Densbüren

Die Frey-Schwestern peilen diese Saison ihren ersten Titel an

Lisa Frey (links) macht den Weg zu ihrem Verein in Nottwil nicht mehr allein. Seit wenigen Wochen fährt auch ihre Schwester Noëlle mit.

Lisa Frey (links) macht den Weg zu ihrem Verein in Nottwil nicht mehr allein. Seit wenigen Wochen fährt auch ihre Schwester Noëlle mit.

Die Schwestern Lisa und Noëlle Frey spielen seit dieser Saison nicht nur gemeinsam in der Handball-Nationalmannschaft, sondern gehen auch beim NLA-Verein Spono Eagles Nottwil zusammen auf Punktejagd.

Von Densbüren nach Nottwil – seit vier Jahren nimmt Lisa Frey diesen Weg viermal pro Woche auf sich, um im 3200-Seelen-Dorf am Ufer des Sempachersees zu trainieren. Wenn am Wochenende ein Heimspiel auf dem Programm steht, kommt ein weiteres Mal hinzu. Seit ihrem 17. Altersjahr gehört sie dem Nationalliga-A-Kader des in Nottwil ansässigen Handballvereins an und hat sich in dieser Zeit zur Leistungsträgerin entwickelt.

Rund 50 Minuten braucht Frey, um mit dem grauen Audi von ihrem Elternhaus auf der nördlichen Seite der Staffelegg ins Luzernische zu fahren. Seit wenigen Wochen muss sie die Autofahrt aber nicht mehr allein hinter sich bringen. Entweder sitzt ihre beste Kollegin Pascale Wyder aus Suhr oder ihre Schwester Noëlle auf dem Beifahrersitz. Beide haben auf diese Saison hin zu Nottwil gewechselt.

Als wir vergangenen Freitag in Aarau losfahren, ist ihre Schwester Noëlle dabei. Normalerweise steigt sie erst am Bahnhof Sursee ins Auto ihrer Schwester, denn sie wohnt und arbeitet in Bern. Zuletzt hatte Noëlle Frey vier Jahre in Deutschland beim Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe als Halbprofi gespielt.

Doch im Sommer hat es sie zurück in ihre Heimat gezogen. «Es war eine tolle Zeit in Deutschland, aber ich wollte wieder zurück in mein gewohntes Umfeld, zu meiner Familie und meinem Freund. Ich möchte hier Wurzeln schlagen. Mit dem Handballsport im Ausland habe ich abgeschlossen», sagt die 23-Jährige.

Rückkehr in die Schweiz

In der Zwischenzeit sind wir in Oberentfelden angekommen. Hier legen wir einen kurzen Zwischenstopp ein. Der Tank muss gefüllt werden, bevor es weitergehen kann. Während ihre Schwester bezahlt, erzählt Noëlle Frey, weshalb sie sich nach ihrer Rückkehr in die Schweiz entschieden hat, für die Spono Eagles zu spielen. «Ich hatte praktisch von allen NLA-Teams ein Angebot, aber im Hinterkopf hatte ich immer Spono. Einerseits weil es ein Topteam und von Bern gut zu erreichen ist, aber andererseits natürlich auch, weil Lisa dort spielt und wir uns in den letzten Jahren nicht allzu oft gesehen haben.»

Auch Lisa Frey gefällt es, mit ihrer Schwester im Team zu sein. Nur an eine Sache hat sie sich noch nicht gewöhnt. «Vor jedem Training geben wir uns alle die Hand. Wenn ich das dann bei Noëlle machen muss, ist es schon etwas komisch», erzählt sie lachend.

Seit Jahren in der Nationalmannschaft

Dass Lisa und Noëlle Frey Seite an Seite um den Sieg kämpfen, ist nichts Neues. Beide sind seit mehreren Jahren feste Bestandteile der Schweizer Nationalmannschaft und spielen derzeit um die EM-Teilnahme. Vorletzte Woche setzte es gegen die europäischen Topteams Deutschland und Frankreich zwei Niederlagen ab. Besser läuft es den beiden dagegen in der Meisterschaft. Nach Verlustpunkten führt Nottwil die Tabelle an und ist in dieser Saison noch ungeschlagen.

Das kommt nicht überraschend, denn die Spono Eagles haben sich verstärkt und wollen endlich die Meisterschaft gewinnen. Seit 2006 wartet der Verein darauf. Und auch die Geschwister Frey wollen endlich ihren ersten Meistertitel gewinnen. «Bisher sind wir beide zweimal Vize-Meisterinnen geworden, aber die goldene Medaille fehlt uns noch», sagt Lisa Frey und nimmt die Autobahnausfahrt Richtung Sursee.

Wenige Minuten später gerät die Fahrt wegen des Feierabendverkehrs ins Stocken. Statt mitten durch Sursee zu fahren, nimmt Lisa Frey den Umweg über Oberkirch. «Mittlerweile kenne ich hier alle Schleichwege», sagt sie mit einem Schmunzeln. Der Umweg lohnt sich.

Bis zur Halle in Nottwil, wo das letzte Training der Woche auf dem Programm steht, verläuft die Fahrt ohne Hindernisse. Ob Lisa und Noëlle Frey auch auf dem Weg zu ihrem ersten Meistertitel allen Hindernissen so gekonnt ausweichen, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen.

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