Verbrecherbande

Buchser Instrumentenbauer war auf Reisen, als die Einbrecher zuschlugen

Thomas Inderbinen erfuhr vom Einbruch auf einer Reise in Asien.

Thomas Inderbinen erfuhr vom Einbruch auf einer Reise in Asien.

Zum zweiten Mal ist beim Instrumentenbauer Inderbinen in Buchs eingebrochen worden. Er war gerade unterwegs im Fernen Osten, als die Einbrecher sein Atelier ausraubten. Der Betroffene erzählt, worauf es die Diebe abgesehen haben.

Die Nachricht hat Thomas Inderbinen im Fernen Osten erreicht: In seinem Blasmusikatelier an der Aarauerstrasse in Buchs ist Donnerstagnacht eingebrochen worden. Bereits zum zweiten Mal dieses Jahr. Wieder wurden Trompeten, Saxofone und Klarinetten, insgesamt 41 Stück, gestohlen, alles Markenprodukte. Der Wert der teuren Instrumente dürfte weit über 100 000 Franken betragen. Darunter sind nämlich auch drei Bariton-Saxofone, die gut und gern 10 000 Franken das Stück kosten.

Beim ersten Einbruch im März, der noch immer nicht aufgeklärt ist, drangen die Einbrecher durch eine Werkstatttüre ein, diesmal wuchteten sie mit zwei Pickeln eine massive Haupteingangstür auf. Damals klauten die Täter 30 Saxofone und 6 Trompeten im Wert von 200 000 Franken und richteten einen Sachschaden von 5000 Franken an. Diesmal schätzt die Polizei den Sachschaden auf 1500 Franken.

Mit Robbie Williams auf Tournee

Thomas Inderbinen war letzte Woche mit fünf Berufskollegen auf einer Reise in Taiwan. Solche Reisen organisiere der kleine Verband der Instrumentenbauer alle zwei Jahre. Sie besuchen jeweils Produzenten von Blasinstrumenten, die sie auch in ihren Geschäften führen.

Thomas Inderbinen ist wohl der Renommierteste unter ihnen. Seine Instrumente spielen Jazzgrössen wie Candy Dulfer, Glenn Ferris oder James Morrison. Und auch die Bläsersection, welche Robbie Williams letztes Jahr auf der Tournee begleitete, liess ihre Instrumente bei Inderbinen bauen. Doch an solchen Spitzen-Instrumenten zeigten die Einbrecher auch diesmal kein Interesse. Seine Instrumente sind zu speziell, als dass sie auf dem Markt einfach abgesetzt werden könnten. Auch die Instrumente, welche Kunden zur Reparatur gebracht hatten, wurden gemieden. «Zum Glück», meint Inderbinen.

Die Einbrecher wussten genau, was sie wollten. «Aus der Ausstellung mit um die 40 Trompeten pickten sie nur jene der Marke Bach heraus», berichtet Thomas Inderbinen am Telefon im Hongkonger Hotel, wo er nach der Reise mit den Kollegen ferienhalber abgestiegen ist. Bei den Saxofonen musste es die Marke Selmer sein, bei den Klarinetten die Marke Buffet. «Das sind alles Top-Marken im oberen Preissegment», erklärt Inderbinen. Er ist sich sicher, dass die Einbrecherbande logistisch bis hin zum Vertrieb durchorganisiert ist. «So viele Instrumente verkauft man nicht unter der Hand.»

Auch Berufskollegen betroffen

Von den Räubern ist nicht nur Thomas Interbinen heimgesucht worden. Auch Berufskollegen von ihm seien beraubt worden, zum Teil ebenfalls bereits zweimal. Thomas Inderbinen berichtet von einem Musikatelier in Willisau, das zweimal geplündert wurde. Noch vor dem Einbruch bei ihm im Frühling war ein Musikgeschäft in Ilanz beraubt worden. Auch in das «Blaswerk» in Kreuzlingen sei zweimal eingedrungen worden, einmal im Frühling und dann noch einmal im Sommer. Thomas Inderbinen schätzt die Zahl der Instrumente, die bei diesen Einbrüchen insgesamt gestohlen wurden, auf 200 bis 250.

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