Aarau
Das Kasernenareal könnte Aaraus neues Herzstück werden

An Ideen zur Nutzung des Kasernenareals mangelt es nicht – genauso wenig wie schon 1987. Damals gewannen zwei Aarauer Architekten einen nationalen Ideenwettbewerb für die teilweise Umnutzung und Gestaltung des Bereichs.

Katja Schlegel
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Die Aarauer hätten viele Ideen für eine allfällige Umnutzung des Kasernenareals.

Die Aarauer hätten viele Ideen für eine allfällige Umnutzung des Kasernenareals.

Emanuel Freudiger

Die Schliessung des Waffenplatzes und damit die zivile Nutzung des Kasernenareals basieren bisher nur auf Spekulationen. Trotzdem sprudeln bei den Aarauern die Ideen für eine Umnutzung – neu lanciert hat die Diskussion eine Motion der SP (az vom 19.8.).: Loftwohnungen, Geschäftsliegenschaften, Platz für eine Universität Aargau, ein Markthalle-Ersatz, ein Stadtpark, ein neuer Club, ein Multiplex-Kino, ein Autonomes Zentrum – so nur einige der Vorschläge, die Leser in den Kommentarspalten auf www.aargauerzeitung.ch deponiert haben. Andere sind weniger euphorisch: «Egal was kommt, es wird ja sowieso wieder Einsprachen geben, die jede Eröffnung eines Cafés um 20 bis 30 Jahre hinauszögert», schreibt beispielsweise Nicolas Lüscher.

Von den Möglichkeiten des Kasernen-Areals überzeugt ist auch der Aarauer Architekt George Pfiffner, der mit seinem Büropartner Felix Kuhn seit Jahren die Aarauer Architekturgespräche organisiert: «Das Kasernenareal könnte das neue Herzstück der Stadt Aarau werden.» Er würde allfällige Bestrebungen der Stadt, das Areal zu erwerben und zu nutzen, voll und ganz unterstützen: «Ein räumliches Angebot in dieser Grössenordnung und Lage bekäme Aarau nie wieder.»

Auch was die Nutzung anbelangt, hat Pfiffner gewisse Vorstellungen: «Es besteht ein hoher öffentlicher Anspruch an diesen Raum, das Areal müsste zwingend öffentlich zugänglich bleiben.» Er denke dabei beispielsweise an eine Nutzung der Räumlichkeiten als Schule und des Aussenraumes als zentraler, öffentlicher Platz. Von der Idee, Geschäftssitze in den Gebäuden einzuquartieren, hält er nichts: «Das Areal zu privatisieren, wäre verheerend.»

Das Areal teilweise anderweitig zu nutzen, ist keine neue Idee: 1987 veranstalteten der Schweizerische Ingenieur- und Architektenvereins (SIA), der Kanton Aargau und die Stadt Aarau zum 150-Jahr-Jubiläum des SIA einen öffentlichen, nationalen Ideenwettbewerb für die Nutzung und Gestaltung des innerstädtischen Bereichs zwischen dem zivilen Teil des Kasernenareals (Reithalle und alte Kavalleriegebäude) und der Bahnhofstrasse. Der Ideenwettbewerb war als Geschenk an die Stadt Aarau gedacht, die Gründungsstadt des SIA.

Das zweitplatzierte Projekt sah vor, ein kleinmaschiges Stadtquartier zu erstellen. Gewonnen hatten den Wettbewerb die Aarauer Architekten Andreas Marti und Dieter Felber. Sie schlugen vor, aus dem Areal die Verbindung zwischen Bahnhofareal und Altstadt zu schaffen. «Wir planten, die Reithalle als Kulturgebäude zu nutzen und den Platz mit einer Randbebauung zu ergänzen», sagt Mari. Hinter diesen Plänen würde er auch heute noch stehen. «Das Areal hat für die Stadt einen sehr hohen Stellenwert und sollte wenn möglich unbedingt von ihr genutzt werden.» Vorstellen könnte Marti sich, dass die Randbebauung gemischt genutzt werden könnte; Wohnungen in den Obergeschossen, Läden in den Erdgeschossen.