Kolumne

Blöder Glühwein – in der Aarauer Altstadt mit Dara Masi

Dara Masi: «Dieses Jahr wurde meine Abstinenz vom ersten Aarauer Weihnachtsmarkt zerstört.»

Dara Masi: «Dieses Jahr wurde meine Abstinenz vom ersten Aarauer Weihnachtsmarkt zerstört.»

Dara Masi ist Co-Moderatorin der Morgenshow von Radio Argovia. Die 24-Jährige ist aufgewachsen in Suhr, wohnt jetzt in Aarau – in ihrer Kolumne schreibt sie über schwierige Detox-Versuche in der Vorweihnachtszeit.

Es ist ja wirklich traurig, was man nicht alles tut, um auf das grosse Fest vorbereitet zu sein. Also ich habe da so meine Taktik entwickelt für die Vorweihnachtszeit.

Weil ich weiss dass bei uns an Weihnachten etwa eineinhalb Wochen nonstop durchgegessen und getrunken wird, versuche ich jeweils, vorher ein wenig zu detoxen. Sprich: kein Alkohol, gesundes Essen und ein bisschen mehr Sport als üblich. Einfach, damit man dann mit einem etwas weniger schlechtem Gewissen zuschlagen kann.

Aber dieses Jahr wurde meine Abstinenz vom ersten Aarauer Weihnachtsmarkt zerstört.
Glühwein ahoi! Logisch war ich da. Und was wäre so ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein, Holdrio, Kafi Luz, Glühwein mit Schuss und dergleichen? Und während ich den dritten Amaretto-Glühwein bestelle, bereue ich es ein wenig, weil ich die Kopfschmerzen vom kommenden Morgen irgendwie schon spüren kann.

Es ist ja nicht so, als hätte ich noch nie einen Kater gehabt. Mit genügend Wasser und einem Alka-Seltzer überstehe ich das normalerweise ganz gut. Aber Abende mit diesen fiesen, warmen, alkoholhaltigen Getränken sind bei mir noch nie gut ausgegangen. Man braucht ja auch ständig Nachschub, weil irgendetwas muss einem in dieser Saukälte doch die Hände und das Herz wärmen.

Ausserdem haben sich die Aarauerinnen und Aarauer das ganze Glühwein-Weihnachtsmarkt-Ding schon clever ausgedacht. Denn zeitgleich ist an diesem Abend auch noch Night Shopping angesagt und das fühlt sich nach dem dritten Becher intus einfach nur toll und hemmungslos an.

Am nächsten Morgen muss ich meinen Schädel nicht einmal vom Kopfkissen anheben, um zu merken, dass er ziemlich heftig brummt. Das einzige, was von gestern Abend übrig bleibt, ist eine wahnsinnig überteuerte Markensonnenbrille, die ich ja unbedingt haben musste. Jetzt, im Winter...

Ich fühle mich dehydriert und bin froh, dass es draussen aus Kübeln giesst und ich nichts vorhabe, ausser ein Date mit Netflix und einer Fertigpizza. Detoxvorbereitungen vor Weihnachten gibt es dann nächstes Jahr wieder.

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