Buchs
Züglete: Ins neue Schulhaus Risiacher zieht Leben ein – wir haben uns schon mal umgesehen

Für insgesamt rund 19 Millionen Franken hat Buchs ein neues Primarschulhaus gebaut, weil das alte marode war. Nun läuft der Umzug. Nach den Herbstferien dürfen die Kinder einziehen. Die AZ durfte mit Thomas Merkofer, Leiter Infrastruktur, auf einen Rundgang.

Nadja Rohner
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Ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss, drei Obergeschosse – viel Beton, Holz, Glas und Licht. Das ist das neue Schulhaus Risiacher in Buchs. Dahinter sieht man gerade noch das Alte.

Ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss, drei Obergeschosse – viel Beton, Holz, Glas und Licht. Das ist das neue Schulhaus Risiacher in Buchs. Dahinter sieht man gerade noch das Alte.

Valentin Hehli

Eigentlich hätte das neue Buchser Schulhaus Risiacher schon im Juli fertig sein sollen. Dann wären für den Umzug schier endlose fünf Wochen zur Verfügung gestanden. Aber wegen der schlechten Witterung und coronabedingter Störungen der Lieferketten geriet der Bau einige Wochen in Verzug. So bleiben jetzt nur zwei Wochen Herbstferien, um das neue Schulhaus einzurichten und das ganze Schulmaterial aus dem alten Risiacher in den Neubau zu zügeln.

Deshalb dauern Thomas Merkofers Arbeitstage aktuell deutlich länger als sonst. Er ist Leiter Infrastruktur der Kreisschule Aarau-Buchs und hat sein Büro temporär in die Schulküche des Neubaus verlegt, damit er vor Ort ist.

Thomas Merkofer, Leiter Infrastruktur der Kreisschule Aarau-Buchs.

Thomas Merkofer, Leiter Infrastruktur der Kreisschule Aarau-Buchs.

Valentin Hehli

Pfifferling heisst das Projekt des Generalunternehmens Anliker und des Architekturbüros Konstrukt Luzern, das (als günstigster Beitrag) den Gesamtleistungswettbewerb gewonnen hatte. Die Stimmbürger bewilligten 2019 den Kredit (18,85 Mio. Franken) mit über 71 Prozent Ja, obwohl der Neubau einer der Hauptgründe für die vom Kanton befohlene Steuererhöhung von 100 auf 108 Prozent gewesen war.

Einsprachen gegen den Bau gab es keine, der offizielle Spatenstich war im August 2020. Der Kreisschulrat bewilligte 1,21 Mio. Franken für die Erstausstattung von 16 Klassenzimmern, 8 Gruppenräume und 20 Zusatzräume (Fachzimmer), darunter ein Mehrzweckraum für bis zu 150 Personen.

Blick in die Aula.

Blick in die Aula.

Valentin Hehli

Und nun ist das Schulhaus fertig. Es ist ein schöner Bau geworden. Vierstöckig, schlicht, von den goldfarbenen Akzenten an der Fassade abgesehen. Im Innern dominieren grauer Sichtbeton, Eichenholz, gedämpfte Farben an den Schränken. Viel Glas, viel Licht, grosszügige Räume.

So sehen die Vorräume vor den Schulzimmern aus. Die Balkone sind für die Schülerinnen und Schüler zugänglich.

So sehen die Vorräume vor den Schulzimmern aus. Die Balkone sind für die Schülerinnen und Schüler zugänglich.

Valentin Hehli

Im Erdgeschoss befinden sich Aula, Schulküche, Instrumentenzimmer (das Musikzimmer ist im UG). Im ersten Obergeschoss sind vor allem Büroräume und Fachzimmer.

Nigelnagelneue Werkbänke.

Nigelnagelneue Werkbänke.

Valentin Hehli

Im zweiten und dritten die Klassenzimmer: immer zwei nebeneinander, dazwischen jeweils ein Gruppenraum, alles durch Türen verbindbar. Vor den Klassenzimmern ein grosser Mehrzweckraum mit Garderoben und Ausgang auf die Balkone. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Thomas Merkofer.

Die Lehrpersonen entscheiden selber, welche Tischanordnung sie möchten. Dank Rädchen sind die Pulte (alles Einzelpulte, die auch stehend genutzt werden können) verschiebbar.

Die Lehrpersonen entscheiden selber, welche Tischanordnung sie möchten. Dank Rädchen sind die Pulte (alles Einzelpulte, die auch stehend genutzt werden können) verschiebbar.

Valentin Hehli

Die Schulmöbel – 3500 Stück – werden aktuell auf die Klassenzimmer verteilt. Die Einzelpulte lassen sich im Sinne des «bewegten Lernens» zu Stehpulten umwandeln und dank Rädern einfach verschieben. Alles Lehrplan-21-kompatibel. Die Möbel sind alle neu. «Die alten waren teilweise 40 Jahre alt und nicht mehr zu gebrauchen», erklärt Merkofer. Mit dem, was noch neuer und nutzbar sei, habe man vier Schulzimmer im Alten Schulhaus im Dorfzentrum eingerichtet, ein Klassensatz bleibt als Reserve im Risiacher.

Dass das neue Schulhaus dank Glaselementen immer wieder überraschende Ein- und Durchblicke gewährt, ist eine Besonderheit des Baus.

Dass das neue Schulhaus dank Glaselementen immer wieder überraschende Ein- und Durchblicke gewährt, ist eine Besonderheit des Baus.

Valentin Hehli

Donnerstag und Freitag werden die Kartonschachteln mit dem Schulmaterial der Lehrpersonen gezügelt, etwa 1000 Stück. Bald ist alles bereit für fast 40 Lehrpersonen, 13 Klassen, rund 280 Schülerinnen und Schüler. Diese erwartet in den ersten zwei Tagen nach den Herbstferien ein Spezialprogramm, wo sie unter anderem das neue Schulhaus spielerisch kennen lernen. Danach geht der Unterricht los.

Eine der besten Aussichten der Region hat man sicherlich aus den oberen Risiacher-Stockwerken.

Eine der besten Aussichten der Region hat man sicherlich aus den oberen Risiacher-Stockwerken.

Valentin Hehli

Sie werden durch die riesigen Fensterfronten auf drei Seiten fantastische Ausblicke geniessen können. Richtung Osten nicht. Da steht noch fast Fassade an Fassade das alte Schulhaus.

Der Altbau steht unmittelbar östlich des Neubaus. Er wird nun komplett abgerissen.

Der Altbau steht unmittelbar östlich des Neubaus. Er wird nun komplett abgerissen.

Valentin Hehli

Erst 1968 wurde es gebaut, eigentlich noch kein Alter. Aber es ist in einem baulich schlechten Zustand. Das Dach rinnt schon lange, ein Notdach hat die letzten Jahre das Schlimmste verhindert. Eine Sanierung oder Erweiterung – ein Grund für den Neubau war auch der dringende Bedarf an mehr Schulraum – sei «weder wirtschaftlich sinnvoll noch machbar», hatte es von Seiten der Planer geheissen. Ein Teil des alten Gebäudes wurde schon abgerissen, der Rest bis vor den Herbstferien noch genutzt.

Ein kleiner Rundgang durch das neue Schulhaus.

Nadja Rohner

Sobald die Züglete vorbei ist, Endet die Ära des alten Risiacher-Schulhauses. Bis Ende Dezember soll es ganz weg sein. An seiner Stelle entstehen unter anderem ein Amphitheater und ein Pflanzenlehrpfad. An Stelle der aus Versehen während der Bauarbeiten gefällten Pausenplatz-Linde werden drei neue Bäume gepflanzt. Im Frühling 2022 soll die umfangreiche Umgebungsgestaltung dann fertig sein.

Das Lehrerzimmer im neuen Schulhaus.

Das Lehrerzimmer im neuen Schulhaus.

Valentin Hehli

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