Suhr

Der Bahnhof soll schöner werden – der Gemeinderat macht vorwärts

So könnte der Bahnhofplatz in Suhr in rund eineinhalb Jahren aussehen.

So könnte der Bahnhofplatz in Suhr in rund eineinhalb Jahren aussehen.

Aus der heute kargen Asphaltfläche soll beim Suhrer Bahnhof eine begrünte Begegnungszone werden.

In den letzten Jahren hat sich das Zentrum von Suhr durch die vielen neuen, modernen Überbauungen zunehmend in Richtung Bahnhof verlagert. Am Bahnhofplatz sind die meisten Wohnungen der Überbauung Atrium S inzwischen vergeben, auch im länglichen Bau Gleis 1 parallel zur Bahnlinie steht derzeit nur eine Ladenfläche leer. Etwas weniger gut ausgelastet ist das Suhrportal – ausgerechnet das Gebäude, das einen bevorzugten Platz gegenüber dem Migrolino und der Bahnhofsunterführung hat.

Hunderte ÖV-Benützer laufen dort täglich vorbei – wobei man den Eindruck hat, dass sie am liebsten aus dem Zug oder Bus steigen und danach so schnell wie möglich wegwollen vom nicht gerade einladend gestalteten Bahnhofplatz. Dieser hat heute keinen einzigen Baum, keine Sitzbank, nur Asphalt. Das ist eine karge Aufmachung, die auch zu gefährlichen Verkehrssituationen führen kann: Etwa, wenn auf der breiten Asphaltfläche Autos und Busse mit hoher Geschwindigkeit über den Platz brausen.

Begegnungszone mit Tempo 20 und viele Bäume

Erlebt hat dies nicht zuletzt auch Gemeinderat Thomas Baumann; ausgerechnet, als er dort bei einem Rundgang mit weiteren Verantwortlichen – darunter auch einem der Busbetrieb Aarau AG – einen Augenschein nahm und diskutierte, wie der Platz künftig besser gestaltet werden könnte. Gemeinsam kamen sie zum Schluss, dass eine Begegnungszone mit Tempo 20 ideal wäre.

So, wie sie an vielen anderen Bahnhofplätzen des Landes die Norm ist. «Mit der tieferen Geschwindigkeit wird ein Miteinander zwischen allen Verkehrsbeteiligten gefördert», sagte Thomas Baumann am Dienstagabend am Suhrer Info-Forum. Erfahrungen der SBB hätten dies bestätigt.

Nebst der Herabsetzung der Fahrgeschwindigkeit soll der Platz zudem begrünt werden: Vor der Bushaltestelle würde eine Baumreihe gepflanzt. Auch der Durchgang zwischen Suhrportal und Atrium S in Richtung Bernstrasse und Bärenmatte soll einladender gestaltet werden: mit Bäumen und einer Pflanzinsel mit Sitzmauer. Der Gemeinderat will, dass bei Veranstaltungen im Zentrum Bärenmatte möglichst viele Besucher mit den ÖV anreisen. Dafür soll der Durchgang zum Eventlokal besser gestaltet werden. Bis 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Grundbesitzer sollen Renovierung mitzahlen

Mit dem Vorhaben kommt die Gemeinde auch einem Bedürfnis der Gewerbetreibenden entgegen, denn heute ist der Bahnhofplatz kein Ort, der zum Verweilen einlädt. Ohne Bäume wird der Platz im Sommer zu heiss. Für die Geschäfte bedeutet dies weniger Kunden.

Die Liegenschaftsbesitzer sollen deshalb einen Teil der Kosten für die Aufwertung des Platzes übernehmen. Die SBB, denen das Land gehört, wollen nichts zahlen – geben der Gemeinde aber die Erlaubnis, den Platz umzugestalten. Die Gemeinde wäre auch für den Unterhalt des erneuerten Bahnhofplatzes verantwortlich. Eine Übernahme von mindestens einem Teil der Landfläche durch die Gemeinde schlugen die SBB aus.

Am Informationsforum waren die Rückmeldungen der Bevölkerung zum Vorhaben positiv: «Ich finde es total gut, dass die Gemeinde an diesem grauenhaften Platz etwas macht», sagte eine Suhrerin. Inputs aus dem Publikum bezüglich gedeckten Veloparkplätzen und zusätzlicher Begrünung zwischen dem Trottoir an der Bernstrasse und dem Suhrportal fanden Anklang. «Guter Hinweis, nehmen wir gerne auf», sagte Thomas Baumann. Das Anliegen für eine Perronüberdachung am Gleis 6 habe die Gemeinde bei den SBB platziert.

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