Fünf Jahre ist es her, seit die Aarauer Bahnhofstrasse umgestaltet und neu gegliedert wurde. Die Busspur auf der Kantonsstrasse kam weg (und wurde durch eine «virtuelle» Busspur ersetzt), stattdessen gab es Velowege und einen Mehrzweckstreifen in die Mitte, über dessen Tauglichkeit noch heute tout Aarau gerne diskutiert.

Klar war jedoch schon von Beginn an: Es ist ein Testbetrieb. Die definitive Umsetzung, entsprechend dem städtischen Entwicklungsleitbild, werde wahrscheinlich 2018 stattfinden, hiess es anno 2014 vonseiten des Kantons. Bis dahin wolle man Erfahrungen mit dem neuen Verkehrsregime sammeln. Im Juni 2017 sagte der zuständige Vizestadtpräsident Werner Schib, er gehe davon aus, «dass noch dieses Jahr Pflöcke eingeschlagen werden». Seither hat man – abgesehen von gelegentlichen politischen Rufen nach Tempo 30 – nichts mehr gehört. Wo steht das Projekt?

Offenbar nicht dort, wo es sollte. Laut Simone Britschgi, Mediensprecherin beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt, ist man im Gespräch mit der Stadt Aarau. «Die Anforderungen an das Projekt sind hoch und es ist aufgrund seiner Lage komplex», erklärt sie. Derzeit liege noch kein ausgearbeitetes Projekt vor und dementsprechend auch kein Terminplan für die Umsetzung.

Das dürfte bedeuten: Es dauert noch mehrere Jahre, bis sich an der Bahnhofstrasse etwas tut. Das definitive Projekt ist noch weit weg, und dann braucht es zuerst eine Baubewilligung. Bekanntlich gehen grosse Bauprojekte in Aarau selten ohne Einsprachen über die Bühne.

Der Posten «Bahnhofstrasse/Aargauerplatz, Definitivum» steht auch im neusten Aarauer Investitionsplan, der diese Woche veröffentlicht wurde, zu finden. Man rechnet mit 1,5 Mio. Franken bis 2023 – der dekretgemässe Anteil der Stadt. Für 2020 sind 50'000 Franken eingestellt, für 2021 100'000 Franken, für 2022 600'000 Franken und 700'000 Franken für 2023.

Eines der Hauptprobleme der Bahnhofstrasse ist der Fussgängerstreifen beim "McDonald's". Dieser hat keine Ampel. Der Fussgängerstrom wird nicht gebündelt; die einzelnen Fussgänger halten also jedes Mal den Verkehr auf, weil sie am Fussgängerstreifen Vortritt haben. Dies ist oft einer der Gründe für lange Rückstaus.