Aarau

Das letzte Volks-Ja zum Stadion im Torfeld Süd kommt von den Ortsbürgern

Die Aarauer Ortsbürger diskutierten intensiv über den 6-Millionen-Kredit für das Aarauer Stadion – und haben ihn nicht einfach durchgewunken.

Vor einer guten Woche genehmigten die Aarauer Stimmbürger mit 60 Prozent Ja die beiden Stadion-Vorlagen. Nach der Einwohnergemeinde war am Montag die Ortsbürgergemeinde am Zug. Es war so etwas wie eine letzte Volksabstimmung zum Stadion – eine allerletzte könnte es noch an der Urne geben, wenn das Referendum gegen den gestrigen Gemeindeversammlungsbeschluss ergriffen würde.

Es ging um 6 Millionen Franken. Einen Beitrag dem die Ortsbürger bereits 2008 zugestimmt hatten. Doch jetzt ging es um einen veränderten Vertrag. Die Ortsbürger erhalten als Gegenleistung von der HRS das Land, auf dem das Stadion steht (inklusive 100 Tiefgarage-Parkplätze). Sie stellen dieses Land bis 2098 der Stadion AG gratis zur Verfügung. Dann gibts den Heimfall. Die Ortsbürger bekommen das Stadion und können das Land frei nutzen.

Von Seiten des Stadtrates wurde mehrfach betont, mit den 6 Millionen Franken würden sich die Ortsbürger einen um 40 Jahre früheren Heimfall des Stadions Brügglifeld erkaufen. Dort soll eine Wohnüberbauung entstehen. Das Grundstück hat heute einen deutlich höheren Wert als 2008. Es gelang aber, die 6 Millionen Franken beizubehalten.

Nicht einfach durchgewunken

Wer erwartet hatte, die Ortsbürger würden ihren Stadion-Beitrag einfach durchwinken, sah sich getäuscht. Die Diskussion an der überdurchschnittlich gut besuchten Versammlung (310 von 1730 Stimmberechtigten waren da) dauerte gegen eine Stunde. Und dann musste über sechs Rückweisungsanträge abgestimmt werden. Etwa darüber, ob nicht die Einnahmen der Parkplätze in die Kasse der Ortsbürger statt derjenigen der Stadion AG fliessen sollten. Oder ob nicht eine vertieften Altlastenabklärung durchgeführt werden müsse. Oder ob der Beitrag nicht besser à fond perdu zu bezahlen sei – ohne komplizierter Vertrag mit dem Land. Schliesslich wurden alle Rückweisungsanträge abgelehnt und der Kredit mit 237 zu 48 Stimmen genehmigt.

Zuvor hatten die Aarauer Ortsbürger insgesamt 374'000 Franken für die Projektierung einer Totalsanierung des Restaurants Roggenhausen bewilligt. Umstritten war insbesondere der Kreditanteil für die Planung der beiden Wohnungen, der mit nur 206 zu 97 angenommen wurde. Gemäss einer Grobschätzung wird für die Sanierung mit Gesamtkosten von nahezu 4,5 Millionen Franken gerechnet.

Die unendliche Geschichte des Aarauer Stadions:

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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