Aarau

Aus heiterem Himmel: Kantonsspital liebäugelt nun mit einem Neubau

Der Neubau des Hauptgebäudes käme auf dem blau markierten Feld zu liegen. Oben: Haus 5; Mitte Haus 35; unten Häuser 10 und 11. In der Bildmitte das heutige Haus 1.

Der Neubau des Hauptgebäudes käme auf dem blau markierten Feld zu liegen. Oben: Haus 5; Mitte Haus 35; unten Häuser 10 und 11. In der Bildmitte das heutige Haus 1.

Eine Machbarkeitsstudie zum Anbau Ost/West stellt die bisherigen Kantonsspital-Pläne wieder infrage.

Die Nachricht kommt aus heiterem Himmel: «Das Kantonsspital Aarau prüft derzeit ein Baufeld innerhalb des Spitalareals als Standort für einen Neubau.» Das liess die Medienstelle des Kantonsspitals (KSA) heute verlauten. Die Idee gehe zurück auf eine Machbarkeitsstudie zur geplanten Erweiterung des Hauptgebäudes, heisst es in der Medienmitteilung.

Die angesprochene Erweiterung des Hauses 1 nach Osten und Westen ist Teil des 2014 entwickelten Masterplans. Dieser rechnete mit Investitionen von insgesamt 700 bis 800 Mio. Franken und sah diverse An-, Um- und Neubauten vor. Ein Teil davon wurde in der ersten Etappe bereits realisiert, so etwa das Neurozentrum an der Herzogstrasse. Zur vom Verwaltungsrat abgesegneten ersten Etappe gehört auch der geplante Neubau auf dem Grundstück des früheren Restaurants «Bavaria», wo verschiedene Labordisziplinen zusammengefasst werden sollen. Der grosse Brocken der zweiten Etappe (2018 – 2023) sollten die beiden Anbauten ans Hauptgebäude sein. Damit wurde die frühere Idee eines riesigen zentralen Neubaus begraben.

Eine Frage der Wirtschaftlichkeit

Nun könnte alles noch einmal anders herauskommen. Die Machbarkeitsstudie hat offenbar an den Tag gebracht, dass «die Basis für eine wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung des KSA nur über die Errichtung eines Ersatzneubaus für das Haus 1 geschaffen werden kann». Kantonsspital-CEO Robert Rhiner ist überzeugt: «Ein zentralisierter Neubau beinhaltet die Chance, betriebliche Abläufe zu optimieren und dadurch die Effizienz der Betriebsorganisation zu steigern und auf die Zukunft auszurichten.» Zwar erfordere ein Neubau möglicherweise höhere Investitionen, doch die so realisierbaren effizienteren Strukturen würden langfristig zu einer Kostenreduktion führen.

Um Klarheit zu schaffen, sollen nun interne und externe Baufachexperten die Machbarkeit der Variante Neubau prüfen. Ist sie machbar und vor allem finanzierbar, bestätigt auf Anfrage KSA-Mediensprecherin Andrea Rüegg, ist Etappe 2 des Masterplans vom Tisch. Mit den Ergebnissen der Abklärungen, schätzt Rüegg, sei realistischerweise «noch in diesem Jahr» zu rechnen, was wohl heissen dürfte: gegen Ende 2017 . Für eine grundsätzliche Information zum jetzigen Zeitpunkt, so die KSA-Mediensprecherin weiter, habe man sich entschlossen, weil in der aktuellen Planungsphase eine grosse Zahl von Experten mit dem Ganzen befasst sei.

Verlegung nach Osten

Eine geeignete Fläche für den Neubau des Hauptgebäudes hätte das KSA nach Angaben von Sergio Baumann, Leiter des Betriebs, schon gefunden: «Im Perimeter um das Haus 35.» Auf der unmittelbar östlich des heutigen Hauptgebäudes gelegenen Fläche befinden sich Gebäude, deren Abriss bereits beschlossene Sache ist (Haus 5) oder die mit einem Provisorium verhältnismässig einfach zu ersetzen sind (Häuser 10 und 11). Weichen müssten dem Neubau, wie Andrea Rüegg klar macht, ausschliesslich Gebäude, die nicht mit Patienten belegt sind. In Haus 5 beispielsweise sind hauptsächlich Büros untergebracht. Im Haus 10 befindet sich das Personalrestaurant «Le Clou». Haus 11 wird von der Anästhesie für Sprechstunden genutzt. Verschoben werden müsste laut Andrea Rüegg auch der Kinderspielplatz.

Über die weiteren Projektschritte will das KSA «zum gegebenen Zeitpunkt informieren». Sollten die Experten in Bezug auf die neue Variante zu einem positiven Schluss kommen, soll der mögliche Neubau in einem Gesamtleisterwettbewerb ausgeschrieben werden.

Autor

Ueli Wild

Ueli Wild

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