Gränichen/Suhr
Der Schulvertrag zwischen Suhr und Gränichen ist ausgehandelt

Gränicher Bezler müssen wohl bald nach Suhr zur Schule. Jetzt steht der Vertrag zwischen den beiden Gemeinden. Das letzte Wort hat jedoch die Bevölkerung im Juni. Wenn ein Wechsel, dann so schnell wie möglich, findet Gemeinderat Peter Hofmann.

Heidi Hess
Drucken
Bezirksschulhaus in Gränichen wird wohl bald leer stehen. kob

Bezirksschulhaus in Gränichen wird wohl bald leer stehen. kob

Dominic Kobelt

Alleine kann die Bezirksschule Gränichen nicht mehr bestehen. Dafür ist sie auf Schuljahresbeginn 2014/15, nach dem Systemwechsel mit 6 Jahren Primarschule und 3 Jahren Oberstufe, schlicht zu klein.

Im vergangenen Herbst hatten deshalb die Gränicher Schulpflege und der Gemeinderat beschlossen, die Bezirksschule nach Suhr auszulagern. Es kam zu Verhandlungen mit Suhr. Diese sind nun abgeschlossen: Der Schulvertrag für die Bezirksschule mit der Gemeinde Suhr ist formuliert.

Bloss das letzte Wort zum Gemeinde- oder Schulvertrag ist noch nicht gesprochen. Dieses haben die Stimmbürger der drei involvierten Gemeinden an ihrer nächsten Sommergmeind. Betroffen sind Gränichen, Suhr und auch Hunzenschwil.

Im Schulvertrag verpflichtet sich die Gemeinde Suhr, alle Bezirksschülerinnen und -schüler aus Gränichen aufzunehmen. Gränichen indessen muss seine Bezirksschüler nach Suhr schicken.

Die gleichen Bedingungen gelten für Hunzenschwil, das seine Bezirksschüler allerdings schon seit einiger Zeit nach Suhr schickt. Bislang jedoch freiwillig – als Bezirksschulorte standen den Hunzenschwilern nämlich sowohl Suhr als auch Lenzburg zur Verfügung. Diese freie Wahl des Schulortes würde mit der Annahme des Gemeindevertrages für die Hunzenschwiler künftig wegfallen.

Mit dem Schulvertrag würde Suhr die notwendigen Infrastrukturanlagen zur Verfügung stellen. Verzichtet wird dabei auf eine Einkaufssumme für Gränichen und Hunzenschwil. Für jeden Schüler bezahlen die Gemeinden aber ein jährliches Schulgeld, das die Kostenbeteiligung an den Investitionen abdecken soll.

Zwar hat die Gemeinde Suhr den Nachteil, dass sie nun in bauliche Massnahmen investieren muss. Als Vorteil erwähnt man aber auf der Gemeindekanzlei, dass Suhr als Bezirksschulstandort gesichert ist. Das sei für Suhr letztlich auch ein Standortvorteil.

Peter Hofmann, zuständiger Gemeinderat in Gränichen, sagt, es gehe jetzt darum, in die Zukunft zu schauen. Fest steht: Man wird die Bezirkschule nicht halten können. Das belegen hochgerechnete Schülerzahlen.

Für Gränichen bedeute das: «Wenn schon ein Wechsel, dann so schnell wie möglich.» Bedauerlich, sagt Hofmann: «Der Verlust der Bezirksschule ist für die Gränicher ein emotional schwerer Verlust.» In Gränichen habe es einst noch vor Suhr eine Bezirksschule gegeben. Letztlich aber vertraue er der pragmatischen Einstellung der Gränicher.

Sie haben an der Gemeindeversammlung am 14. Juni das letzte Wort; die Suhrer befinden am 20. Juni über den Schulvertrag.

Die Vorgeschichte präsentiert sich folgendermassen: Gemäss Schulgesetz muss eine Bezirksschule mindestens sechs Abteilungen umfassen. Diese Vorgabe muss zwingend bis Ende Schuljahr 2021/2022 erfüllt werden.

Die statistischen Erhebungen zeigen für die Gemeinde Gränichen, dass trotz Bevölkerungswachstum die Schülerzahlen sinken und die geforderte Schülerzahl von 36 pro Jahrgang in Zukunft deutlich nicht erreicht wird.

Das schnelle Handeln sei wichtig, damit die Lehrpersonen nicht vorzeitig abwandern, die Qualität der Schule erhalten bleibe und die Partnergemeinde Suhr die Schulanlagen längerfristig planen könne, begründen die Behörden von Gränichen. Man sei sich der Tragweite dieses Entscheids bewusst. «Die gesetzlichen Vorgaben lassen aber keine andere Möglichkeit zu.»

Aktuelle Nachrichten