Suhr

Das Lindenfeld kocht bald selber und wird so unabhängiger vom KSA

Noch sind Teile der Kücheneinrichtung abgedeckt, nächste Woche wird alles dem neuen Küchenteam übergeben.

Noch sind Teile der Kücheneinrichtung abgedeckt, nächste Woche wird alles dem neuen Küchenteam übergeben.

Mit der neuen Küche wird die Suhrer Institution unabhängig vom Kantonsspital Aarau. Nötig wurde der Bau einer eigenen Küche, weil das KSA ein neues Verpflegungskonzept vorhat. Die Taxen werden nicht erhöht.

Das Lindenfeld (spezialisierte Pflege und Geriatrie) kann demnächst auf eine eigene Küche zählen: Die Bauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen, nächste Woche wird alles gereinigt und die Küche dem neuen Team übergeben. «Wir sind zeitlich und finanziell im Plan», sagte Sven Egger, Leiter Dienste und Projekte, an der Abgeordnetenversammlung des Gemeindeverbands.

Im Anschluss an die Versammlung führe er durch die neuen Räume im Untergeschoss. Mit dem Ende März eröffneten Demenzzentrum «Haus am Teich» wurde dort Platz frei für die neue Küche. Das Kostendach von 2,2 Millionen Franken konnte eingehalten werden. Für die Anlieferung direkt vor die Küche im Untergeschoss wurde im Aussenbereich ein Hügel abgetragen. Durch die künftige Unabhängigkeit von der Küche des Kantonsspitals (KSA) werden niedrigere Kosten erwartet – und auch besseres Essen. «Jetzt sind wir auch flexibler in der Zusammenstellung des Menus», sagte Sven Egger.

Nötig wurde der Bau einer eigenen Küche, weil das KSA ein neues Verpflegungskonzept mit aus der Region Basel angelieferten Mahlzeiten und wöchentlich wiederholendem Menüplan vorhat, was für das Lindenfeld zudem teurer geworden wäre: Von einem Anstieg von 30 auf 36 Franken pro Tag war die Rede.

Ein wiederholender Menüplan ist für Langzeitpflege nicht geeignet. Die Qualität des Essens sei einer der wichtigsten Faktoren für die Zufriedenheit der Heimbewohner, sagte Direktor Thomas Holliger schon bei der Versammlung vor einem Jahr, als der Entscheid für den Bau der Küche fiel. Dazu will das KSA den unterirdischen Gang zwischen Spital und Lindenfeld schliessen. Die Anlieferung wäre dadurch komplizierter geworden.

Weihnachtsessen wird in der neuen Küche zubereitet

Die neue Küche wird nun nach Plan am 16. Dezember eingeweiht, pünktlich auf das dreitägige Weihnachtsessen, das erstmals im Lindenfeld zubereitet wird. Ab dem 1. Januar werden dann alle Abteilungen die Menüs aus der neuen Küche erhalten. Mit dem Kücheneinbau bekam auch die hauseigene Wäscherei kleine bauliche Anpassungen, steht zudem in der Hauszeitung «Lindenblatt».

Dass die unterirdische Verbindung zum KSA Ende April definitiv geschlossen wird, hat auch Auswirkungen auf die Energieversorgung, die Lieferung von Medikamenten und den Patiententransport vom KSA ins Lindenfeld. Der Bau eines neuen Verbindungskanals sei geprüft worden, wie Vorstandspräsident Beat Rüetschi sagte. Dafür hätte das Lindenfeld aber die Kosten übernehmen müssen, was zu teuer gekommen wäre. Dass das KSA dadurch auch einen unbewachten Zugang erhalten hätte, sei zudem nicht optimal.

Im Lindenfeld rechnet man durch die Schliessung des Kanals nun mit einigen Folgekosten. Der Liegetransport von gewissen Patienten etwa werde künftig mit einem Fahrzeug gemacht werden müssen, sagte Lindenfeld-Direktor Thomas Holliger. «Da kommt einiges auf uns zu.»

TBS Suhr springt für Warmwasser ein

Ein weiteres Problem, das aber inzwischen gelöst werden konnte, betrifft die Versorgung von Warmwasser für die Heizung: Das Lindenfeld bezieht heute 95 Grad warmes Wasser vom KSA, die Eniwa wird künftig aber nur 65 Grad warmes Wasser liefern. Beim Lindenfeld springt nun die TBS Suhr ein und stellt die Versorgung von 95-Grad-Wasser sicher.

Das Budget 2020 mit einem minimen Plus von 2000 Franken wurde von der Versammlung ohne Gegenstimme gutgeheissen. Die Taxen für die Patienten bleiben weitgehend unverändert, einzig die akute Übergangspflege wird um 15 Franken pro Tag teurer. Für die neue Küche werden fünf Stellen geschaffen, was jährlich 690'000 Franken kostet. Weitere Investitionen sind geplant, etwa 430'000 Franken für Gebäude und Umgebung, 260'000 Franken für den Ersatz von Maschinen und 40'000 Franken für Mobiliar.

Letztes Jahr gab es im Lindenfeld 264 Ein- und Austritte, dieses Jahr werden es voraussichtlich 260 sein. Für 2020 geht man von 250 aus.

Sven Egger, Leiter Dienste und Projekte, führte durch die Baustelle.

Sven Egger, Leiter Dienste und Projekte, führte durch die Baustelle.

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