Suhr

Auf dem Huggler-Areal sollen gleich 138 neue Wohnungen aufs Mal entstehen

Nach Jahren der Verzögerung liegt in Suhr das Baugesuch für die Überbauung des Huggler-Areals auf.

Die Geschichte dieses Bauvorhabens ist geprägt von Verzö- gerung und Aufschub. Das immer noch als Huggler-Areal – heute heisst es Citywerk Suhr – bekannte Stück Industriegebiet zwischen Suhre und Mühleweg wartet schon seit Jahren auf seine Transformation. Jetzt ist etwas Entscheidendes geschehen, die Profile auf dem Grundstück deuten es an: Das Baugesuch für die Arealüberbauung «Parkresidenz Mühle» liegt auf.

Drei verschiedene Gesuche sind es, ein Rückbaugesuch für das gesamte Areal, ein Sanierungsgesuch für die Mühle, und die dickste Mappe ist das Bau­gesuch für die Neubauten. In zwei Etappen sollen die Gebäude auf dem Areal abgebrochen werden. Zuerst der nördliche Teil und dann der südliche Komplex. Bleiben darf einzig das Herzstück, die Mühle, mit einer Geschichte bis ins Mittelalter.

Der rückseitig liegende Anbau wird ebenfalls verschwinden. Die Sanierung der Mühle allein soll gemäss Baugesuch fast drei Millionen Franken – 2'954'000 – kosten. Auf den drei Geschossen sollen insgesamt vier Wohnungen entstehen, eine 1-Zimmer-Wohnung, eine 3-Zimmer- Wohnung und in den oberen beiden Geschossen je eine 5-ZimmerWohnung. Von aussen erhält die Mühle gemäss Visualisierung ein frischeres Erscheinungsbild. Innen werden diverse Wände abgebrochen oder neu gebaut.

Alte Mühle bleibt als einziges Gebäude erhalten

Die Mühle mit ihrem Rundbogen als südlichem Dachabschluss – ein typisches Architekturmerkmal für den Berner Aargau – wird zukünftig stark mit ihrer Umgebung kontrastieren. Schon länger wurde bekannt, dass auf dem Areal zehn neue Mehrfamilienhäuser gebaut werden sollen.

Daran hält das Baugesuch fest. Die Neubauten mit quadratischem Grundriss sind schnörkellos und in regelmässigen Abständen auf dem ganzen Gebiet verteilt, die Eingänge nach Süden. In den vier bis sechs Geschossen hohen Gebäuden entstehen insgesamt 138 Wohnungen; ein neuer Dorfteil an der Suhre.

Neben fünf 1-Zimmer-Wohnungen und fünf 5-Zimmer-Attikawohnungen befinden sich die meisten Wohnungen grössenmässig dazwischen: 41 2-Zimmer-Wohnungen, 46 3-Zimmer-Wohnungen und 41 4-Zimmer-Wohnungen. Die Bruttogeschossfläche der «Parkresidenz Mühle» beträgt 17'430,59 Quadratmeter, bei einer Landfläche von 18'234 Quadratmetern ergibt sich eine Ausnützungsziffer von 0,96.

Die Differenzen der Eigentümer sind beigelegt

Die Kosten für die Überbauung «Parkresidenz Mühle» ohne Land werden im Baugesuch mit insgesamt 71'653'228 Franken angegeben. Bauherrschaft hat die Citywerk Baugesellschaft im zürcherischen Elsau, sie scheint zur Eulach Bau & Verwaltung zu gehören.

Deren Geschäftsführer ist Architekt Theodor Huguenin. 2006 hat er mit einem anderen Eigentümer das Areal gekauft. Schon 2015 lag ein Baugesuch vor, das jedoch aufgrund der fehlenden Unterschrift des Miteigentümers nicht aufgelegt werden konnte. Damals sagte Huguenin, das Schiedsverfahren sei eine längere Sache.

Wo so viele Menschen wohnen, braucht es Parkplätze. Zwei Tiefgaragen sind vorgesehen. Die Rampen führen jeweils am nördlichen und südlichen Ende des Areals auf den Mühleweg. Unterirdisch sollen so 189 Parkplätze entstehen, 123 in der einen und 63 in der anderen Garage. Dazu kommen 46 Abstellplätze für Besucher. Für Velos gibt es 220 oberirdische und 210 unterirdische Abstellplätze. Ganz im Norden des Areals soll ein Spielplatz entstehen, um die alte Mühle sowie im Süden gibt es einen Splittplatz.

Aufgrund der Lage des Areals an der Suhre und der damit nachgewiesenen Hochwassergefährdung musste dem Baugesuch ein Hochwasserschutznachweis beigelegt werden. Eine Analyse hat ergeben, dass besonders im nördlichen Teil des Areals Massnahmen nötig sein werden, um die Gebäude vor den Fluten eines 30- oder 100-jährlichen Ereignisses zu schützen.

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