Aarau

Das KIFF hat Grosses vor – das sind die Pläne für den Neubau

Das erste Foto des geplanten Neubaus in der Aarauer Telli: Das KIFF 2.0 soll zu einem Kulturkompetenzzentrum weiterentwickelt werden.

Das Gebäude, die ehemalige Kunath-Futterfabrik, ist alt. Zudem haben sich die Anforderungen an einen derartigen Veranstaltungs-Komplex in den letzten Jahren massiv verändert. Kurz: Das KIFF braucht neue Räume. Theoretisch läuft sein Mietvertrag Ende Juni 2020 aus – aber er kann verlängert werden, solange der Verein an einem Projekt auf dem Areal der Immotelli AG arbeitet. 

Das tut er: Der Neubau soll auf der Südseite des KIFF, auf dem heutigen Kies-Parkplatz, zu stehen kommen. Der Architekturwettbewerb ist abgeschlossen. Ab heute können die Vorschläge angesehen werden. Interessant ist vor allem der siegreiche: Er hat den Namen «Live on Stage» und stammt vom Zürcher Architekturbüro Enzmann Fischer Partner AG.

Auf diesem Parkplatz soll das KIFF 2.0 bis 2023 gebaut werden.

Auf diesem Parkplatz soll das KIFF 2.0 bis 2023 gebaut werden.

Neu ein Saal mit bis zu 1000 Plätzen

Das KIFF wurde letztes Jahr von 42 154 Personen besucht. Es hatte bei einem Umsatz von 2,77 Millionen Franken und einen Eigenfinanzierungsgrad von 68,2 Prozent. Rund 200 Aktivisten leisten über 150 000 Stunden Freiwilligenarbeit.

Das KIFF hat heute einen Saal (550 Personen stehend) und ein Foyer (250 Personen stehend). Künftig soll es über einen Saal mit einer Kapazität von 1000 Personen und einen Klub (bisher Foyer) für 300 Besucher haben. Neben diversen Nebenräumen ist eine Gastronomie geplant. Bisher gab es nur eine Art Kantine für Künstler und Angestellte. Wie genau das Restaurant aussehen wird, ob es auch tagsüber offen ist, wird noch abgeklärt. Fest steht laut Projektleiter und Co-Geschäftsführer Oliver Dredge: «Die Gastronomie soll ein ganzheitliches Kulturerlebnis ermöglichen.»

Der Neubau soll L-förmig werden. Er wird vier Ober- und ein Untergeschoss haben. Dank dem L entsteht eine Art Innenhof (offen gegenüber Süden und Westen). Dredge sprach von einem «öffentlichen, attraktiven, etwas urbanen Begegnungsort», der zudem allfällige, in der Nachbarschaft entstehende Wohngebäude vor Lärm schütze. Diesen gibt es nur noch von Besuchern, der Saal und der Klub sind praktisch schalldicht.

Schon immer war bekannt, dass das KIFF im Rahmen des Neubaus die Schaffung von Kulturproduktionsräumen (Ateliers gibt es schon heute) prüft. Neu ist, dass zusätzlich auch das Radio Kanal K in die Telli zügeln soll. Beide Optionen sollen auf der Ostseite untergebracht werden. In einem nächsten Schritt wird mit Stadt und Kanton ein Entscheid über die Optionen gesucht. Klar ist: Das KIFF würde damit noch stärker zu einem Kulturkompetenzzentrum, so Dredge.

Fast so teuer wie die Alte Reithalle?

Nach wie vor ein grosses Geheimnis ist, wie viel die Realisierung des KIFF 2.0 kosten wird. Die Initianten sagen, sie wüssten es selber noch nicht genau. Nur so viel: «Die Kosten sind höher, als wir erwartet haben», erklärte KIFF-Präsidentin Gisela Roth. Es muss nach Sparmöglichkeiten gesucht werden. Schon bisher waren über 10 Millionen Franken nötig. Ob es jetzt gegen 20 Millionen sind, so viel wie die Alte Reithalle kostet?

Der Verein KIFF will selber bauen (bei der Alten Reithalle ist es die Stadt). Er ist mittellos, ideal wäre ein grosser Mäzen (wird gesucht). Über den städtischen Beitrag soll es im Sommer 2021 eine Volksabstimmung geben. Idealerweise kann der Bau im Sommer 2023 abgeschlossen werden, sodass das KIFF 2.0 im Herbst 2023 seinen Betrieb aufnehmen kann.

Ausstellung KIFF 2.0: Die elf Wettbewerbsprojekte sind bis Donnerstag von 16 bis 20 Uhr (am Mittwoch ab 14 Uhr) im KIFF ausgestellt.

Verwandtes Thema:

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

Meistgesehen

Artboard 1