Gemeindeversammlungen

Corona verzögert Zukunftsraum: Unterentfelden streicht die Gmeind – Oberentfelden nicht

Die Gemeindeversammlung von Oberentfelden soll weiterhin stattfinden. (Archivbild)

Die Gemeindeversammlung von Oberentfelden soll weiterhin stattfinden. (Archivbild)

In Unterentfelden ist die Gemeindeversammlung abgesagt. Dort wird nun an der Urne abgestimmt. Oberentfelden bleibt dagegen beim geplanten Versammlungstermin.

Die Schlagzeile lautete schon im März ziemlich ähnlich: Wegen Corona musste die ausserordentliche Gemeindeversammlung zum Zukunftsraum in Unterentfelden schon zweimal verschoben werden. Nach den jüngsten Ansteckungen in der Primarschule zieht der Gemeinderat nun die Konsequenzen: An einer Sitzung am Montagabend entschied dieser kurzfristig, die Gmeind von heute Mittwoch abzusagen. Kurz stand noch die Möglichkeit im Raum, den Termin erneut zu verschieben. Gestern Dienstag aber gab der Unterentfelder Gemeindeammann Heinz Lüscher auf Anfrage bekannt, dass kein erneuter Ersatztermin angestrebt wird.

Unterentfelden wird damit wie Suhr an der Urne über die Ausarbeitung eines Fusionsvertrags mit Aarau und den umliegenden Gemeinden entscheiden. Abgestimmt wird am 18. Oktober zusammen mit den kantonalen Erneuerungswahlen. Die anderen Geschäfte, die an der Gmeind traktandiert gewesen wären – Rechnung und Rechenschaftsbericht 2019 sowie zwei Kreditabrechnungen – werden an der kommenden regulären Gemeindeversammlung am 26. November vorgelegt.

Entscheid in Oberentfelden könnte einen Einfluss haben

Bisher hatten Unter- und Oberentfelden bei allen Entscheiden zum Zukunftsraum stets gleichzeitig abgestimmt. Dieses Mal gehen die Gemeinden unterschiedliche Wege: Oberentfelden bleibt beim ursprünglichen Termin und wird die Gemeindeversammlung heute Abend wie geplant durchführen. «Für uns ändert sich nichts», sagt Gemeindeammann Markus Bircher. «Wir sind nicht betroffen vom Coronafall in Unterentfelden, in Oberentfelden muss niemand deswegen in Quarantäne.» Dass beide Entfelden nicht mehr zur selben Zeit entscheiden, sieht er nicht als Nachteil. «Aber es ist so, dass Unterentfelden von unserem Entscheid beeinflusst werden könnte.»

Da sich beide Gemeinden nicht mehr bedingen, sieht auch Heinz Lüscher kein Problem darin, dass sie nicht gleichzeitig abstimmen. Zuvor hätten Ober- und Unterentfelden gemeinsam einer Fusion mit Aarau zustimmen müssen. Seit Anfang Jahr gilt diese Regel nicht mehr. Es wäre also möglich, dass Oberentfelden heute Abend beim Projekt Zukunftsraum dranbleibt, Unterentfelden im Oktober aber aussteigt. Bis dann werden die vier anderen Gemeinden ihre Entscheide bereits getroffen haben: Der Aarauer Einwohnerrat sagte letzte Woche «Ja», dort werden derzeit aber Unterschriften gesammelt für ein Volksreferendum. Densbüren stimmt ab an der Gmeind am 16. September und Suhr an der Urne am 27. September.

In Unterentfelden keine Infoanlässe wie in Suhr

Damit trotz fehlender Gemeindeversammlung eine Diskussion im Plenum stattfinden kann, gibt es in Suhr diesen Samstag und am Montag, 14. September, je eine Informationsveranstaltung zum Zukunftsraum. Unterentfelden hingegen verzichtet auf solche Anlässe. Mit den letzten Infoabenden in der Turnhalle Bünten sei die Bevölkerung bereits genügend informiert worden, sagt Heinz Lüscher. Die Unterlagen für die Urnenabstimmung werden den Stimmberechtigten in den nächsten Wochen zugestellt.

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