Aarau
Dank eines Merkblatts soll es nach Grossanlässen weniger Güsel-Berge geben

Nach Grossveranstaltungen türmt sich der Abfall – und das Entsorgen kostet. Abhilfe schaffen soll ein Merkblatt, das der Stadtrat derzeit erarbeiten lässt.

Katja Schlegel
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KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Die Abfallberge, die bei Grossveranstaltungen wie beispielsweise dem Maienzugvorabend oder «Musig i de Altstadt» anfallen, sind gewaltig. Und die Entsorgung kostet, 1200 Franken beispielsweise mussten für die zehn Tonnen Abfall nach dem Maienzugvorabend berappt werden.

Diesen Abfallbergen und den hohen Auslagen hat SP-Einwoherrätin Silvia Dell’Aquila den Kampf angesagt. Nach einem vergeblichen Anlauf, das Abfallreglement dahingehend zu ergänzen, dass Veranstalter an Grossanlässen Mehrwegbecher verwenden sollen, wollte Dell’Aquila nun vom Stadtrat wissen, was er zur Reduktion der Abfallberge zu tun gedenke.

Silvia Dell’Aquila Sie betreibt die Plattform «We love Aarau». Die Soziologin ist Regionalleiterin VPOD . Sie ist SP-Einwohnerrrätin.

Silvia Dell’Aquila Sie betreibt die Plattform «We love Aarau». Die Soziologin ist Regionalleiterin VPOD . Sie ist SP-Einwohnerrrätin.

AZ

Auch der Stadtrat hat zum Ziel, den Abfall zu reduzieren, wie er nun in seiner Antwort schreibt. Dazu lässt er derzeit beim städtischen Werkhof ein Merkblatt erarbeiten. Mit diesem Merkblatt sollen die Abfallkonzepte der Grossveranstalter so gesteuert werden, dass Abfälle konsequenter getrennt gesammelt und recycelt werden können, so der Stadtrat.

Dieses Merkblatt liege als Entwurf vor, müsse aber noch mit der Umweltfachstelle des Stadtbauamtes, der Kommunikationsstelle der Stadtkanzlei und der Stadtpolizei besprochen und redigiert werden. Auflagen bei Bewilligungsverfahren zur Reduktion der Abfallmenge habe man bislang aber keine gemacht. «Auch ein Abfallkonzept wird nicht einfach die Abfallmenge reduzieren, sondern primär eine gewisse Trennung der einzelnen Abfallsorten ermöglichen», schreibt der Stadtrat. Zumindest hierfür sollen aber künftig verpflichtende Vorgaben gemacht werden.

Sicherheit hat Priorität

Wie der Stadtrat schreibt, hätten im Vorfeld der Grossanlässe 2016 Gespräche mit den Veranstaltern stattgefunden, anlässlich derer man auf die Abfallproblematik aufmerksam gemacht hatte. Doch hier stehe die Sicherheit an erster Stelle: Mehr Abfalleimer bedeuten weniger Platz, was für die festgelegten Fluchtwege ein Problem darstellen könnte. So sei aber angedacht, in der Altstadt die bestehenden Abfallhaie mit dem kleinen Fassungsvermögen abzudecken und punktuell grössere Behälter aufzustellen.

Auf die Frage Dell’Aquilas, welches Ziel sich der Stadtrat in Bezug auf die Reduktion der Entsorgungskosten gesetzt habe, schreibt dieser: «Rund 75 Prozent der Abfallkosten für Grossanlässe werden den Veranstaltern in Rechnung gestellt. Bei städtischen Anlässen wie Maienzug und Bachfischet, welche Kulturgut und jährlich wiederkehrend sind, wird heute schon mit vermehrtem Trennsystem-Konzept gearbeitet.»

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