Strassensanierung
«Das Ergebnis wird positiv sein»: Die Aarauer Buchserstrasse ist jetzt offiziell eine Baustelle

Mit der Umgestaltung der Aarauer Buchserstrasse ist ein Grossprojekt gestartet, das die Region mindestens vier Jahre beschäftigen wird.

Nadja Rohner Jetzt kommentieren
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Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker bei seiner Ansprache.
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Regierungsrat Stephan Attiger richtet das Wort an die Anwesenden.
Kantonsingenieur Dominik Studer am Rednerpult.
Haben zum Baustart viel Staub aufgewirbelt: (von rechts) Markus Kissling (Projektleiter Kanton), Urs Affolter (Gemeindepräsident Buchs), Carmen Suter (Gemeindepräsidentin Suhr), Regierungsrat Stephan Attiger, Kantonsingenieur Dominik Studer, Hanspeter Hilfiker (Stadtpräsident Aarau), Resad Ahmedoski (Planungsbüro F. Preisig), Roland Blum (Baufirma Ziegler).
Weitere Impressionen vom Spatenstich.
Weitere Impressionen vom Spatenstich.

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker bei seiner Ansprache.

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Die ersten 395 Meter werden endlich in Angriff genommen: Ab sofort ist die Buchserstrasse in Aarau eine Baustelle. Damit ist Teil 1 eines Grossprojekts, das drei Gemeinden betrifft und insgesamt rund 34 Mio. Franken kostet, offiziell in Umsetzung.

Auf der gesamten Strecke vom Aarauer Gais-Kreisel bis an den Ortseingang von Suhr bleibt kein Stein auf dem anderen. Die alten WSB-Geleise kommen raus, die Strasse wird saniert, aufgewertet, sicherer, grüner, der Verkehr flüssiger.

Sämtliche Redner am offiziellen Spatenstich betonten, dass jetzt wirklich dringender Handlungsbedarf bestehe. Zwölf Jahre sind seit der Eigentrassierung der WSB, die überhaupt erst so viel Platz für die Umgestaltung des Strassenraums lässt, vergangen.

Erst jetzt könne das «grosse Potenzial» wirklich genutzt werden, sagte Aaraus Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker. «Es wird Unannehmlichkeiten geben, ein Gefluche und Wartezeiten, aber das Ergebnis wird positiv sein», versprach er.

Buchsererstrasse in Aarau: Drohnenflug vor dem Baustart.

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Heute kommt es oft zu Rückstaus

Kantonsingenieur Dominik Studer sprach von einem «Meilenstein»: Der bauliche Zustand der teils seit 40 Jahren nicht mehr sanierten Strasse sei ungenügend, es komme oft zu Rückstaus aufgrund der hohen Verkehrsbelastung.

Regierungsrat Stephan Attiger betonte, dass diese Kantonsstrasse, eine «stark überlastete Achse», aktuell «den Ansprüchen, die wir an Strassenraum und Verkehrspolitik haben, nicht genügt». Das Projekt stärke den Langsamverkehr sowie den ÖV, indem die Busse nicht mehr ständig im Stau stünden. «Je dichter ein Raum ist, desto mehr verändert sich der Modalsplit zugunsten des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs, und dem müssen wir Rechnung tragen.»

Mit dem Bauprojekt werden Dosierstellen (Pförtner) zur Entlastung der Zentren sowie zur Busbevorzugung realisiert. Damit die Busse nicht bei den Dosierstellen am Siedlungsrand im Stau stecken bleiben, werden Busspuren oder elektronische Busschleusen realisiert. Bei letzteren kann ein Bus die wartenden Fahrzeuge überholen und so den Fahrplan einhalten.

So stellt sich der Kanton die Verkehrssituation an der Aarauer Buchserstrasse nach der Sanierung vor.
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So stellt sich der Kanton die Verkehrssituation an der Aarauer Buchserstrasse nach der Sanierung vor.
So stellt sich der Kanton die Verkehrssituation an der Aarauer Buchserstrasse nach der Sanierung vor.
So stellt sich der Kanton die Verkehrssituation an der Aarauer Buchserstrasse nach der Sanierung vor.
So stellt sich der Kanton die Verkehrssituation an der Aarauer Buchserstrasse nach der Sanierung vor.
So stellt sich der Kanton die Verkehrssituation an der Aarauer Buchserstrasse nach der Sanierung vor.

So stellt sich der Kanton die Verkehrssituation an der Aarauer Buchserstrasse nach der Sanierung vor.

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«Das sieht nach einer Verhinderung des motorisierten Individualverkehrs aus», sagte Attiger, betonte aber, dass auch der «MIV» von einem Verkehrsmanagement profitiere: «Wir rechnen mit Durchfahrtszeiten. Bei einer Pförtneranlage muss man unter dem Strich weniger lange warten, als wenn in der Innenstadt alles verstopft ist.»

Noch sind Beschwerden hängig

Das Gesamtprojekt zieht sich über 2,3 Kilometer und besteht aus den Teilprojekten 1 (Aarau: Buchserstrasse), 2 (Aarau/Buchs/Suhr: Knoten Bavaria mit neuem Kreisel), 3 (Suhr/Buchs: Tramstrasse von Südallee bis Steinfeld) und 4 (Suhr: Tramstrasse von Steinfeld bis Winkelweg).

Der Regierungsrat hat im Mai die Projekte 2 bis 4 gutgeheissen. «Gegen den Gutheissungs-Entscheid im Teilprojekt 4 wurde von zwei Parteien Beschwerde erhoben», sagt Projektleiter Markus Kissling. «Die Entscheide zu den Teilprojekten 2 und 3 sind ohne Beschwerde und damit rechtskräftig.»

«Das Bauende sehen wir Ende 2026»

Die Bauarbeiten an der Buchserstrasse (Teil 1), welche die Ziegler AG ausführt, dauern etwa ein Jahr. Danach, also im dritten Quartal 2023, sollen die Bauarbeiten im Abschnitt 2 für den neuen Kreisel Bavaria starten.

Allerdings nur, wenn bis dahin die Landerwerbsverfahren über die Bühne gebracht werden können. Der Terminplan für die Abschnitte 3 und 4 ist aktuell aufgrund der hängigen Beschwerden noch offen. «Das Bauende sehen wir Ende 2026», so der Kantonsingenieur hoffnungsvoll.

Übrigens: Vor der Oehler-Villa (die mit der 110 Jahre alten Hängebuche im Garten, die zum Glück stehen bleiben darf) hat der Kanton eine Bauinformationstafel der besonderen Art eingerichtet. Mit einem grossen Wimmelbild sollen auch kleine Besucher für die Baustelle begeistert werden.

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