Seit 2013 können Mountainbiker in Auenstein legal einige Pfade abseits der Waldstrassen benutzen. Die Gemeinde hatte damals nach einem lange dauernden Projekt «Gislibike» vier kurze Verbindungspfade und zwei längere bewilligt. Sonst haben sich im Auensteiner Wald unter der Gisliflue auch hier die Mountainbiker an die Waldstrassen zu halten, wie es das Gesetz besagt.

Doch das tun viele nicht. Wie überall in der Schweiz. Die Mountainbiker fahren wohl auf den Waldstrassen hoch, doch dann suchen sich die Sportler knifflige Pfade zum Runtersausen.

Der Auensteiner Gemeinderat Ernst Joho zog im April dieses Jahres gegenüber der az denn auch eine gemischte Bilanz: «Die Vernünftigen benutzen die freigegebenen Routen, aber leider gibt es immer noch Biker, die sich an keine Regeln halten und ihre eigenen Bikewege benutzen.»

Weg aus der Illegalität

Dennoch will jetzt auch die Nachbargemeinde Biberstein versuchen, die Mountainbiker an der Gisliflue zu kanalisieren. Denn gerade ab dem Grat der Gisliflue beim Punkt «Gatter» führen heute verschiedene sogenannte «Singletrails» nach Biberstein hinunter. Sie sind alle illegal. Auch Wanderwege dürfen eigentlich nicht befahren werden.

Franz Widmer, selbst Biker, hat das Projekt eines legalen Mountainbike-Pfades angepackt, nachdem die Bürgerliche Vereinigung Biberstein (BVB) die Einwohner 2013 dazu aufgerufen hatte, Ideen und Projekte für die Allgemeinheit einzureichen. Zusammen mit dem Präsident des Bikeklubs Aarau, Thomas Hächler, der in Aarau SP-Einwohnerrat ist, hat er nun eine Baueingabe gemacht.

«Es ist ein Problem, weil der Sport nicht legal ausgeübt werden kann», sagt Widmer, «deshalb wollte ich etwas machen und die Situation verbessern.» Er wolle damit zeigen, dass die Biker bereit sind, selber Lösungen zu suchen.

Der geplante Pfad soll neu angelegt werden und so attraktiv gemacht werden, dass er die Biker von den übrigen Trails weglockt. Einen bestehenden Trail wollen die Initianten nicht übernehmen, weil diese entweder das Naturschutzgebiet tangieren, in dem Wanderweg verlaufen, oder durch Zonen führen, wo das Wild besonders gestört wird. Baumaterialen sollen dafür kaum verwendet werden, Bäume werden keine gefällt.

Gelbe Markierungen an den Bäumen, Schilder und eine Infotafel beim «Gatter» sollen auf den Biketrail hinweisen und die Sportler aufklären. Im letzten Jahr haben die Vertreter von Forst, Jagd, Natur- und Vogelschutz sowie der Gemeinderat die vorgeschlagene Strecke begutachtet. «Mit unserem Pfad können wir den Ansprüchen aller Interessensgruppen und der Biker gerecht werden», hofft Franz Widmer.

Trail ist durchgehend

Warum soll der Trail besser funktionieren als in Auenstein? «Jener in Auenstein ist kein durchgehender Trail, sondern besteht aus Einzelstücken», sagt Widmer, «es hat sich gezeigt, dass viele Biker dazwischen auf illegale Pfade ausweichen oder den Einstieg zum nächsten Trail-Stück nicht finden.»

In Biberstein ist der Trail deshalb so angelegt, dass er in einer Tour befahren werden kann. Unterhalten würde er in den nächsten fünf Jahren vom Mountain-Bike-Club Aarau. Das Baugesuch lag noch bis gestern Montag auf.

Unbekannte installieren in Gränichen Biker-Fallen: