Gränichen
Das Open Air Gränichen war vor 20 Jahren ein bescheidener Anlass

Mehr Jazz- als Hardcore-Fans – so lautet die Bilanz des diesjährigen Open Airs Gränichen. Wie hat eigentlich alles begonnen vor 20 Jahren im Moortal?

Kathrin Aerni
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Das Open Air im Jahr 2000 – die Infrastruktur wurde immer professioneller.

Das Open Air im Jahr 2000 – die Infrastruktur wurde immer professioneller.

zvg Open Air Gränichen

Die Bilanz des Jubiläums-Open-Airs im Gränicher Moortal ist positiv. «Dank der Schweizer Bluesgrösse Philipp Fankhauser sind die Jazz- und Bluesanhänger voll auf ihre Kosten gekommen», sagt Anita Fricker vom Organisationskomitee. Der bekannte Musiker lockte mehr Publikum ans 20. Open Air als die Hardcore-Bands.

3000 Besucher zählte das Festival dieses Jahr, rund 60 Prozent davon am Freitag, der Rest am Samstag. Das Gränicher Open Air ist eine etablierte Veranstaltung.

Aus klein wurde schnell gross

Aber es fing klein an, mit bloss einigen hundet Zuschauern. Ein Jugendlicher, der von der ersten Stunde mit von der Partie war, ist Florian Schweri. Schweri half jahrelang im Vorstand mit, mal als Beisitzer und mal als Bandverantwortlicher. Der heute 36-jährige Gränicher erinnert sich an einen der grössten Höhepunkte in der 20-jährigen Geschichte des Open Airs. «Bereits im vierten Jahr sind nationale Pop- und Rockbands wie Subzonic und Lovebugs aufgetreten», sagt Schweri. Ein weiterer Höhepunkt war der Hardcore-Metal-Auftritt der US-amerikanischen Punkrock-Band «Bad Religion» aus Los Angeles.

Der Verein Open Air ist 1995 gegründet worden. Damals waren zehn Ju-gendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren von verschiedenen Gränicher Vereinen mit dabei: der Pfadi, der Jungschar und des Jugendtreffs. Sogar die Jungsozialisten mischten als Partei mit. Der Jugendtreff stellte den grössten Teil der Gründungsmitglieder. Drahtzieher war der damalige Jugendtreffleiter Martin Diriwächter. Das Motiv für den Anlass war gemäss Vereinschronik klar: «Wir wollten frischen Wind in die schlafende Kulturszene bringen», heisst es da.

Jazz und Harcore-Metal

Der einstige Klein-Anlass, welcher zuerst an einem Abend mit wenig Publikum und einer bescheidenen Infrastruktur durchgeführt wurde, wurde schnell zum Insider-Tipp für Blues-/
Jazzliebhaber und Hardcore-Fans.

«Unsere Eltern hatten die Idee, dass wir die Infrastruktur besser nutzen sollten», erinnert sich Schweri. Und so kam es, dass die Freiluftkonzerte schon bald am Freitag- und Samstag-Abend stattfanden. Seit 1996 ist das Open Air ein zweitägiges Festival. Am Freitag jeweils mit Jazz- und Bluesklängen, welche eher das ältere Publikum ansprechen soll. Und am Samstag locken Heavy-Metal-Bands die Jungen an.

Noch immer ehrenamtlich

Heute zählt der Trägerverein aber über zweihundert Aktivmitglieder. «Wir hätten nie gedacht, dass das Open Air zu solch einer Grösse heranwächst», sagt Florian Schweri. Sie hätten einfach von Jahr zu Jahr geschaut, und bei einem Überschuss Geld zur Seite gelegt. Weil jeder ehrenamtlich arbeitete, hätten sie Reserven bilden können. So liegt mittlerweile jeweils ein beachtliches Budget drin.

Schweri bilanziert: «Ich habe durch das Mithelfen Erfahrungen gesammelt. Es ist wichtig, dass alle am gleichen Strick ziehen.»

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