Noch herrscht in Biberstein freie Fahrt auf der Kantonsstrasse. Doch damit ist es sehr bald und für sehr lange Zeit vorbei: Aufgrund der umfassenden Strassensanierung wird Biberstein etwa anderthalb Jahre lang nicht mehr ampelfrei sein. Der Bauperimeter zieht sich praktisch durchs ganze Dorf. Am Montag nach Auffahrt geht es los, und zwar gleich mit der «kritischen Phase», wie es Ammann Willy Wenger ausdrückt. Denn gleich zu Beginn wird ein Abschnitt im Dorfzentrum, ab der Abzweigung nach Rohr bis zur Abzweigung Buhalde, für zehn Wochen (bis 10. 8.) komplett gesperrt (Gehwegverbindung bleibt).

Eine Umleitung via Eichgasse – Hintere Dorfstrasse (Einbahn) respektive Ob den Reben – Juraweidstrasse existiert zwar, ist aber aufgrund der engen Verhältnisse schwierig, zu befahren. Es ist deshalb geplant, dass während der ersten Tage zu Stosszeiten ein Verkehrsdienst im Einsatz stehen wird. Kurz: Wer die Kantonsstrasse durch Biberstein gerne als Ausweichroute zwischen Erlinsbach/Küttigen und Auenstein verwendet, fährt besser andernorts durch. Ammann Willy Wenger betont: «Bis zum Ende dieser ersten Bauphase Mitte August ist Biberstein ganz sicher kein Durchfahrtsdorf.» Überhaupt: «Biberstein sollte aufgrund der engen Strassenverhältnisse grundsätzlich nie als Durchfahrtsort benutzt werden.»

Der Belag auf der Kantonsstrasse ist teilweise über 30 Jahre alt, 1994 wurde die letzte Oberflächenbehandlung gemacht. «Es ist nun einfach an der Zeit, die Strasse zu sanieren», sagt Wenger. «Sie ist ein einem schlechten Zustand.» Die Bushaltestellen werden behindertengerecht gemacht; es gibt teilweise Fahrbahnhaltestellen. Im Bereich des Fussweges «Gheld» (Schulweg) wird auf der Kantonsstrasse eine Insel erstellt.

«Riesenbrocken für Biberstein»

Die Strassensanierung durch den Kanton muss die Gemeinde dekretsgemäss mit 2,2 Mio. Franken mitfinanzieren. Weitere rund 1,5 Mio. Franken fliessen in die Erneuerungen von Wasser-/Abwasserleitungen und die Beleuchtung, welche die Gemeinde als kommunales Projekt auf eigene Kosten umsetzt. «Das ist insgesamt ein Riesenbrocken für Biberstein», so der Ammann. Und eine logistische Herausforderung, besonders während der Vollsperrung.

Der Umweg und die Baustellen werden auch ihn stören , prognostiziert Willy Wenger, der im östlichen Dorfteil wohnt. «Aber es geht nicht anders.» Aufgrund der sehr engen Platzverhältnisse sei eine nur halbseitige Sperrung im Bereich des Schlosses nicht praktikabel. «Immerhin konnten wir uns mit dem Kanton als Bauherrn dahingehend einigen, dass die Hälfte der Vollsperrung in die Sommerferien fällt.» Die Gehwegverbindungen werden während der ganzen Bauzeit aufrechterhalten.  

Shuttlebus trotz hohen Kosten

Immerhin konnte eine Lösung für den Bus gefunden werden. Denn während der zehnwöchigen Sperre hätten die Bushaltestellen «Dorf» und «Ihegi» wegfallen sollen, der Bus kehrt schon beim Schulhaus um. «Aber dagegen haben wir uns gewehrt», sagt Wenger. «Es gibt in diesem Einzugsgebiet viele Menschen, die auf den Bus angewiesen sind – unter anderem auch ältere Personen. Es ist nicht zumutbar, dass sie ihre Einkäufe durchs ganze Dorf tragen müssen.» Nun wird ein Shuttle-Bus eingerichtet, der klein genug ist, um die Ausweichroute über den Hang zu befahren und die Leute zur Haltestelle an der Aarauerstrasse zu bringen, wo der Linienbus wartet. Der Shuttle fährt im Halbstundentakt von 6 bis 19 Uhr, am Samstag bis 17 Uhr, sonntags gar nicht. Dieser Service kostet Gemeinde und Kanton viel Geld, rund 100'000 Franken, «aber das ist es uns wert», so Wenger.

Auswirkungen auf Betriebe

Im Perimeter der Vollsperrung liegen die Restaurants «La Pergola» und «Jägerstübli» sowie der Schlossladen der Stiftung Schloss Biberstein. Letzterer ist deshalb vom 15. 7. bis 4. 8. nur jeweils zwei Stunden pro Tag offen (16.30 bis 18.30 Uhr); und das auch nur, weil sich die Postagentur im Laden befindet. Die Schlossbäckerei ist ganz geschlossen.