Aarau
Befürchteter Grossaufmarsch blieb aus – die Angefressenen feierten den Maienzug-Vorabend im Garten

Nadja Rohner, Katja Schlegel
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Rathausgasse um Mitternacht
43 Bilder
Tolle Abendstimmung in der Altstadt.
Ecke Rathausgasse/Kronengasse: Hier wäre normalerweise Rambazamba am Vorabend.
...
So präsentierte sich die Altstadt am Maienzugvorabend.
So präsentierte sich die Altstadt am Maienzugvorabend.
Die Schwanbar an der Aare, wo um jede Gruppe ein 2-Meter-Radius auf dem Boden eingezeichnet war.
Zwei Kontrolleurinnen waren unterwegs.
Einzelne Jugendliche wagten beim "Summertime" einen Sprung in die Aare.
Eine Gruppe Jugendlicher brätelte und trank bei der Feuerstelle am Stauwehr der Aare.
Die Schwanbar an der Aare, wo um jede Gruppe ein 2-Meter-Radius auf dem Boden eingezeichnet war.
..Die Schwanbar an der Aare, wo um jede Gruppe ein 2-Meter-Radius auf dem Boden eingezeichnet war.
Die Schwanbar an der Aare, wo um jede Gruppe ein 2-Meter-Radius auf dem Boden eingezeichnet war.
Partystimmung für 200 Leute mit AZton im «Weinberg».
Menschenleere Strassen: ein ungewohntes Bild am Maienzug-Vorabend.
Der Ansturm ist ausgeblieben.
Die Restaurants sind gut besucht...
... und die Corona-Regeln werden eingehalten.
Freiwillige der Kadettenmusik Aarau auf Hausbesuch.
Kränzeln am Vorabend: Karen Twehues, Sina Peter und Corinne Wieser.
Der eigentliche Maienzug fällt dieses Jahr coronabedingt aus - dafür werden 41 statt der üblichen 25 Brunnen von Freiwilligen „Blumenfrauen“ mit Blumen geschmückt.
Der Haldenbrunnen wurde von Heidi Hess, Ursula Stähli, Ursula Gantner und Maki Kohrsandi geschmückt.
Ein Meer aus Nelken im Haldenbrunnen.
Die oberste Blumenfrau, Sandra Hess, hatte die letzten Wochen viel zu tun.
Der Fischlibrunnen wurde von Hanna Knoblauch und Melanie Schwarz, Floristinnen bei Von Arx Blumen, geschmückt.
Es ist das erste Mal, dass die Aarauer Blumenläden ebenfalls einen Brunnen schmücken durften.
Barfuss gehts am einfachsten, kühl ist es auch.
Den Amtshausbrunnen schmücken Heidi Burri, Brigitte Federspiel und Monika Schwarz (v.l.).
Heidi Burri steckt die letzten Blumen fest.
Brigitte Federspiel bindet die Girlande fest.
Monika Schwarz sagt: "Das Brunnenschmücken ist mit viel Lachen verbunden."
Der Brunnen im Schultheissenhöfli.
Sibylle Hunziker Eichenberger und Tochter Anouk Eichenberger schmücken schon über zehn Jahre lang gemeinsam Brunnen.
"Die Vorfreude beginnt mit dem Schmücken der Brunnen", sagt Sibylle Hunziker Eichenberger.
Ursula Baumann ist seit 30 Jahren Blumenfrau, Tochter Ines Pfister seit 20.
Sonnenblumen und Zierlauch gehören zum Zollrainbrunnen dazu.
Wo gearbeitet wird, fallen Späne.
Der Gerechtigkeitsbrunnen, einer der meistfotografierten Brunnen überhaupt.
Der Gerechtigkeitsbrunnen in seiner ganzen Pracht.
Der Brunnen in der Milchgasse: Hier lebte 1980 die Tradition des Brunnenschmückens wieder auf.
Detailaufnahme vom Brunnen im Schultheissenhöfli.
Der Brunnen auf der Herzbergstrasse, geschmückt von Bettina Seifert, Silvia Bergamin und Magdalena Osepyan.
Den Brunnen der Zurlindeninsel schmücken Svenja Gujer und Andrea Burkhalter von der "Alten Stadtgärtnerei".

Rathausgasse um Mitternacht

Urs Helbling

«Alles unter Kontrolle», konstatiert Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker um 21.30 Uhr. Sie sind nicht gekommen, die Heimweh-Aarauer und Festfreudigen aus dem halben Kanton. Es ist ein Maienzug-Vorabend, wie ihn der Stadtrat wollte: Ganz zahm, im überschaubaren Rahmen.

Der Abend ist sogar so gewöhnlich, dass die Leute die Güselsäcke an den Strassenrand stellen. Wer Party wollte, musste sich irgendwo anmelden oder reservieren, coronakonform eben. «Heute ist Vorabend, aber nur für Aarauer», sagt eine Frau vor dem «Brotkorb», und sie hat recht: Es hat mehr Leute auf den Gassen als an einem normalen Wochenende, aber niemals das Gedränge eines normalen Vorabends mit 30'000 Leuten. Bloss der Bus, der durch die Altstadt pflügt, wirkt noch etwas absurder als sonst, und man beneidet die Fahrer nicht.

Wer auf der Gasse unterwegs ist, der ist auch nicht ausschliesslich des Vorabends wegen da. Ein Grosselternpaar aus Zürich passt auf den Enkel auf, Arbeitskolleginnen sind unterwegs zum Feierabend-Apéro, andere auf dem Weg zur Grillparty bei Freunden. Eine Gruppe Mountainbiker gönnt sich am Zollrain ein Bier, verschwitzt und verdreckt, im Trikot statt im Hemd.

Ein bisschen Vorabend gibt es in der Goldern. Hier feiert eine Gruppe besonders angefressener Maienzügler. Im Garten. Mit Freunden, Bier und Essen. Und mit dem Zapfenstreich. Ein Jahr ohne Maienzug ist für die Gruppe nicht in Frage gekommen. Also haben sie die Kadettenmusik angefragt. Und eine Handvoll Freiwilliger ist gekommen: Zwei Tambouren und vier Blechbläser stehen im Gras und spielen, es hallt von den Goldernhochhäu­sern, so laut, dass die Nachbarskinder gwundrig anschleichen.