Gränichen
Der Lindenplatz in Gränichen soll belebter werden

Im letzten Herbst musste der erst 20-jährige Dorfplatz wegen baulicher Mängel saniert werden. Nun soll der umgestaltete Platz mit neuer Pergola und Sitzbänken zum Verweilen einladen.

Elia Diehl
Drucken
Begrünter Dorfplatz: Die Pergola auf dem sanierten und neu gestalteten Lindenplatz wird bald mit Kletterpflanzen bewachsen sein. Elia Diehl

Begrünter Dorfplatz: Die Pergola auf dem sanierten und neu gestalteten Lindenplatz wird bald mit Kletterpflanzen bewachsen sein. Elia Diehl

Elia Diehl

Vor dem Gränicher Gemeindehaus zeigt sich der umgebaute Dorfplatz in der seltenen Frühlingssonne in frischem Glanz. Gut, das von einigen Gränichern weggewünschte Kunstwerk aus rostigem Stahl von Markus Müller ist noch da.

Aber sonst hat sich auf dem Lindenplatz viel getan. Die alten zersprungenen Natursteinplatten sind weg, Pflastersteine und verzierte Betonplatten haben ihren Platz eingenommen. Vor dem Restaurant Linde steht eine Pergola. Und darunter grosse, hölzerne Sitzbänke.

Anlass für das mit 937 000 Franken budgetierte Bauprojekt hatten nicht optische, sondern diverse bauliche Mängel am erst 20-jährigen Platz gegeben. Unzureichender Sickerschutz und eine Tiefgarage, welche zur Tropfsteinhöhle verkam, machten eine Sanierung dringend nötig.

Die Gemeinde beschloss im gleichen Zug, den Dorfplatz umzugestalten. «Der Platz lebte nicht, die Leute gingen um ihn herum», sagt Franz von Matt, Leiter Bau, Planung und Umwelt der Gemeinde. Nun laden hölzerne Bänke unter einer Pergola zum Verweilen ein. Märkte, Feste oder Konzerte sollen zukünftig dem Dorfplatz neues Leben einhauchen.

Die Kritik aus dem Dorf, der Umbau sei zu teuer, sei mittlerweile verstummt, so von Matt. Die Gränicher reagierten positiv auf das Ergebnis. Zudem habe man 30 000 Franken weniger ausgegeben als vorgesehen.

In den neu mit Tessiner Natursteinen gepflasterten Lindenplatz wurden mehrere tonnenschwere Gussbetonplatten eingelassen. «Sie symbolisieren den Talbach, welcher einst hier verlief», so von Matt. Passend zum Namen des Platzes zieren mehrere skizzierte Lindenblätter die Platten. Die Gussform für die Blätter wurde eigens für die Gränicher Betonplatten geschaffen.

Die neue Pergola, welche die Sonnenstore vor dem Restaurant Linde ersetzt, ist noch karg. Kletterpflanzen sollen aber bald ein grünes Dach bilden und im Sommer auf den Holzbänken darunter Schutz vor der Sonne bieten.

Die Pergola sei bewusst hoch gebaut worden, so von Matt, «sodass darunter Marktstände Platz haben.» Denn nicht nur Passanten sollen dem Platz wieder Leben einhauchen. So organisiert das Lindenzentrum im Mai und Juni anlässlich des 20-Jahr-Jubliläums verschiedene Veranstaltungen auf dem Dorfplatz.

Noch immer da ist der bei vielen Gränichern in die Kritik geratene Kunstbrunnen des Boniswiler Künstlers Markus Müller. «Langweilig», «taugt nichts», oder «rostige Kloake» sagen manche über den Stahlbrunnen. Denn im Sommer bilden sich im stehenden Wasser leicht Algen.

Mit dem Künstler diskutierte die Gemeinde verschiedene Anpassungsmöglichkeiten. Um eine Lösung zu finden, wurde ein Experten für die Gestaltung moderner Kunstbrunnen der Fachhochschule Brugg-Windisch zurate gezogen.

Nun soll eine Intervallpumpe die Algenbildung mit Wellen verhindern und den Brunnen zudem lebendiger wirken lassen. Soll, denn mehr als ein leichtes Kräuseln auf der Wasseroberfläche ist noch nicht festzustellen.

Nach den Sommerferien stehen auf dem Lindenplatz bereits wieder Baugerüste, die Hausfassade des Lindenzentrums wird saniert. «Beides war gleichzeitig nicht möglich», sagt von Matt. Ab Herbst sind die Sanierungsarbeiten am Dorfplatz vollends abgeschlossen. «Wir hoffen, dass nun alles für die nächsten 50 Jahre hält.»

Aktuelle Nachrichten