Aarau

Das Kantonsspital Aarau und seine Parkplatzsorgen

Das geplante Parkhaus an der Tellstrasse ist sehr umstritten.

Das geplante Parkhaus an der Tellstrasse ist sehr umstritten.

Wie das KSA den Autoverkehr einzuschränken und zu verlagern versucht. Und was die Elektromobilität bringen könnte.

In der Stadtverwaltung ist man noch immer beeindruckt über die grosse Zahl: Am letzten Dienstag haben Angestellte des Kantonsspitals Aarau (KSA) 9285 Unterschriften für den Bau des neuen Personalparkhauses (12 Mio. Fr. teuer, 465 zusätzliche Parkplätze) eingereicht. Ein Projekt, gegen das über 50 Einsprachen eingereicht worden sind. Unter anderem auch vom VCS.

Im KSA-Management ist man noch immer enttäuscht, wie wenig Wertschätzung die Einsprecher den bisherigen Anstrengungen im Bereich des Mobilitätsmanagements entgegenbringen und wie wenig künftige Entwicklungen mitberücksichtigt werden. Entwicklungen, die zu einer Entlastung des Gönhard-Quartiers führen werden. Immerhin führt die ganze Diskussion dazu, dass das KSA nun stärker gehört wird. Um seinem Ziel, einem Gesamtkonzept, näher zu kommen, hat das KSA Einsprache gegen das Kantonsstrassen-Ausbauprojekt Tram-/Buchserstrasse eingereicht. «Etwas widerwillig», wie Sergio Baumann, Leiter des Departementes Betrieb, erklärt. Es geht darum, dass das KSA seinen Anliegen mehr Nachdruck verschaffen kann, Anliegen, die es zum Teil mit den Parkhaus-Einsprachern teilt. Etwa die besseren Anbindung ans Busnetz (BBA) oder des Velowegnetzes.

Verlagerung des Verkehrs aus dem Quartier hinaus

«Mit der Realisierung der Kantonsstrassen müsste aus Sicht des KSA auch gleich der neue Anschluss über die Südallee in den Notfall und über die Tellstrasse zu den Parkhäusern und der Drop-off-Zone des Neubaus gelöst werden. Eine diesbezügliche Abstimmung ist bisher nur ansatzweise und sehr unverbindlich erfolgt», heisst es im eben aktualisierten Verkehrskonzept des KSA.

In dem Papier wird darauf hingewiesen, dass das KSA seit 2013 rund 600 neue Veloparkplätze erstellt hat und dass nur noch Angestellte mit einem Anfahrtsweg von über fünf Kilometern Anspruch auf einen Parkplatz haben – und das gegen einen Preis von 200 Franken pro Monat.

Die verschiedenen Neubauten, insbesondere das neue Hauptgebäude «Dreiklang» (Auflage des Baugesuches läuft heute ab), haben starken Einfluss auf die Verkehrsentwicklung in und um das KSA. Es gibt ganz generell eine Verschiebung in Richtung Osten, also Richtung des künftigen Bavaria-Kreisels und der Tramstrasse. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Logistikhub an der Tramstrasse. Oder der neue Notfall, der nicht mehr mitten im Quartier stehen wird, sondern auf der Ostseite des Areals. Von den jährlich etwa 70000 Patienten werden 65 Prozent entweder mit dem Rettungswagen oder privaten Autos gebracht. Das Quartier um rund 1000 Fahrten entlasten wird auch die Verlegung der Pathologie ins neue Labor-Gebäude (im Bau).

Zunehmende Bedeutung der Elektromobilität

Im Verkehrskonzept wird darauf hingewiesen, dass Velos (beim Neubau gibt’s 450 neue Plätze) und Roller zunehmend an Bedeutung gewinnen. Es wird der Trend zu den Elektrobikes thematisiert. «Dies führt dazu, dass zukünftig weitere Strecken anstatt mit dem Auto mit dem Elektrobike gefahren werden.» Überhaupt soll die Elektromobilität, auch bei den Autos, zu einer Entlastung führen. Im neuen Personalparkhaus sollen zehn bis 20 Prozent der Parkplätze mit Aufladestationen eingerichtet werden.

«Basis dazu ist jedoch die geplante Realisierung des Parkhauses. Damit werden die Schadstoff- und Lärmimmissionen, entgegen den Befürchtungen gewisser Anwohner nicht erhöht, sondern mittelfristig reduziert», heisst es.

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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