinderat

Wird das der spannendste Wahlkampf in der Region? Nachdem die EVP und die SVP bekannt gegeben haben, dass sie ihre Sitze im Gemeinderat Buchs auch für die kommende Amtsperiode verteidigen wollen (AZ von gestern), treten nun zwei weitere Kandidaten an die Öffentlichkeit.

Nadja Rohner
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Wollen beide in den Buchser Gemeinderat: Reto Bianchi (links) und Reto Fischer.

Wollen beide in den Buchser Gemeinderat: Reto Bianchi (links) und Reto Fischer.

ZVG/Montage_AZ

Es sind die Einwohnerräte Reto Bianchi (55, GLP) und Reto Fischer (50, parteilos). Die Namensvettern haben ihre Kandidatur abgesprochen. Während Fischer selber entscheiden kann, muss Bianchi von seiner Partei noch formell nominiert werden. Angesichts der Tatsache, dass sich die Grünliberalen zum Ziel gesetzt hatten, mehr Sitze in Exekutiven zu er­reichen, dürfte die Nomination ihres einzigen Einwohnerrats allerdings nur Formsache sein.

Sowohl Bianchi als auch ­Fischer wurden per 2018 in den Einwohnerrat gewählt. Fischer errang damals im Alleingang gleich zwei Sitze und durfte einen vergeben. Beide waren 2020 vergeblich zu Grossratswahlen angetreten. Während Fischer mit seiner Ein-Mann-Liste einen Achtungserfolg verbuchen konnte, blieb Bianchi eher im Mittelfeld.

Sie wünschen sich noch eine Frauenkandidatur

Bianchi, gelernter Koch und studierter Sozialpädagoge, arbeitet als Jugendarbeiter und Sozialdiakon bei der Reformierten Kirche Aarau, ist verheiratet, vierfacher Vater und Feuerwehr-Instruktor. Er sass bereits im Kreisschulrat Buchs-Rohr und verpasste 2017 und 2020 die Wahl in den neuen Kreisschulrat Aarau-Buchs.

Reto Fischer, Journalist und Lehrer, wohnt seit 2013 in Buchs, hat aber wie Bianchi auch enge Verbindungen zu Aarau. Er ist seit kurzem Präsident der Kulturkommission und hat Ämtli in verschiedensten Organisationen, unter anderem im OK der Gewerbeausstellung Buga. Fischer und seine Partnerin haben zwei Pflegekinder.

Damit gibt es für die Gesamterneuerungswahlen im September nun sieben Kandidaten für fünf Gemeinderatssitze. Neben den Bisherigen Urs Affolter (Ammann, FDP), Anton Kleiber (FDP) und Tony Süess (CVP) kandidieren auch die Einwohnerräte Samuel Hasler (SVP) und Joel Blunier (EVP).

Reto Fischer sagt, es sei ihm und Bianchi wichtig, dass die Stimmbürger eine Auswahl hätten. Und: Er wünsche sich, dass noch mindestens eine Frau kandidiere, nachdem bisher nur Männer Interesse bekunden.

Entscheidend wird nun sein, ob die Grünen und vor allem die SP noch Kandidaturen bringen. Die SP, einst stärkste Buchser Partei, hatte vor vier Jahren vergeblich versucht, mit Dimitri Spiess gegen fünf Bisherige in den Gemeinderat zu gelangen. Die Suche nach Kandidierenden läuft noch. Nicht zur Verfügung steht Fraktionschefin Tatjana Lambrinoudakis. Das Amt würde sie interessieren, sagt sie, es liesse sich aber momentan nicht mit ihrem Arbeitspensum als Projektleiterin beim Kanton vereinbaren.

Auch bei den Grünen ist noch nichts spruchreif. Einwohnerrat Werner Schenker meint allerdings vielsagend: «Änderungen in der Zusammensetzung des Gemeinderates sind dringend nötig.»