Neues Demenzzentrum

Das Suhrer Lindenfeld kann einen Meilenstein feiern

Im grünen Innenhof (v. l.): Direktor Thomas Holliger, Gemeindeverbandspräsident Beat Rüetschi, Regierungsrätin Franziska Roth.

Im grünen Innenhof (v. l.): Direktor Thomas Holliger, Gemeindeverbandspräsident Beat Rüetschi, Regierungsrätin Franziska Roth.

Am Freitag wurde das neue Demenzzentrum, das «Haus am Teich», in Suhr offiziell eingeweiht.

Ein lang gehegter Wunsch sei Wirklichkeit geworden, sagte am Freitag vor den geladenen Gästen Lindenfeld-Direktor Thomas Holliger. Realisiert mit eigenen Mitteln und Ressourcen – zusammen mit vielen Handwerkern und den rund 230 Mitarbeitenden des Pflegeheims. Holliger rief in Erinnerung, dass dem Meilenstein, der Realisierung einer neuen Demenzabteilung, eine mehrjährige Planungs- und Projektphase vorausging. Und die Bauphase, so Holliger, sei gegen Schluss immer hektischer geworden: «Wer heute Morgen um sieben Uhr hierherkam, hätte wohl nicht gedacht, dass wir heute Nachmittag in dieser Form und in dieser Umgebung feiern würden.» Das Haus wird nach Angaben des Direktors am 15. April definitiv bezogen. «Der Feinschliff», so Holliger, «fehlt noch.» Es ist noch nicht alles fertig. So fehlen noch viele Möbel und es hängen vereinzelt noch Drähte von den Decken.

Zur Eröffnungsfeier war auch Regierungsrätin Franziska Roth, die Vorsteherin Departement Gesundheit und Soziales (DGS), eingeladen worden: Eigentlich, gestand sie, habe sie mit höheren Absätzen nach Suhr kommen wollen. Doch am Morgen habe ihr jemand gesagt: «Was, du gehst ins Lindenfeld? Mit diesen Schuhen? Das Lindenfeld ist doch eine Baustelle. Da stehen ja noch Bagger herum.» Was stimmt – aber nur wegen der Umgebungsarbeiten.

Was Roth besonders wichtig ist

Roth gratulierte dem Lindenfeld im Namen der Aargauer Regierung zum Neubau und würdigte diesen als «modernes Gebäude in heimeliger Holzbauweise – aus Schweizer Holz». Das «Haus am Teich» sei auf die speziellen Bedürfnisse demenzkranker Menschen ausgerichtet. Die Infrastruktur sei so gestaltet, dass sie sich besser zurechtfänden. Im Innen- wie im Aussenbereich könnten sie ziemlich unabhängig unterwegs und vor allem in Bewegung sein. Und dank verschiedenen Hilfsmitteln und Hilfestellungen würden sie auch ihre Zimmer wieder finden. «Als Gesundheitsdirektorin», betonte Roth mit Blick auf die Gewährleistung von «mehr Selbstständigkeit, Mobilität und Sicherheit», «ist mir besonders wichtig, dass wir in der Pflege der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung tragen und innovative zeitgemässe Konzepte unterstützen.»

Beat Rüetschi, Präsident des Gemeindeverbands Lindenfeld, sprach von einem «weiteren Schritt zu einem Kompetenzzentrum Pflege für die 28 Verbandsgemeinden». Ihn erfülle «eine sehr grosse Freude und auch ein wenig Stolz, dass wir es geschafft haben – mit einer ganz leichten Verspätung von etwa dreieinhalb Monaten». So lange ist es her seit dem 40-Jahre-Jubiläum des Lindenfelds. Rüetschi erinnerte daran, dass die Verbandsgemeinden bereit waren, die Investition von rund 11 Mio. Franken für die bessere Lebensqualität der Demenzpatienten mitzutragen. Erhöht worden sei nicht die Kapazität, sondern die Qualität – und das Platzangebot. Dank der Ausgliederung der Demenzstation aus dem Haupthaus kann das Lindenfeld dort, im Untergeschoss, in absehbarer Zeit auch eine eigene Küche einbauen.
Seine beim Spatenstich am 6. September 2017 geäusserten Wünsche, liess Rüetschi durchblicken, seien fast vollständig in Erfüllung gegangen. So sei der Bau unfallfrei über die Bühne gegangen. Er sei einzig noch nicht ganz fertig. Trotzdem könne das Lindenfeld nun seine nach zeitgemässen Erkenntnissen gebaute Demenzabteilung für 20 weglaufgefährdete Bewohnerinnen und Bewohner eröffnen. Rüetschi zeigte sich überzeugt, dass sich diese rundum wohlfühlen werden. «Den Bewegungsdrang können sie ausleben, sie können aber auch ihre Ruhe finden.»

Heute Samstag, ab 10 Uhr, gibt es im Lindenfeld auch eine Feier für die Öffentlichkeit – mit Festwirtschaft, Kinderprogramm, Vorträgen, Musik und einem freien beschilderten Rundgang durchs Haus am Teich.

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Autor

Ueli Wild

Ueli Wild

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