«Mein Telli – wo ich alles finde» steht auf der provisorischen Wand. Sie verbirgt die grosse leere Verkaufsfläche im Telli-Zentrum, die das Kleidergeschäft «Vögele» und der «Vögele Shoes» direkt daneben hinterlassen haben.

Im März 2018 waren die beiden Geschäfte das letzte Mal offen – seither lief nichts mehr. Noch länger leer steht das Bistro auf der anderen Seite des Einkaufszentrums. Die Coop Genossenschaft, welche die ganze Liegenschaft vor einem Jahr (per 1. Februar 2018) von der Pensionskasse BVK gekauft hat, tut sich offenbar schwer damit, Nachfolgelösungen zu finden.

Als diese Zeitung Anfang Februar 2018, kurz nach dem Handwechsel, bei Coop anfragte, was mit den leerstehenden Flächen geschehen soll, hiess es: «Dazu laufen aktuell Verhandlungen. Weitere Angaben können wir deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen.» Heute sagt Markus Eugster, Leiter Kommunikation der Region Nordwestschweiz-Zentralschweiz-Zürich bei Coop: «Wir stehen derzeit mit verschiedenen Formaten im Gespräch. Grundsätzlich streben wir eine baldige Vermietung der freien Flächen an.»

«H&M» wird nicht grösser

Bestätigt ist, dass im letzten Sommer mit «H&M» Gespräche geführt wurden. Der schwedische Modegigant betreibt bereits eine Filiale im Telli-Zentrum. Offenbar stand eine Vergrösserung oder ein Umzug innerhalb der Anlage im Raum. Doch daraus wird nichts. Eugster: «‹H&M› wird unverändert auf der bisherigen Fläche bleiben.»

Zum Bistro, das seit über einem Jahr leer steht, sagt der Coop-Sprecher: «Auch hier führen wir mit mehreren Formaten Gespräche. Ein Bistro ist an diesem Standort nicht mehr vorgesehen.»

Der Quartierverein findet, dass etwas passieren muss. «Das Einkaufszentrum Telli ist zurzeit wenig attraktiv», schreibt Präsident Hansueli Trüb in der «Tellipost». Er spricht die leer stehenden Räume an, und: «Eher unfreundliche Eingangspartien tun ihr Übriges.» Im Hintergrund liefen «planerische Überlegungen», schreibt Trüb. «Das Einkaufszentrum muss modernisiert und den heutigen Bedürfnissen angepasst werden.»

Die Telli-Bewohner «erwarten einen Branchenmix, eine freundliche Atmosphäre, gute Erreichbarkeit». Dem gegenüber stehe das «boomende Online-Geschäft», heisst es weiter. Dieses habe den Markt massiv verändert, was Auswirkungen auf das Mietinteresse habe. Der Quartierverein stehe im Austausch mit Coop und der Stadt, um die Anliegen der Bewohner einzubringen.

Es gibt einen Studienauftrag

Coop hat aber offenbar Veränderungen in die Wege geleitet. Ebenfalls in der «Tellipost» schreibt Markus Dreier, Bauherrenvertreter Coop Immobilien, dass ein Studienauftrag durchgeführt werde. «Namhafte Büros werden eingeladen, hierfür ihre Konzepte und Ideen einzureichen.»

Konkret beabsichtige die Coop Immobilien AG, das Einkaufszentrum «gestalterisch und in seinen Nutzungen weiter zu entwickeln». Ziel sei es, den Gesamtauftritt des Einkaufszentrums gestalterisch aufzuwerten, attraktive Aufenthaltsbereiche auch im Aussenbereich zu schaffen und die Eingangssituationen einladender zu gestalten.