Interessengemeinschaft

Das Wynental soll die Umfahrung Suhr mitfinanzieren

Das Wynental soll bei der Ostumfahrung Suhr mitzahlen.

Das Wynental soll bei der Ostumfahrung Suhr mitzahlen.

Die Verteilung der Kosten sorgte an der Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft Ostumfahrung für Diskussionsstoff.

Die Interessengemeinschaft (IG) Ostumfahrung Suhr, ein Zusammenschluss von Exponenten aus Wirtschaft und Politik, hat in den letzten Jahren einen gewissen Druck aufgebaut und so dazu beigetragen, dass heute das Projekt Veras – die Kombination von Ost- und Südumfahrung mitsamt der Lösung des Barrierenproblems bei Möbel Pfister – mittlerweile recht konkrete Gestalt angenommen hat.

An der Mitgliederversammlung der IG in Suhr sprach denn auch Vorstandsmitglied Rudolf Obrecht von einer «sehr guten Zusammenarbeit mit dem Kanton».

Kantonsingenieur-Stellvertreter Matthias Adelsbach informierte die rund 20 anwesenden Mitglieder der IG über den aktuellen Stand der Dinge. Im nächsten Frühling soll der Regierungsrat über den Anhörungsbericht entscheiden, der die Grundlage für die anschliessende Vernehmlassung bildet.

Gegen Ende 2020 könnte dann der Grosse Rat über die Festsetzung von Veras im Richtplan entscheiden (für den Teil Ostumfahrung ist diese bereits erfolgt). 2021/20122 stünde die Erarbeitung des Bauprojekts an, gefolgt (2023) von Projektauflage und Kreditgenehmigung. Baubeginn wäre im Idealfall 2024 oder 2025.

Im östlichen Abschnitt sind schon viele Details geklärt

Wie Adelsbach ausführte, konnten in Bezug auf die 265 Meter lange Brücke, welche die Bahnlinie bei Pfister überwindet (das Siegerprojekt «Integral» wurde im Februar vorgestellt), schon «sehr viele Details geklärt» werden. Dasselbe gelte für den Tunnelbereich. Etwas «unscharf» sei das Bild noch im Raum Weltimatt.

Im Bereich des Anschlusses an die Gränicherstrasse haben laut Adelsbach bereits erste Landerwerbsgespräche stattgefunden und kommen gut voran. Die Gesamtkosten für Veras bezifferte Adelsbach auf 200 Millionen Franken – plus, minus 30 Prozent.

Den Hauptbrocken trägt der Kanton, 13 Millionen Franken müssen die Gemeinden beitragen – in erster Linie Suhr, aber auch Gränichen. Ob die Wynentaler Gemeinden Veras nicht nur ideell, sondern auch materiell unterstützen, ist noch offen.

Im Frühjahr kam es in diesem Punkt zu ersten Kontakten mit den Gemeindeammännern. Ein entsprechender Brief vonseiten des Kantons, sagte Emil Huber, Ammann von Unterkulm, am Mittwochabend, habe ihn doch «sehr erstaunt».

Es sei dekretsmässig völlig klar, welche Gemeinden beteiligt seien und die Kosten mittragen müssten. Wenn man demgegenüber auch Nachbargemeinden um Beiträge angehe, sei das «politisch nicht sauber». Damit werde «für die Zukunft eine böse Büchse geöffnet».

Matthias Adelsbach räumte ein, dass es keinen Rechtstitel für dieses Vorgehen gebe, dass ausschliesslich die freiwillige Ebene angesprochen sei – aus der Erkenntnis heraus, dass Veras ein gemeindeübergreifendes Projekt sei.

Natürlich werde seine Gemeinde durch Veras entlastet, sagte Suhrs Ammann Marco Genoni. Aber es gehe auch um die Verteilung des Wynentaler Verkehrs in Richtung Osten und Westen. «In Suhr», so Genoni, «höre ich viele Stimmen wie: ‹Das Ganze ist ja fürs Wynental.›»

Es geht um einen massiven Zustupf des Bundes

Weshalb die Wynentaler Gemeinden einen Solidaritätsbeitrag – die Rede ist von 1 Million Franken – leisten sollten, versuchte die Suhrer FDP-Grossrätin Maja Riniker dem Unterkulmer Ammann zu erklären: Riniker verwies auf das Agglomerationsprogramm AareLand 4. Generation.

Hier winken Veras unter Umständen massive Beiträge vonseiten des Bundes. «Aber», so Riniker, «wir müssen aufzeigen, dass es einen überregionalen Mehrwert gibt, sonst kriegen wir die Bundesgelder nicht.» Ein freiwilliger Beitrag aus dem Wynental wäre ein Beleg für diesen Mehrwert.

Matthias Adelsbach sagte, das Projekt Veras müsse so aufgewertet werden, «dass es dem Agglo-Raum AareLand in der Bewertung einen Nutzen» bringt». Die Eingabe muss 2020 erfolgen.

Zu erwarten sind nach Adelsbachs Angaben Bundesbeiträge in der Grössenordnung von 30 bis 50 Prozent. Eine Bedingung ist: Mit dem Bau muss spätestens 2027 begonnen werden, sonst verfällt der Anteil des Bundes.

Die Mitgliederversammlung der IG bestätigte am Donnerstagabend den Vorstand unter seinem Präsidenten Hans-Peter Zehnder in der bisherigen Zusammensetzung.

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