Seit Jahren beschäftigt sie die Stadt Aarau und den Kanton. Ab Montag beginnen nun die Arbeiten für die neue Aare-Brücke mit dem klingenden Namen Pont Neuf. Sie soll die in die Jahre gekommene Kettenbrücke – die längst keine Ketten mehr hat – ersetzen.

Zuallererst wird die Hilfsbrücke gebaut, über die später, wenn die Hauptbrücke abgerissen und neu erstellt wird, der Verkehr fliesst. Die Hilfsbrücke kommt direkt neben der bestehenden Brücke zu liegen; ein paar Meter flussabwärts. Etwa Ende Oktober oder Anfang November soll sie fertig sein.

Der Bau – vor allem die Rammarbeiten – sind mit Lärmemissionen verbunden: «Ab 8. Juli bis zirka Mitte September werden die Widerlager sowie die Joche, die in der Aare sind, gerammt», sagt Roberto Scappaticci, Projektleiter und stellvertretender Sektionsleiter Brücken und Tunnel beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Gearbeitet werde von Montag bis Freitag. Aber für lärmintensive Arbeiten, so versichert der Projektleiter, gelten die Zeiten 7 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

Fussgänger werden zwei Jahre umgeleitet

Auch auf der Hilfsbrücke gilt Tempo 50. Für den Veloverkehr empfiehlt der Kanton den Umweg über den Süffelsteg oder den Zurlindensteg. Mit welchen Einschränkungen müssen die Autofahrer für die nächsten Monate rechnen? «Auf der Kantonsstrasse sollten keine Einschränkungen entstehen, da wir ausserhalb der Strasse arbeiten», so Scappaticci. «Die Materiallieferungen können zu kürzeren Einschränkungen führen.» Trotzdem empfiehlt der Kanton auch für den Autoverkehr, eher die Brücke beim Staffeleggzubringer zu nutzen.

Komplett gesperrt ist während der Sommerferien die Aarestrasse, welche am nördlichen Aareufer flussabwärts führt. «Damit wir die Arbeiten forcieren können», begründet der Projektleiter die Sperrung. Gravierender sind die Einschränkungen für die Fuss- und Velofahrer entlang der Ufer: Die Uferwege nördlich und südlich der Aare sind im Bereich der Baustelle während der gesamten Bauarbeiten geschlossen – das heisst bis Ende 2021. Eine Umleitung ist signalisiert.

Klar ist: Auf die Anwohner kommt einiges zu. Das Baudepartement greift deshalb zu etwas ungewöhnlichen Mitteln: Am Montagabend sind zahlreiche Anwohner zu einer «Grillade» eingeladen. Und zwar beim Installationsplatz, der sich am nördlichen Aareufer vor der Überbauung «Aarepark» befindet.

Laut Roberto Scappaticci haben sich rund 45 Personen für den Event angemeldet – Anwohner, aber auch Projektbeteiligte. Man wolle mit dem Anlass Kontakte zu den Anwohnern knüpfen, erklärt der Projektleiter die Einladung. «Letztendlich arbeiten wir nun für zweieinhalb Jahre an dieser Brücke, da ist der persönliche Kontakt enorm wichtig. Zudem soll dieser wichtige Meilenstein gefeiert werden.»

Neue Brücke wird erst ab 2020 gebaut

Offen ist derweil weiter die Frage, wer die neue Brücke baut. Der Bau der Hilfsbrücke wurde an die «ARGE Kettenbrücke» vergeben (Meier + Jäggi AG, Zofingen; Implenia Schweiz AG, Buchs; Rothpletz, Lienhard + Cie AG, Aarau). Die Ausschreibung für den Abbruch der alten Brücke und den Neubau des Pont Neuf wird in den Sommerferien publiziert. Die Arbeiten an der neuen Brücke starten im Frühjahr 2020.

Insgesamt kostet der Pont Neuf rund 33 Mio. Franken. Der Bund beteiligt sich mit rund 3,3 Mio. Franken aus dem Agglomerationsprogramm. Das meiste Geld kommt aber von Kanton (70 Prozent) und Stadt. Die Aarauer Stimmbürger haben den Kredit im Herbst 2014 gutgeheissen – aber knapp. Es ging damals um rund 9,9 Mio. Franken. Dank der Bundesbeiträge, die damals noch nicht zugesichert waren, dürfte die Rechnung für die Stadt nun doch rund 1 Mio. Franken tiefer ausfallen (sofern sich der Bau nicht deutlich verteuert).

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