Westaargau

Badis haben bis zu einem Drittel weniger Gäste – nun hoffen sie auf einen guten Saison-Abschluss

Am Sonntag gehört die Badi Schöftland den Vierbeinern: Saisonabschluss ist das Hundeschwimmen.

Am Sonntag gehört die Badi Schöftland den Vierbeinern: Saisonabschluss ist das Hundeschwimmen.

Die Badis leiden unter einer verkürzten Saison und einem schlechten Juni. Zum Schluss wird es aber noch mal heiss.

Zum Ende der Badi-Saison wird’s noch einmal sommerlich: Auf bis zu dreissig Grad soll das Thermometer diese Woche zeitweise klettern. Dazu kommt viel Sonnenschein. Die Betreiber der Freibäder in der Region freut’s. Sie hatten in diesem Jahr wegen Corona teilweise bis zu dreissig Prozent weniger Einnahmen.

So etwa die Badi Rupperswil-­Auenstein. Statt Ende April öffnete das Freibad nach dem Lockdown am 6. Juni. «Ausserdem hatten wir kaum Spitzentage», sagt Bademeister Georges Hächler. Nur an einem Tag waren mehr als tausend Gäste im Freibad. Theoretisch hätten 600 gleichzeitig in die Badi gedurft. «Diese Zahl haben wir nie erreicht», so Georges Hächler. ­Theoretisch könnte sich dies noch ändern. Das Freibad ist noch bis und mit Sonntag offen.

Auch die Badi im Aarauer Schachen spürt die Auswirkungen des Lockdowns und den Folgen der Pandemie. Das Freibad verkaufte bis Ende August deutlich weniger Eintritte als in den Vorjahren. Waren es von 2017 bis 2019 im Durchschnitt rund 114'000 Eintritte, so sind es in diesem Jahr nur etwas über 80'000. Ein Drittel weniger. Im Gegensatz zu diesem Jahr liefen die vergangenen beiden dank Turnfest und Hitze allerdings besonders gut.

Im Juni waren viele Leute noch zurückhaltend

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Schöftland. Rund ein Viertel weniger spülten die Besucher laut Betriebsleiter Roger Thut heuer in die Kasse. «Wir hatten im Schnitt weniger als tausend Gäste pro Tag», so Roger Thut. In normalen Jahren seien es an Spitzentagen jeweils bis zu 1500. Der Bademeister hofft nun auf eine gute Abschlusswoche. Bis und mit Samstag bieten die Schwimmbecken für menschliche Badegäste eine Möglichkeit zur Abkühlung. Saisonabschluss ist das Hundeschwimmen am Sonntag.

Auch in Möriken-Wildegg, Menziken und Suhr-Buchs-Gränichen, wo die genauen Zahlen zur laufenden Saison noch fehlen, kamen weniger Gäste als in anderen Jahren. Nebst den Ausfällen im Mai waren die Einnahmen vielerorts insbesondere im Juni tiefer als sonst. «Zu Beginn waren die Gäste noch zurückhaltend», sagt Daniel Hürzeler, Bademeister in Möriken-Wildegg. Vor allem ältere Gäste seien weggeblieben. Hinzu kam das durchzogene Juniwetter.

Maximalgrenze wurde nur vereinzelt erreicht

Um die Abstandsregeln einhalten zu können, durfte zu Saisonbeginn auf Weisung des Bundes nur ein Gast pro zehn Quadratmetern in die Badi und ins Becken. In Lenzburg war die Maximalgrenze bei 950 Besuchern gleichzeitig. «Dies haben wir an zwei Tagen erreicht», sagt Bademeister Christof Hübscher. Er rechnet dieses Jahr mit rund 15 Prozent weniger Einnahmen als 2019, wobei das Vorjahr eher gut gelaufen sei. «Die Saison lief besser als erwartet», sagt er. Das Schwimmbad bleibt deshalb ausserplanmässig bis Mittwoch geöffnet. Geplant war vergangener Sonntag.

Wie in Lenzburg erreichten auch alle anderen angefragten Schwimmbäder die Maximalbelegung – wenn überhaupt – nur an vereinzelten Tagen. Umkehren oder vor der Badi warten mussten die wenigsten. Einige Freibäder wie Aarau oder Suhr-Buchs-Gränichen schalten die Besucherzahlen inklusive freier Plätze live auf der Website hoch.

Weniger Gäste bedeutet für die Schwimmbäder aber nicht weniger Arbeit – im Gegenteil. «Die Reinigungsaufwände sind massiv höher», sagt Regina Wenk vom Werkhof Aarau. Nebst den Einlasskärtchen werden in Aarau regelmässig die Geländer und Handläufe desinfiziert. Zu diesem Zweck stellte das Freibad temporär zusätzliches Personal ein. «Zurzeit arbeitet eine Reinigungskraft mehr als in anderen Jahren», so die Werkhofchefin.

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