Theater
Bühnen-Krimi in Gränichen: Putzfrau mit «Zürischnurre» macht Kommissar Konkurrenz

Die Gränicher Theatergruppe Improvisorisch führt «Katharina die Kühne» auf. Mittendrin ist Eva Tschanz, Pflegefachfrau aus Uster, die die vorwitzige Putzfrau spielt. «Ich kann beim Theaterspielen eine andere Seite ausleben», sagt sie. Eine Theaterprobe sei wie Ferien vom Alltag, «sehr befreiend».

Peter Weingartner (Text und Foto)
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«Katharina die Kühne» (Eva Tschanz) und Kommissar Heiri Koller.

«Katharina die Kühne» (Eva Tschanz) und Kommissar Heiri Koller.

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«Sie göisset so schön; machen wirs noch einmal», sagt Co-Regisseurin Barbara Marti an einer der letzten Proben der Gränicher Theatergruppe Improvisorisch. Und wer da so schön schreit, als sie überfallen und eines Tschooppen-Knopfes beraubt wird, ist Eva Tschanz, im Stück Katharina Pfister. Sie gibt dem Dreiakter der Namen: «Katharina die Kühne».

Der Philipp-Maloney-Jingle, wenn das Licht im Saal ausgeht, ist ein klares Zeichen: Hier wird ein Krimi gespielt. Und die vorwitzige Putzfrau Katharina Pfister macht darin dem ermittelnden Kommissar Heiri Koller Konkurrenz. Dass die beiden eine gemeinsame jugendlich-amouröse Vergangenheit verbindet, trägt zur Gaudi des Publikums bei.

Wie einst Ursula Schaeppi

«Wir haben erst nach der Stückwahl gemerkt, dass Ursula Schaeppi und Walter Andreas Müller dieses Stück gespielt haben», sagt Barbara Marti. Erst, nachdem Eva Tschanz die Rolle hatte, in der Schaeppi in Hans Gmürs Dialektfassung des Stücks von Jack Popplewell brilliert hat. Vorsehung? Eva Tschanz spielt die Putzfrau mit «Zürischnurre» im Originaldialekt, ist sie doch Zürcher Oberländerin. Das passt.

«Eigentlich bin ich gar nicht so», sagt Eva Tschanz. Weder besonders neugierig, noch vorwitzig, wunderfitzig. Sie arbeitet als Pflegefachfrau in Uster, und da kämen solche Eigenschaften nicht gut an. «Ich kann beim Theaterspielen eine andere Seite ausleben», sagt sie. Eine Theaterprobe sei wie Ferien vom Alltag, «sehr befreiend». Man vergesse alles andere, sagt sie: «Ich fühle mich wohl in der Rolle, und das macht Freude.»

Motive haben viele

Eine Leiche im Büro des Unternehmers Lukas O. Manz lanciert das Stück. Katharina Pfister entdeckt sie: Es ist der Chef. Doch als der behäbige Kommissar, begleitet vom etwas trotteligen Polizisten, eintrifft, ist die Leiche verschwunden. Man erfährt von Affären; Mord-Motive haben etliche Leute in diesem Betrieb. Ists gar die eifersüchtige Ehefrau des Chefs, obwohl sie sich ihrerseits schadlos hält? Die «Manz-tolle» Sekretärin? Der Buchhalter? Oder halluziniert die Raumpflegerin?

«Ihr habt vieles weggelassen, dafür anderes hinzugedichtet», sagt die Souffleuse. Lachen. Es herrscht eine fröhliche Stimmung. «Auf morgen lernt ihr den Text richtig», mahnt Barbara Marti. Sonst müssen die Reservedaten aktiviert werden.

Als Manz, der Totgeglaubte, frischfröhlich zur Tür hereintritt, kommt Frau Pfister in Nöte. Sie hat ihn doch gesehen, mit einem Messer im Rücken! Und die Blutspuren auf dem Hocker. Der Kriminalfall ist gerettet, als auf der Liebegg ein Toter gefunden wird. Der letzte Akt bringt die Auflösung in einem Stück, das die Zuschauer «mitpfistern» lässt und mit Wortwitz und Situationskomik trefflich unterhält.

Premiere am 21. April

Premiere ist am Freitag, 21. April, 20 Uhr in der Aula der Primarschule Gränichen. Weitere Aufführungen gibt es am Samstag, 22., Freitag, 28. und Samstag, 29. April, jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 30. April um 14 Uhr. Reservationen unter reservation@improvisorisch.ch oder Telefon 079 650 02 48.

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