Suhr

Der Zukunftsraum schlich sich auch in die Gmeind ein – Star des Abends war Maja Riniker

Maja Riniker, die erste Suhrer Nationalrätin aller Zeiten, wurde von ihrer Gemeinde gefeiert.

Maja Riniker, die erste Suhrer Nationalrätin aller Zeiten, wurde von ihrer Gemeinde gefeiert.

Die Zukunft der Repol Suret sorgte für etwas Spannung. Freude hatten die Suhrer an Maja Rinikers Auftritt.

Der Star des Abends kam mit Verspätung in die Bärenmatte: Maja Riniker, Suhrs Nationalrätin – die erste aller Zeiten. Denn obwohl sie am Donnerstag in Bern ihren Badge hatte entgegennehmen dürfen und alles im Bundeshaus erklärt bekam, wollte sie es sich nicht nehmen lassen, an der Gmeind persönlich Danke zu sagen. 971 Mal, um genau zu sein, denn genau 971 Stimmen habe sie aus Suhr erhalten. «Dass ich heute hier stehen darf, berührt mich sehr», sagte Maja Riniker. Sie habe in den letzten Tagen enorm viel Wertschätzung aus der Gemeinde erfahren.

Eines aber mache ihr Sorgen: «Suhr als zwölftgrösste Gemeinde hat jetzt keine Grossrätin mehr.» Riniker appellierte deshalb ans Plenum, für die kommenden Grossratswahlen wieder Suhrerinnen und Suhrer aufzustellen. «Es kann nicht sein, dass Suhr im Grossen Rat niemanden hat, der für die Interessen der Gemeinde einsteht.»

Was mit der Feier «ihrer Nationalrätin» sein Ende nahm, hatte mit dem für viele Suhrer unschönen Thema vom Verkauf von «ihrem Pfister» seinen Anfang genommen. Gemeindepräsident Marco Genoni erzählte vom Treffen mit den Brüdern Seifert, den obersten Managern von XXXLutz in Baden die kritische Fragen überzeugend beantwortet hätten. «Das hat Vertrauen geschaffen», sagte Genoni. Er wiederholte, was bereits Rudolf Obrecht, Verwaltungsratspräsident der F. G. Pfister Holding AG, versichert wurde (AZ vom 23. November): «Der Hauptsitz von XXXLutz Schweiz bleibt in Suhr.» Eine gute Nachricht, insbesondere aus steuerrechtlicher Sicht. «Trotz aller Unsicherheiten, ist damit eine gewisse Sicherheit für Suhr gegeben», so Genoni.

Antrag für Anschluss an die Stadtpolizei Aarau gestellt

Die Traktandenliste für den Abend war kurz; ein Kredit für den Kindergarten Schmitteweg, das Budget mit gleichbleibendem Steuerfuss von 108 Prozent (beide einstimmig angenommen, siehe AZ von gestern) – und der Gemeindevertrag über die polizeiliche Zusammenarbeit oder kurz: die Zukunft der Repol Suret. Bei Letzterem kam noch etwas Spannung auf, stellte doch Rolf Müller den Antrag, den Vertrag abzulehnen und die Repol Suret beziehungsweise die bei der Gemeinde Suhr angestellten Mitarbeiter auf den nächstmöglichen Zeitpunkt in die Stadtpolizei Aarau zu integrieren. Müller bezweifelte, dass die Repol Suret mit zwölf Mann in der Lage sei, 24 Stunden pro Tag für die nötige Sicherheit zu sorgen. Ein Antrag, der im Plenum nur eine Handvoll Unterstützer fand.

Auf das Votum mit Eventualantrag, in Anbetracht des Zukunftsraums Aarau die Kündigungsfrist von 2025 auf 2023 zu kürzen, ging Genoni nicht weiter ein. «Wir stimmen heute über den Vertrag ab, wie er vorliegt. So wie die Gränicher und Buchser auch. Wir können nicht plötzlich Änderungen vornehmen.» Auch die Äusserungen von Beat Woodtli, Präsident der SVP Suhr, wollte Genoni so nicht gelten lassen. Woodtli nämlich wertete den Antrag des Gemeinderates im Hinblick auf den Zukunftsraum als «zusätzliches, klares Zeichen für ein eigenständiges Suhr». Genoni sagte daraufhin knapp, er wolle heute Abend keine Diskussion über den Zukunftsraum führen. Die anschliessende Abstimmung zur Repol wurde schliesslich mit vereinzelten Gegenstimmen angenommen.

Über den Zukunftsraum reden, das können die Suhrer schon bald: Am 21. Januar wird in der Bärenmatte eine Infoveranstaltung stattfinden, wie Genoni mitteilte. Und für den 20. Juni 2020, einem Samstag, wurde eine ausserordentliche Gemeindeversammlung anberaumt.

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