Aarau/Schönenwerd

Der Refrain wird wie bei Kanye West auf Englisch gesungen

Marco Patané und Koray Sanchez präsentieren ihr erstes Album «Change». Rapper Daniel Birri ist der Dritte im Bunde.

Marco Patané und Koray Sanchez präsentieren ihr erstes Album «Change». Rapper Daniel Birri ist der Dritte im Bunde.

Das Rappertrio Good Looking Boys macht Musik auf Schweizerdeutsch und Englisch – im gleichen Lied. Nun veröffentlichen die drei jungen Männer ihr erstes Album, ein weiteres soll bald folgen.

«Good Looking Boys» – wer mit einem solchen Namen auftritt, muss damit rechnen, dass gewisse Vorbehalte oder Vorurteile entstehen. Der Bandname sei schon eher speziell, räumt auch Rapper Koray Sanchez ein: «Uns geht es genau darum: Man kann uns nicht nur auf das Äusserliche reduzieren. Wir möchten solche Vorurteile aus dem Weg schaffen», sagt der Kundenberater aus Schönenwerd, der den kreativen Kopf des Trios bildet. Seine beiden Bandkollegen sind Sänger Marco Patané und Rapper Daniel Birri, beide aus Aarau, wo sich auch ihr Studio befindet.

Musikalisch geht die Truppe Wege, die in der Schweiz bislang eher unbekannt sind. Sie verbinden schweizerdeutschen Rap in den Strophen mit englischen Refrains. Während Koray Sanchez und Daniel Birri die Strophen rappen, singt Marco Patané die Refrains. «Ursprünglich sollte ich die Refrains auch auf Schweizerdeutsch singen. Doch das liegt mir nicht», erklärt Marco Patané die ungewöhnliche Zusammensetzung. Also habe man sich entschieden, englische Refrains zu produzieren. Das hat dann dazu geführt, dass auch sämtliche Songtitel und der Name des Albums («Change») in englischer Sprache sind.

Von der Idee zum Album

Die drei Männer, zwischen 26 und 28 Jahre alt, arbeiten seit ein bisschen mehr als einem Jahr zusammen. Als letztes Mitglied stiess Marco Patané zur Gruppe. Auf den Sänger aufmerksam wurden Sanchez und Birri durch einen Kollegen. So kam es dann, dass die beiden beschlossen, ein Album in ihrem Aarauer Studio aufzunehmen und Patané dafür ins Boot zu holen.

Von der Idee für ein mögliches Album bis zum Zeitpunkt, als die fertige CD in den Händen gehalten wurde, verging ungefähr ein Jahr. Die Lieder stammen alle aus der Feder von Koray Sanchez, der nach eigenen Angaben zu Spitzenzeiten nur wenige Minuten braucht, um einen Songtext zu schreiben.

Inspirieren lässt er sich von bekannten Rap-Grössen wie Kanye West oder 2Pac. Auch finden sich in den Texten oft aktuelle Themen aus dem Weltgeschehen wieder. «Wir möchten mit unserer Musik mehr bewirken, als die Leute nur zu unterhalten – wir möchten Standpunkte setzen», erklärt der Rapper-Songwriter. «Und wir möchten das Publikum mit unserer Musik glücklich machen.»

Kein definiertes Zielpublikum

Als Newcomerband setzte GLB bei der Produktion ihres ersten Longplayers mit insgesamt 15 Songs nicht auf ein grosses Label, das sie unterstützte. «Natürlich gab und gibt es Leute im Hintergrund, die zum Beispiel administrative Arbeiten oder die Produktion übernahmen. Aber den Hauptteil machten wir selbst», erläutert Sanchez.

Als erste Auflage hatten sie rund 1000 Alben bestellt. Bis jetzt, Anfang November, ist ungefähr die Hälfte davon verkauft. Am Anfang konnte die Band vor allem ihr Umfeld zu ihren Hörern zählen, mittlerweile geht die Hörerschaft allerdings darüber hinaus. Ein definiertes Zielpublikum hat das Trio nicht. «Die meisten, die unsere Musik hören, sind zwischen 15 und 30 Jahre alt», meint Marco Patané.

Ziel: Englisches Album

Das aktuelle Album «Change» gibt einen kleinen Vorgeschmack auf die Projekte, die im nächsten Jahr geplant sind. Neben einer zweiten CD mit schweizerdeutschen Strophen und englischen Refrains, für welches bereits 15 Nummern geschrieben sind, plant das Trio ein komplett englisches Album, das weltweit zum Verkauf angeboten werden soll.

Dafür habe man auch schon den Produzenten gefunden. Doch vorerst konzentrieren sich die drei auf ihr aktuellstes Projekt: die Plattentaufe in einem Zürcher Club Ende November.

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