Aarau

Den Kotelett-Walzer auf dem Klavier im Bahnhof spielen

Nicht einmal fünf Minuten nachdem das Klavier aufgestellt wurde, erklangen die ersten Lieder in der Bahnhofshalle.

Nicht einmal fünf Minuten nachdem das Klavier aufgestellt wurde, erklangen die ersten Lieder in der Bahnhofshalle.

Seit Freitag sorgt ein Klavier im Bahnhof Aarau für gute Laune. Der Initiant ist kein Unbekannter – und hat keine Angst um das Instrument.

Stress, Getümmel, Lärm: Bahnhöfe sind meist nicht gerade idyllische Orte, die zum Verweilen einladen. Im Bahnhof Aarau sorgt deswegen seit gestern ein Klavier für Erheiterung.

Der Initiant ist kein Unbekannter. Der pensionierte Tierarzt Andres Brändli (Güselwehr) hat das Occasion-Klavier «zugunsten der Allgemeinheit und der Stadt Aarau» gekauft und gemeinsam mit Stephanie Roggo von der SBB am Bahnhof Aarau einen geeigneten Platz gefunden. Seit gestern Nachmittag steht das 180 Kilo schwere Sabel-Piano aus dem Musikhaus zum Notenschlüssel nun im Parterre West vor dem Asia-Restaurant Scent of Bamboo und dem Buchladen Lüthi. Es ist für jedermann zugänglich und bis in die Bahnhofspassage eine Etage tiefer zu hören. Sehr zur Freude von Brändli dauerte es gestern nur wenige Minuten, bis sich die ersten musikalischen Passanten am Klavier versuchten.

«Ich habe die positive Wirkung eines Klaviers in Bahnhöfen schon in Arnheim oder Neapel erlebt. Erquickender Sound in der Bahnhofshalle ist jedes Mal eindrücklich. Manchmal bekomme ich sogar eine Gänsehaut», sagt der 70-jährige Brändli, der überrascht war, dass seine Idee bei der SBB sofort auf offene Ohren stiess.

Initiator Andres Brändli freut sich über die ersten Klänge seines Pianos am Aarauer Bahnhof.

Initiator Andres Brändli freut sich über die ersten Klänge seines Pianos am Aarauer Bahnhof.

«Bier bringt es nicht um»

Angst um sein Klavier hat Brändli nicht: «Ich hoffe, das Piano wirkt zu erhaben, um mutwillig beschädigt zu werden. Und ein ausgeschüttetes Bier bringt es ja nicht um. Trotzdem nehme ich das Risiko natürlich in Kauf, dass etwas beschädigt wird.»

Wie lange das Klavier am Bahnhof bleibt, kann Brändli nicht vorhersagen. «Jetzt schauen wir erst einmal, wie es ankommt und ob es genutzt wird. Ewig wird es sicherlich nicht im Bahnhof überleben. Wenn keiner mehr spielt, ziehen wir weiter, vielleicht nach Olten», sagt Brändli lachend.

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