Gränichen
Beim Altersheim Schiffländi kommt der Strom vom Dach

Seit Ende September kommt der Strom des Alterszentrums Schiffländi in Gränichen vom Dach. Dort oben, ausgerichtet nach Süden, befinden sich auf 400 Quadratmetern 240 Panels einer Photovoltaikanlage.

Heidi Hess
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Ruedi Widmer (rechts) dankt Rosalia und Toni Neier für ihren Beitrag an die Photovoltaikanlage auf dem Alterszentrum Schiffländi in Gränichen. HHS

Ruedi Widmer (rechts) dankt Rosalia und Toni Neier für ihren Beitrag an die Photovoltaikanlage auf dem Alterszentrum Schiffländi in Gränichen. HHS

Das Solarkraftwerk liefert jährlich rund 55'000 Kilowattstunden (kWh) Solarstrom. Das würde reichen für den Bedarf von zirka zehn Haushaltungen. Im Alterszentrum deckt diese Menge immerhin 13 Prozent des Strombedarfs.

Am Donnerstag wurde die Photovoltaikanlage eingeweiht. Ruedi Widmer, Präsident des Stiftungsrates der Stiftung Schiffländi, bedankte sich bei der Einweihung ganz besonders beim Ehepaar Rosalia und Toni Neier. Diese beiden nämlich standen am Ursprung der Anlage. Es war Toni Neier denn auch ein Anliegen vor den Gästen zu erklären, er sei ein kompletter Gegner von Atomstrom. «Deshalb», sagte er, «dachten meine Frau und ich, wenn niemand etwas macht, dann ändert sich auch nichts.»

Neiers Idee stiess auf Anklang

Neiers handelten. Im Frühling 2011, noch vor der Katastrophe in Fukushima, meldeten sie sich bei Gemeinderat Rolf Arber und beim Stiftungsratspräsidenten Widmer. Sie teilten den beiden mit, dass sie 200000 Franken für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Alterszentrums spenden möchten. Man setzte sich mit Oliver Löffler, dem Betriebsleiter der Technischen Betriebe Gränichen (TBG), in Verbindung. Auch dort gefiel Neiers Idee. So gut sogar, dass die TBG die Fläche gleich auf eigene Kosten verdoppeln wollte, wobei sie allerdings für die selbe Fläche nur noch die Hälfte bezahlte, weil die spezifischen Kosten bei grösseren Anlagen sinken.

Die Betriebskommission technische Betriebe und der Gemeinderat gaben grünes Licht und nach Erteilung der Baubewilligung sowie rund zweimonatiger Lieferfrist – den Auftrag erhielt die Firma Kabeltechnik Swiss AG aus Schinznach-Dorf – war die Photovoltaikanlage nach knapp vier Wochen installiert. Seit dem 27. September wird der Gleichstrom aus der Anlage mittels Wechselrichtern unter dem Dach in Wechselstrom umgewandelt und anschliessend direkt ins Stromnetz gespeist.

Strom an jedem sonnigen Tag

«Lautlos und unermüdlich wird die Anlage 25 Jahre lang auf dem Dach des Alterszentrums an jedem sonnigen Tag Strom produzieren», sagt Oliver Löffler. Um 11 Uhr an diesem Einweihungstag im Dezember, waren es bei ungünstigem Lichteinfall und einer Sonne hinter Wolkenschleiern immer noch 25 Prozent der maximal möglichen Stromproduktion. Bis 11 Uhr hatte die Anlage an diesem Tag bereits den Strombedarf für ein Einfamilienhaus ins Netz eingespeist. Nicht zuletzt werden dank des Solarkraftwerkes auf dem Dach des Alterszentrums in Gränichen jährlich insgesamt 48,5 Tonnen weniger CO2 produziert.

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