Buchs

Brisante Fragen: Wird mit dem Zukunftraum alles anders in der Schule?

Wird mit dem Zukunftsraum in der Buchser Schule alles anders?

Nach der jüngsten Entwicklung im Fusionsprojekt fordern mehrere Buchser Einwohnerräte Antworten.

Im Mai 2017 sagte die Buchser Stimmbevölkerung mit einer hauchdünnen Mehrheit von 21 Stimmen Ja zur neuen Kreisschule Aarau-Buchs – als Nachfolgelösung der Kreisschule Buchs-Rohr. Ein klares Nein gab es hingegen am 10. Februar dieses Jahres zur Frage, ob Buchs dem Fusionsprojekt «Zukunftsraum» wieder beitreten soll.

Dass diese Konstellation – Fusion im Schulbereich, der einen grossen Teil des Gemeindebudgets ausmacht, aber keine Fusion auf gemeindepolitischer Ebene – Konfliktpotenzial bietet, war klar. Nun tauchen die ersten Probleme auf. Mehr noch: In Buchs fühlen sich derzeit nicht wenige politische Akteure vor den Kopf gestossen.

Auslöser ist eine Mitteilung der Projektsteuerungsgruppe des «Zukunftsraum Aarau». Diese gab am 25. September bekannt: Wenn es zu Fusionen in einem grösseren Perimeter als bloss Aarau-Densbüren kommt, wird die Kreisschule Aarau-Buchs abgeschafft und die Schule wieder in die Verwaltung integriert. Die Buchser könnten sich dann per Schulvertrag einbringen, hätten aber im Gegensatz zum heutigen Schulverbandsmodell quasi nichts mehr zu sagen.

Abschaffung der Kleinklassen stoppen?

In Buchs kam das gar nicht gut an. Einwohnerrat Reto Fischer (parteilos) schrieb in einem Leserbrief, das sei «ein ganz schlechter Witz». Einwohnerrätin Barbara Fäh (Grüne) sagte auf Facebook, sie sei «konsterniert». Und jetzt gibt es den ersten politischen Vorstoss in der Sache – in Form eines überparteilichen Postulats.

Es ist unterzeichnet von Thomas Meier (SP, Erstunterzeichner), Reto Fischer und Barbara Fäh sowie Christine Knüsel-Bachofer (CVP), Reto Bianchi (GLP) und Joel Blunier (EVP). Letzterer ist aktuell Präsident des Kreisschulrats Aarau-Buchs.

In ihrem Postulat fordern die Einwohnerräte eine «Auslegeordnung» des Gemeinderats zum drohenden Ende der Kreisschule. Unter anderem zum Thema Schulraumplanung – denn noch immer ist unklar, wo die Kreisschulpflege ein neues Oberstufenzentrum bauen will. Infrage kommen sowohl die Suhrenmatte Buchs als auch ein Standort in Aarau. «Die Kosten für eine Erweiterung einer Schulanlage sind erheblich und beeinflussen den Investitionsplan unserer Gemeinde bedeutend», heisst es im Postulat.

Und weiter: «Die Kreisschulpflege hat gegen den Willen eines grossen Teils der Buchser Lehrpersonen die Einführung der integrativen Schule beschlossen. Es ist deshalb zu beurteilen, ob die Einführung der integrativen Schule wie geplant sinnvoll ist, wenn in der Folge die Kreisschule aufgelöst werden soll.» Die alte Kreisschule Buchs-Rohr war eine separative Schule (Kleinklassen).

Auch die ins Rollen gekommene Neuorganisation der schulergänzenden Kinderbetreuung sehen die Postulanten infrage gestellt. Dies, weil unklar ist, ob sich Buchs bei einem Schulvertrag mit dem fusionierten Gross-Aarau auf die Oberstufe beschränken würde (analog Biberstein und Küttigen), oder ob auch die Primarschule betroffen wäre.

«Es ist deshalb zu beurteilen, ob die Erkenntnisse, die im Rahmen des Projekts Neuorganisation der schulergänzenden Kinderbetreuung gewonnen werden, für Buchs nutzbar sind, wenn die Kreisschule Aarau-Buchs aufgelöst und Buchs eine eigenständige Vorschul- und Primarstufe führen würde», heisst es im Postulat. Wann der Gemeinderat detailliert dazu Stellung nehmen wird, ist noch offen.

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